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Sport Fußball
06/26/2012

Von schwarzen Katzen

Fahrtenbuch: Ausgeprägt ist der Aberglaube der Polen. Einprägsam jedenfalls ihre Sprache.

von Bernhard Hanisch

Schwarze Katze auf der Kühlerhaube?

Das Tier blinzelt, streckt sich und zeigt dem Fahrzeuginhaber die Mittelkralle. Nichts und niemand kann sie aus der Ruhe bringen. Das neu angekommene Auto im Krakauer Stadtteil Kazmierz kommt ihr gerade recht.

Was das wieder bedeuten könnte? Ein Zeichen, ein Hinweis?

Nie wieder wird eine schöne Frau auf dem Beifahrersitz Platz nehmen?

Oder vielleicht verheißt schwarzes Fell auf Blech doch einen ewig schnurrenden, von jeder Panne verschonten Motor? Immerhin würde letztere Prophe­zeiung für gar nicht so wenige Österreicher schon als größtes Glück auf Erden genügen.

Ja, man könnte schon den einen oder anderen absurden Gedanken spinnen. Schließlich gelten die Polen als Verfechter des Aberglaubens. Liebenswert, aber es muss anstrengend sein, ständig auf der Hut zu sein.

Obacht geben

Dass eine von rechts kommende schwarze Katze nichts Gutes verheißt, gilt hierzulande als unumstößliche Tatsache, gegen die etwas unternommen werden muss.

Im Regelhandbuch steht in diesem Falle: Warten, bis ein anderer Mensch diesen Weg durchkreuzt. Ziemlich zeitintensiv. Dem Eiligen sei gesagt: dreimaliges über die linke Schulter Spucken ist ausreichend.

Warum die Polen so gerne unbedeutende Vorfälle als das Leben entscheidend beeinflussende Ereignisse interpretieren, könnte viele Ursprünge haben. Der am häufigsten erwähnte: Glaube und Aberglaube sind im streng katholischen Land untrennbar miteinander verbunden.

Heiraten in einem Monat, der ein "r" beinhaltet ist ausgeschlossen. Ignoranten ist die baldige Scheidung sicher. Niemals sollte man eine Tasche auf den Boden stellen. Das Geld ergreift die Gelegenheit und rennt weg. Das Verschütten von Zucker sät Zwietracht im gastgebenden Haushalt.

Sagt man zumindest.

Also aufpassen.

Die Frau stößt einen Laut aus, einen zischenden und darum gar so bedrohlich wirkenden. Wie eine geheimnisvolle Zauberformel, ein Bann, der als Pech wohl bis ans Lebensende an den Fersen klebt.

Ungefähr so: "Osiem schedemmschichant."

Um Gottes Willen, was jetzt?

Doch dann lächelt die Frau. Zeigt auf die Zahlen auf der Kasse, hinter der sie sitzt und streckt danach erwartungsvoll ihre Hand entgegen. "Acht Zloty fünfzig" will sie. Für zwei Flaschen Mineralwasser, einen Müsliriegel und ein Sackerl Erdnüsse.

Man sollte nicht hysterisch sein und alles glauben, was man da so liest über den polnischen Aberglauben.

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