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Sport Fußball
04/23/2021

Von Corona bis Arnautovic: Die vielen Fragen vor der Fußball-EM

In 50 Tagen wird die Europameisterschaft angepfiffen. Im Vorfeld des Turniers gibt es noch viele offene Fragen.

von Christoph Geiler, Günther Pavlovics

Die EM beginnt am 11. Juni, zwei Tage danach spielt Österreich das erste Gruppenspiel gegen Nordmazedonien. Ab 26. Mai 2021 trifft sich das Aufgebot im Burgenland in Bad Tatzmannsdorf, am 1. Juni muss der 23-Mann-Kader für die Endrunde der UEFA gemeldet werden. Am 2. Juni wird gegen England getestet, am 6. gegen die Slowakei. Am 8. Juni übersiedelt das Team nach Seefeld ins EM-Basecamp.

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  • Wird das Spiel in Bukarest stattfinden?

In Amsterdam (gegen die Niederlande), Kopenhagen, Baku, St. Petersburg, Bukarest (gegen Nordmazedonien und Ukraine), Budapest, Glasgow, London und Rom wird definitiv gespielt. Für Bilbao, Dublin und München gab es keine Zuschauergarantien. Für den heutigen Freitag hat die UEFA eine Entscheidung angekündigt.

  • Wird die EURO wegen Corona zur Geister-EM?

    Nein. Die UEFA unternimmt alles, um in den Stadien eine EM-Atmosphäre zu erzeugen. So geht man in Budapest davon aus, die Puskás Aréna bis auf den letzten Platz (67.155) zu füllen. St. Petersburg und Baku haben eine Kapazität von 50 Prozent bestätigt, in Amsterdam, Bukarest, Glasgow Kopenhagen und Rom sollen die Stadien zu einem Drittel gefüllt werden, in London sind 25 Prozent geplant.

    • Wer darf ins Stadion?

    Wer sich für die letztes Jahr geplante EM Tickets gekauft hat, konnte sie bis 22. April zurückgeben. Übersteigt die Zahl der Fans, die sie nicht zurückgegeben haben, die Anzahl der erlaubten Plätze, wird per Los entschieden, wer hinein darf. Alle anderen bekommen ihr Geld zurück. Ein negatives Covid-19-Testergebnis, ein Nachweis einer Covid-19-Impfung oder ein Nachweis zur Covid-19-Immunität muss zum Einlass ins Stadion vorgelegt werden, dort muss Maske getragen werden.

    Wer ein Ticket hat, aber nicht einreisen darf, hat Pech gehabt. Stand Donnerstag durfte man aus der EU in die Niederlande einreisen. Wer weniger als drei Tage bleibt, darf mit negativem Test nach Rumänien, ohne in Quarantäne zu müssen.

    FBL-EURO-2020-2021
    • Wie steht’s um die Form von Marko Arnautovic?

    Auf jeden Fall ist er torhungrig. Der Stürmer spielte gestern das erste Meisterschaftsspiel dieser Saison für seinen Klub Schanghai. Unter dem neuen Trainer, dem Kroaten Ivan Leko, traf der Österreicher als Mittelstürmer beim 6:1 gegen Tianjin drei Mal. Coronabedingt hat Arnautovic seit November 2019 nur 2 seiner 87 Länderspiele bestritten. Der Stürmer, der am Montag 32 Jahre alt wurde, hat die letzten zwei seiner 26 Tore im November 2009 gegen Lettland geschossen.

    • Wird Kapitän Julian Baumgartlinger rechtzeitig zur EM fit?

    Ende Jänner zog sich der 33-Jährige einen Kreuzbandanriss im linken Knie zu. Bei einem Eingriff eines Münchner Knie-Spezialisten ist dem Salzburger das betroffene Band mittels eines „Fibertapes“ verstärkt worden. Zuletzt wurde der Teamkapitän in Leverkusen wieder auf dem Rasen gesichtet und absolvierte bereits die ersten Übungen mit dem Ball. Wenn der Heilungsverlauf weiter so gut voranschreitet, könnte Julian Baumgartlinger sogar noch im Finish der Bundesliga zum Einsatz kommen.

