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Sport Fußball
10/21/2021

Wer ist lauter? Warum Rapid gegen Zagreb ein Auswärtsspiel droht

Mitten in der Krise benötigt Rapid einen Erfolg, um die Chancen auf den Aufstieg zu wahren. Dinamo könnte einen Startvorteil haben.

von Alexander Huber

Es wird ein ungewöhnlicher Abend in Hütteldorf: Erstmals seit dem Coronaausbruch wird das Allianz Stadion, das im Europacup Weststadion heißt, ausverkauft sein. "Da kommt von beiden Seiten eine Top-Stimmung. Das wird uns noch einen zusätzlichen Push geben", rechnet Robert Ljubicic vor dem Heimspiel gegen Dinamo Zagreb ab 18.45 Uhr.

Der Dauerläufer mit kroatischen Wurzeln könnte sich aber zu früh freuen.

Nicht jeder einzelne der 23.500 Sitzplätze wird besetzt sein. Gegen die Wiener 2-G-Regel wird weiterhin von der Rapid-Fanszene opponiert: Organisierten Support gibt es nur noch auswärts.

Die vielen in Wien lebenden Dinamo-Fans sind hingegen höchst motiviert und wollen gemeinsam mit dem ausverkauften Gäste-Block das erste von zwei Heimspielen gegen die Hütteldorfer herbeisingen.

"Der Fan-Block von Dinamo wird voll sein. Die organisierte Unterstützung könnte wegen 2-G aber auch bei ihnen anders als gewohnt ausfallen", kündigt Helmut Mitter, der Fanbeauftragte von Rapid, an. "Ich hoffe doch, dass unsere Fans wieder die Lauteren sein werden", sagt Trainer Didi Kühbauer vor dem Match.

"Mentalitätsprobleme"

"Wir sind Außenseiter, aber nicht chancenlos. Wenn jeder an seine Grenzen geht, ist ein Sieg machbar. Dazu brauchen wir auch die Überzeugung", betont der Trainer.

Im Anschluss an den Selbstfaller zum 1:1 am Wochenende in Klagenfurt hat der Burgenländer seiner Mannschaft erstmals direkt nach dem Spiel seine (deutliche) Meinung gegeigt. Zoran Barisic legte nach: Der Sportdirektor ortete auch öffentlich Mentalitätsprobleme. Nach dem 0:2 zum Ligastart gegen Hartberg hatte Barisic diese in der Ära Kühbauer völlig untypische Schwäche nur intern angesprochen.

Ljubicic erklärt, dass alles besprochen und auch abgehakt sei – die Reaktion nach den ungewohnten Standpauken wird spannend zu sehen sein. Keinen Zweifel hat Kühbauer an der Zukunft des 22-Jährigen: "Robert wird Rapid noch viel Freude bereiten." Dem Linksfuß fehlt nach der langen Sperre aus SKN-Zeiten, seiner Corona-Erkrankung und einem Ödem im Knie noch der Rhythmus: "Daraus habe ich gelernt. Mein Ziel ist, dass ich Rapid bald regelmäßig helfen kann."

Premiere für eine Frau

Ungewöhnlich ist auch die Spielleitung. Erstmals in der langen Rapid-Geschichte pfeift eine Frau: Kateryna Monsul aus der Ukraine. "Wir hoffen alle, dass sie nicht auffällt. Dann hat sie ein super Spiel gemacht, und das wünsche ich ihr", sagt Didi Kühbauer. Auf der internationalen Bühne ist der Rapid-Trainer üblicherweise ohnehin ruhiger als bei Ärgernissen mit österreichischen Referees.

Keine Zurückhaltung darf es nach zwei Spielen ohne Punkte auf dem Rasen geben. "Mit einem Dreier wären wir zurück im Game", rechnet Kühbauer, der um den Druck weiß: "Wenn wir im Rennen um die Top-2 dabei bleiben wollen, muss ein Sieg her."

Der kroatische Serienmeister hat zuletzt in Genk 3:0 gewonnen und ist als Gegner aus dem ersten Topf nominell der stärkste Konkurrent in Gruppe H. Dennoch dürften die Rapidler gegen Dinamo die größten Chancen auf einen Erfolg haben.

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