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26.10.2018

Trotz 3:0 gegen Rosenborg: Rose kritisiert die Salzburger

Europa League: Der Erfolgstrainer war mit der Leistung seiner Mannschaft in der ersten Hälfte überhaupt nicht zufrieden.

Salzburg-Trainer Marco Rose ist immer für (verbale) Überraschungen gut. Nach dem doch enttäuschenden 1:1-Heimremis am vergangenen Samstag gegen Aufsteiger Wacker Innsbruck hatte er seine Mannschaft über den grünen Klee gelobt, obwohl beim ersten Punkteverlust in der Bundesliga nach zehn Siegen bei weitem nicht alles so funktionierte wie es in dieser Saison schon funktioniert hatte.

 

Am Donnerstag war die Leistung beim 3:0 im dritten Europa-League-Spiel gegen Norwegens Meister und Tabellenführer Rosenborg Trondheim aus Sicht des neutralen Beobachters wesentlich souveräner. Rose kritisierte seine Mannschaft nach der Partie hingegen mit so deutlichen Worten, wie er es schon lange nicht mehr getan hat: „Ich finde, dass wir keine gute erste Halbzeit gespielt haben. Wir waren gegen den Ball nicht gut genug. Unser Pressing hat nicht so funktioniert, wie wir uns das vorstellen. Die Abläufe waren nicht so klar, die Intensität war nicht so da. Bei weiten Bällen waren wir nicht so aufmerksam wie wir es besprochen haben. Das hat mich geärgert.“

All dies wurde laut Rose auch in der Pause angesprochen – trotz einer 1:0-Führung, dreier heraus gespielter Großchancen und eines gefährlichen Junuzovic-Freistoßes sowie keiner wirklich gefährlichen Offensivaktion des Gegners. So viele Tormöglichkeiten hatte Salzburg gegen die Innsbrucker im gesamten Spiel nicht. Dazu hatte Wacker am Samstag schon in der Anfangsphase durch Schimpelsberger eine 100-prozentige Chance, die eigentlich ein Tor sein hätte müssen.

 

 

Rose fühlte sich von seinen Spielern zumindest richtig verstanden. Denn für die Leistung nach der Pause gab es Lob. „Die zweite Halbzeit war dann in allen Belangen wieder sehr, sehr gut, sehr, sehr ordentlich – mit guten Balleroberungen, mit vielen Torchancen, mit gut heraus gespielten Strafraumszenen, mit zwei Toren.“ Aber Rose fand auch nach den zweiten 45 Minuten, die die mehr als 20.000 Zuschauer in der Red-Bull-Arena mit Szenenapplaus und der Welle goutierten, das sprichwörtliche Haar in der Suppe: „Und trotzdem gibt es Verbesserungspotenzial. Wir haben im Eins-zu-Eins oft nicht funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Wir haben defensiv zu viele solcher Situationen verloren.“