Wie eine Einheit: Der LASK spielt und feiert kompakt

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Sport Fußball
02/28/2020

Traumlos Manchester United: "Wer zum Teufel ist LASK?"

Linzer Gala im Theater der Träume: Über Gary Linekers Wissenslücke und Abkürzungen im Achtelfinale der Europa League.

von Alexander Huber

Fußball-England sucht gerade die Landkarten nach „LASK“ ab. Die erste Überraschung könnte sein, dass das Stadion auf der Gugl nichts mit dem Internet-Konzern zu tun hat. Der frühere Weltklassestürmer Gary Lineker macht aus seiner Wissenslücke kein Geheimnis. „Who the hell are Lask by the way?“ (Wer zum Teufel ist eigentlich Lask?, Anm.) fragte der TV-Experte seine 7,5 Millionen Follower auf Twitter.

Mit seinem typisch britischen Humor ergänzte Lineker „Don’t worry I Lask someone.“ Ein Wortspiel aus I’ll ask someone (Ich werde jemanden fragen) und dem Namen der Linzer Überflieger.

Und warum das Ganze? Weil Manchester United, also der englische Rekordmeister und immer noch einer der bedeutendsten Vereine der Welt, in der Europa League auf den LASK trifft.

Durch insgesamt drei Tore von Stürmer Marko Raguz hatten die Linzer völlig verdient Alkmaar nach einem 1:1 mit dem 2:0-Heimsieg rausgeworfen.

Run auf die Gugl

Am Donnerstag, den 12. März, wird die erwähnte und sicher bald ausverkaufte Gugl der Schauplatz des ersten Europacup-Achtelfinales in der Vereinsgeschichte der Athletiker sein. Eine Woche später will Österreichs Tabellenführer im legendären Old Trafford, dem „Theatre of Dreams“, um eine Sensation kämpfen.

„Das ist der absolut größte Klub, gegen den ich in meiner Karriere spiele“, sagt James Holland, der immerhin schon Atlético Madrid (2013) gefordert hat. „Ein absolutes Traumlos“, jubelt Teamgoalie Alexander Schlager.

Dass sich der LASK nach dem Coup gegen Alkmaar auch gegen den Fünften der Premier League etwas ausrechnet, war schnell klar. „Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung. Aber wenn man weiterkommen will, muss man überall seine Chance suchen“, meint Philipp Wiesinger.

Zwei Gesperrte

Der Innenverteidiger fehlt ebenso wie Petar Filipovic im Hinspiel gesperrt. LASK-Trainer Valerien Ismael kündigt mit dem für ihn typischen Glauben an Lösungen an, dass neben Routinier Christian Ramsebner ein zweiter Verteidiger „aus dem Hut gezaubert werden wird. Weil alle unsere Spieler immer bereit sind.“

Grenzenlos

Direkt nach dem Aufstieg hatte Ismael angekündigt, dass „wir die Grenzen immer weiter nach oben schieben wollen“. Auch wenn der Franzose in seiner aktuellen Beschreibung von Manchester etwas übertreibt („eine der besten Mannschaften der Welt“), wird das Grenzen Verschieben gegen das Team von Ole Gunnar Solskjaer nötig sein.

Von Tormann De Gea, über Abwehrchef und Kapitän Maguire, Spielmacher Pogba, bis zu den Stürmern Martial und Rashford gibt es in jeder Formation außergewöhnliche Spieler.

Allerdings hat der fünffache Europapokal-Sieger (2008 zuletzt die Champions League) – anders als der LASK – dauernd Verletzungssorgen. Aktuell fehlen Pogba und Rashford.

Besser als Ronaldo

Persönlich bekannt ist den Linzern Bruno Fernandes. Portugals Fußballer des Jahres 2018 und 2019 (trotz Ronaldo) wurde um 55 Millionen von Sporting Lissabon gekauft. Beim 2:1 von Sporting gegen den LASK in der Gruppenphase war der 25-jährige Mittelfeldspieler mit einem Tor und einem Assist der Matchwinner.

Makellose Bilanz

„Es wird ein unglaublich intensiver März“, weiß Ismael. Der LASK trifft rund um den Start in die Meistergruppe (erstmals) auf die „Red Devils“. Rapid spielte schon viermal gegen United, ebenso Sturm. In den acht Duellen österreichischen Klubs gab es sieben englische Siege, nur 1969 schaffte Rapid ein 0:0.

Bitte nicht "ManU"

Übrigens: So wie Gary Lineker noch mitbekommen wird, dass LASK eine Abkürzung ist, wäre es an der Zeit, eine andere, im deutschsprachigen Raum übliche Abkürzung nicht mehr zu verwenden: „ManU“ gilt in England als Beleidigung – durch einen üblen Hinweis verbunden mit der Flugzeugkatastrophe von München, als 1958 23 Spieler und Funktionäre von United ums Leben kamen.

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