© WSC/Christopher Glanzl

Sport Fußball
10/15/2021

Sport-Club vs. Vienna: Das Kult-Derby weckt Erinnerungen

Die beiden Kult-Vereine kämpfen am Freitag um die Tabellenführung in der Regionalliga. Fünf Legenden erinnern sich an bessere Zeiten.

von Peter Gutmayer, Alexander Huber, Alexander Strecha, Andreas Heidenreich

Wenn am Ende einer Länderspielübertragung im ORF auf ein Regionalliga-Spiel in Wien-Hernals hingewiesen wird, kann das nur eines bedeuten: Das „Derby of Love“ steht vor der Tür. Der Sport-Club empfängt am Freitag die Vienna (19.30 Uhr/live auf ORF Sport+), die gut 6.000 Karten sind längst vergriffen. Kein Wunder, treffen die beiden Kult-Vereine doch erstmals seit 29. September 2017 wieder in einem Pflichtspiel aufeinander. Auf dem ältesten noch bespielten Fußballplatz Österreichs geht es heute um die Tabellenführung. Beide Klubs wollen kurz- oder mittelfristig wieder nach oben, zu lange liegen die glorreichen Zeiten zurück. An genau jene erinnern sich fünf Legenden, die einst in Dornbach oder Döbling gegeigt haben: Hans Krankl, Peter Pacult, Peter Stöger, Andreas Herzog und Roman Mählich. Der Goleador stürmte sogar für beide Vereine.

Hans Krankl: "Gegen Kempes vor 16.000 Fans"

"Bei der Vienna war ich nur ein halbes Jahr. Damals hab’ ich in Barcelona einen Wickel mit dem neuen Trainer gehabt und wurde verliehen. Als der alte Trainer zurückkam, hat er mich sofort zurückgeholt. Beim Sport-Club war ich viel länger, als Spieler, Trainer und  Spielertrainer. Mein absolutes Highlight war ein Derby auf der Hohen Warte: 16.000 Zuschauer, ich beim Sport-Club, bei der Vienna Mario Kempes. Mit Rapid waren meine liebsten Auswärtsspiele immer gegen den Sport-Club.  Ewig schade, dass die beiden Vereine nicht mehr das sind, was sie einmal waren. In meinen Augen gehören beide in die erste Liga."

Peter Pacult: "Aus 'Pazult' wurde 'Pakult'"

"Der Sport-Club war mein Sprungbrett. FAC-Trainer Walzhofer war befreundet mit Karl Schlechta, der mich zum Verein geholt hat – und meinen Namen verändert hat. Bis dahin wurde ich ‚Pazult‘ ausgesprochen, Trainer Schlechta sagte immer ‚Pakult‘, die Medien haben das übernommen. Irgendwann hat sich diese Aussprache in der gesamten Familie durchgesetzt. Sportlich konnte ich viel von Routiniers wie Barthold, Martinez oder Kienast lernen. Einmal gab es eine Verstimmung mit Herrn Nouza wegen Transfergesprächen. Ich bin noch ein Jahr geblieben und als Teamspieler zu Rapid gewechselt."

Peter Pacult

Peter Stöger: "Entscheidendes Jahr für mich"

"Die Vienna war für mich das entscheidende Jahr. Ich bin von Steyr aus der 2. Liga gekommen und war ein Jahr später im Nationalteam und habe mit der Austria im Europacup gespielt.  Wir hatten damals eine gute Mischung aus talentierten Jungen und routinierten Spielern wie Kienast, Drazan, Steinkogler oder Ondra. Mit Hebenstreit hatten wir einen starken Tormann, wir  waren gut aufgestellt. Erst als Vienna-Trainer habe ich dann das Derby gegen den Sport-Club kennengelernt. Diese Spiele waren richtig lässig und angenehm, weil es bei aller Rivalität immer friedlich zugegangen ist, das war  extrem positiv."

Andreas Herzog: "Das war der Start meiner Karriere"

"Ich war zwar nur ein halbes Jahr bei der Vienna, aber das war der Start meiner Karriere. Der Verein ist extrem wichtig für mich, ohne die Vienna und damals Trainer Dokupil hätte ich nicht so eine Karriere gehabt. Natürlich tut es dann weh, wenn man den Abstieg mitansehen muss, ich habe die Vienna aber immer weiter verfolgt, egal in welcher Liga. Jetzt sind  gute Leute am Werk, ich hoffe, dass wir die Vienna bald wieder ganz oben sehen werden. Der Stellenwert  der Vienna und des Sport-Clubs war früher enorm hoch. Das merkt man jetzt auch noch an den Zuschauerzahlen, die sie in der Regionalliga haben."

Roman Mählich: "Ich bin auf den Zaun gesprungen"

"Der Sport-Club war im Alter von 18 Jahren meine erste Profistation, und er wird mir immer in guter Erinnerung bleiben. Damals wie heute ist die Stimmung in Hernals speziell, es gibt kaum Feindseligkeiten und nur positiven Support. An zwei Spiele erinnere ich mich besonders gut: Bei einem 2:1-Sieg gegen die Austria  habe ich das Siegestor geschossen und bin danach auf den Zaun bei der Friedhofstribüne gesprungen. Das zweite war eine Sonntagsmatinee gegen Tirol, Happel war zu dieser Zeit Teamchef, hat zugesehen und mich danach erstmals einberufen. Ich freue mich schon, am Freitag für den ORF vor Ort  zu sein."

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.