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Sport Fußball
05/16/2021

Salzburgs Rekordmann Ulmer: "Und dann ist Hirscher gekommen"

Elf Meistertitel, acht Cup-Triumphe mit Salzburg. Kein heimischer Fußballer hat in Österreich mehr Trophäen gesammelt als Ulmer.

von Christoph Geiler

Als Jesse Marsch nach dem 2:0-Erfolg gegen Rapid kurz vor Mitternacht in die Kabine kam, hatte sich die Salzburger Feiergesellschaft schon aufgelöst. Die meisten Spieler waren bereits weitergezogen, einige waren noch unter der Dusche, nur der Kapitän saß noch in voller Montur da.

Andreas Ulmer setzte sich zu später Stunde auf den Ergometer und strampelte sich ab. Selbst in den Stunden des Triumphes ließ sich der Routinier nicht gehen, sondern pflegte seinen Körper.

Diese Szene beschreibt Andreas Ulmer besser als tausend Worte. Sie zeigt, warum der Salzburger Dauerläufer auch mit bald 36 Jahren noch kein Auslaufmodell ist. Und warum im vergangenen Jahrzehnt noch jeder Salzburg-Coach auf ihn gesetzt hat, ganz egal, ob er nun Co Adriaanse, Roger Schmidt oder Jesse Marsch hieß.

Der Oberösterreicher ist die Verlässlichkeit in Person und vom Salzburger Verein nicht wegzudenken. Unverwüstlich, unbeirrbar und offensichtlich auch unersetzbar: 491 Spiele bestritt der 35-Jährige seit 2009 im Trikot der Salzburger, in dieser Zeit wurde er elf Mal Meister und gewann acht Mal den Cup – kein anderer heimischer Fußballer hat auch nur annähernd so viele Trophäen gewonnen wie der besonnene Andreas Ulmer.

KURIER: Elf Meistertitel für einen Klub. Ist das ein Rekord für die Ewigkeit?

Andreas Ulmer: Solche Rekorde werden immer wieder gebrochen. Man hat sich zum Beispiel auch nie denken können, dass ein Skifahrer einmal acht Mal in Folge den Gesamtweltcup gewinnt – und dann ist der Marcel Hirscher gekommen und hat gezeigt, dass es doch geht. Oder wer hat geglaubt, dass Real Madrid mehrmals hintereinander die Champions League gewinnt, nachdem es zuvor nie eine Mannschaft geschafft hat?

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Aber es muss Sie doch stolz machen, dass Sie mit Ihren elf Meistertiteln vor österreichischen Fußball-Größen wie Robert Sara oder Herbert Prohaska liegen?

Wenn man sich das so anhört, klingt das natürlich toll. Ich bin eher so gestrickt, dass ich einfach gerne Fußball spiele und lieber in die Zukunft schaue und nicht auf solche Statistiken.

Lassen Sie uns trotzdem noch einmal in die Vergangenheit blicken: Sticht von den elf Meistertiteln einer heraus?

Jeder Titel hat seine eigene Geschichte und war auf irgendeine Art besonders. Ich kann da wirklich keinen rauspicken. Du freust dich, wenn du wie jetzt schon einige Runden vor Schluss Meister wirst. Natürlich wären die Emotionen wahrscheinlich noch höher, wenn die Entscheidung erst in der letzten Runde fällt. Eine ganz knappe Ausgangsposition, ein volles Stadion, du musst gewinnen – das wäre wunderbar zum Feiern.

Sie spielen seit 2009 für Salzburg. Wie oft haben Sie sich in dieser Zeit als Spieler neu erfinden müssen?

Schon das eine oder andere Mal. Nicht nur wegen der vielen personellen Veränderungen, die Red Bull Salzburg in diesen Jahren durchgemacht hat. Auch meine Rolle innerhalb der Mannschaft ist heute eine ganz andere als damals, als ich zu Salzburg gekommen bin. Es war für mich ein permanenter Lernprozess.

Bei Ihrem Klub gibt es jeden Sommer ein reges Kommen und Gehen. Nur Sie sind immer dageblieben. Warum?

Sicher wäre das Ausland reizvoll gewesen, aber es hat sich nie richtig ergeben. Die Möglichkeiten waren nicht so interessant, dass ich gesagt hätte: ,Das bietet mir jetzt wirklich mehr, als ich in Salzburg habe.‘ Und dazu waren die Ziele mit Red Bull Salzburg auch einfach zu groß: die Champions League, Titel gewinnen. Mir taugt es bei diesem Klub.

Sie werden bald 36. Wie lange wollen Sie weitermachen?

Viele sagen: ,Genieße die Zeit als Fußballer, das ist der schönste Beruf, den du haben kannst.‘ Das möchte ich auch machen. Ich will so lange wie möglich auf dem Fußballplatz stehen, und dafür investiere ich auch außerhalb des Trainings viel Zeit und schaue auf meinen Körper. Ich genieße es einfach, wenn ich in ein Stadion einlaufen kann und wenn ich die linke Seite bearbeiten darf.

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