    • Wie geht es Konrad Laimer?

    Erfreulicherweise sehr gut. Der 23-jährige Salzburger nimmt seit Montag wieder am kompletten Mannschaftstraining von Leipzig teil. Laimer ist in dieser Saison noch keine Minute auf dem Platz gestanden. Im September unterzog er sich einer Arthroskopie im Knie. Die Rehabilitation dauerte erheblich länger als geglaubt. Nach sieben Monaten Leidenszeit ist laut Trainer Nagelsmann ein Einsatz von Laimer frühestens für das Cup-Semifinale gegen Bremen am 30. April ein Thema. Im Team hat er sieben Mal gespielt, zuletzt im November 2019.

    • Wer fehlt im Panini-Sammel-Album?

    Sasa Kalajdzic – der Stuttgarter ist derzeit aus dem Team nicht wegzudenken, fehlt aber bei den 20 Pickerln. Als Tormänner kann man nur Pavao Pervan und Alexander Schlager kleben.

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    • Wer ist Österreichs Nummer 1?

    Teamchef Franco Foda dürfte sich vorerst einmal für Alexander Schlager entschieden haben, denn der LASK-Goalie hütete in den letzten drei Länderspielen das ÖFB-Tor. Allerdings wirkte der 25-Jährige dabei nicht ganz sattelfest. Auch beim 1:1 des LASK gegen Rapid machte Schlager keine gute Figur und verschuldete das Gegentor.

    • Welche Teams bereiten sich in Österreich auf die Endrunde vor?

    Auch vor diesem Turnier wird Österreich wieder zur Spielwiese der Stars. Vor allem die Teamchefs mit Österreich-Bezug zieht in die ehemalige fußballerische Heimat. Joachim Löw wird mit dem deutschen Team in Seefeld erwartet, Stanislaw Tschertschessow kommt mit Russland ins Stubaital. Auch die Slowakei, Dänemark und ÖFB-Gruppengegner Nordmazedonien stimmen sich in Österreich auf die EURO ein.

    • Wie gut sind die Nordmazedonier in Form?

    Ende März wurde Deutschland 2:1 geschlagen. Der 37-jährige Goran Pandev erzielte am Mittwoch für Genua beide Tore beim 2:2 gegen Benevento. Linksverteidiger Alioski ist bei Leeds Stammspieler, ebenso Bardhi bei Levante.

    Im 19-köpfigen Team der Haupt-Schiedsrichter für die EM-Endrunde ist erstmals ein Unparteiischer aus Übersee. Der Argentinier Fernando Rapallini wird für das Turnier nach Europa kommen. Dies geschieht im Rahmen einer Kooperation zwischen der UEFA und dem südamerikanischen Dachverband. Im Gegenzug wird der Spanier Jesus Gil Manzano Teil des Schiedsrichter-Aufgebots für die Copa America in Argentinien und Kolumbien sein, die parallel zur EM stattfindet.

    Je zwei Teams kommen aus England, Deutschland, Niederlande, Spanien und Rumänien. Dabei muss Ovidiu Alin Hategan auf einen Assistenten verzichten. Octavian Sovre, der sich in der Champions League ein Autogramm von Erling Haaland holte, ist nicht dabei. Auch wenn er beteuerte, dass er dies oft mache, um diese dann für eine gute Sache versteigern zu lassen. Der Vorsitzende der UEFA-Schiedsrichterkommission Roberto Rosetti sagt: „Ihr müsst euch sorgfältig überlegen, wie ihr euch verhält  und was ihr sagt. Vielleicht werdet ihr von Leuten erkannt und beobachtet – deshalb müsst ihr die perfekten Botschafter für die UEFA und den europäischen Fußball sein.“

    Die Schiedsrichter werden in Istanbul stationiert, es gibt den Videobeweis und mit Stephanie Frappart erstmals eine Frau. Die Französin wird allerdings nur als vierte Offizielle eingesetzt.

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