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Sport Fußball
04/22/2020

Schiris während Corona: Training in Eigenregie, Honorar pro Spiel

Harald Lechner über die Corona-Situation von Österreichs Bundesliga-Schiedsrichtern.

von Alexander Huber

In der Corona-Krise heißt es zurückstecken. Für fast alle, auch für Österreichs Fußballer, die meist in Kurzarbeit auf Teile ihrer Gehälter verzichten müssen.

Überhaupt keine Einnahmen aus dem Fußball gibt es im Moment für Österreichs Schiedsrichter, die Amateure sind, kein Fixum kassieren und ausschließlich für ihre jeweiligen Spielleitungen entlohnt werden. Harald Lechner erklärt: „Da wir keine Profis sind und auch nicht als Schiedsrichter angestellt, fallen wir komplett um unsere Einkünfte um. Wir werden ja pro Spiel honoriert.“

Der Niederösterreicher hat einen 40-Stunden-Job, das ist nicht bei allen Kollegen so: „Es gibt sicher auch den einen oder anderen Schiedsrichter, für den diese Krise eher zu einer finanziellen Krise werden könnte.“

In Deutschland ist das anders. Dort kassieren FIFA-Referees wie etwa Felix Brych neben ihren Spielgebühren ein Grundgehalt von 80.000 Euro pro Saison. Für Bundesliga-Schiedsrichter, die nicht auf der internationalen Liste stehen, gibt es immerhin 60.000 Euro, selbst Zweitligareferees erhalten beim DFB 40.000 Euro.

Nicht nur Ausdauer

Trainiert werden muss in Österreich trotzdem. „Es gibt schon Trainer für uns, wir müssen gerade in diesen Zeiten aber viel in Eigenregie schaffen“, erzählt Lechner.

Wie wichtig das Training auch während der Pause ist, betont der regelmäßig zum Besten seiner Zunft gewählte Schiedsrichter: „Es geht nicht nur um die Ausdauer, sondern auch um Schnelligkeit und Reaktionsvermögen. Dazu muss auch die Körpersprache stimmen. Ich mache mir viele Gedanken über den Kommunikationsprozess.“

Oft reagieren Spieler, Trainer und Fans mehr auf die Art der Spielleitung, als auf die Entscheidungen an sich. Der 37-Jährige sagt: „Wenn ich in gewissen Situationen proaktiv agiere und nicht nur reagiere, störe ich das Spiel am wenigsten. Die Aufgabe hat sich hin zu einem Spielleiter entwickelt, der Konflikte moderieren und auch mal schlichten muss.“

Da es dabei auch Körperkontakt geben kann, warnt Lechner: „Es ist wichtig, dass die Schiedsrichterteams ausreichend und zeitgerecht vor den Geisterspielen auf Corona getestet werden.“

VAR-Start

Neben den Spielen und dem gemeinsamen Training sind zuletzt auch zwei Schulungen für den Job als Video-Schiedsrichter ausgefallen. Geplanter Start mit dem VAR in der Bundesliga ist mit Beginn der Meister- und Qualifikationsrunde im März 2021.

Ob dieser Termin durch die Corona-Krise wackelt? Aus Sicht der Bundesliga nicht. „Der Zeitplan bleibt aus unserer Sicht unverändert“, heißt es auf KURIER-Nachfrage.

„Die Schulungen haben noch vor der Coronakrise begonnen. Jetzt stellt sich die Frage, wie viel Zeit wir durch die Pause verlieren“, rechnet Lechner. „Um im März 2021 wie geplant mit dem VAR beginnen zu können, müssen die Schiedsrichter Spiele mit dem geplanten System absolvieren, um dafür auch rechtzeitig zugelassen zu werden."

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