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Rote Zahlen bei Rapid: Wie es dazu gekommen ist und was sich ändert

Rapid wird das Geschäftsjahr laut KURIER-Recherchen mit einem Minus abschließen. Dafür gibt es vier Gründe. Eine Folge daraus ist die veränderte Transferstrategie.
Volles Haus bei Rapid

Wenn Fußballer in voller Montur des neuen Ausrüsters durch eine Hotel-Lobby marschieren, steht das Mannschaftsfoto an. Die grünen Trikots von Mizuno sind bisher nur online vorzubestellen, aber in ausreichender Zahl in Freistadt eingelangt, um den Rapid-Kader zum Start des Trainingslagers zu fotografieren.

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Während das Trainerteam rund um Johannes Hoff Thorup die Erkenntnisse aus dem Testspiel-Doppelpack (2:2 gegen Pardubice, 0:0 gegen Rapid Bukarest) analysiert, ist auch die Mehrheit der Klubspitze nach Oberösterreich gereist.

So wie im Vorjahr steht im Mannschaftshotel eine Präsidiumskonferenz an.

Erinnerung an Arnautovic

2025 waren die Träume noch besonders groß, ebenso wie die Gehaltswünsche von Marko Arnautovic. In Freistadt fiel damals auch die Entscheidung, dem Wunsch von Manager-Bruder Danijel, bei der Vertragsgestaltung „kreativ zu werden“, nicht nachzukommen.

Heuer wirkt der Klub bodenständiger, vorsichtiger und stärker auf die gestiegenen Ausgaben achtend.

Mit 30. Juni ist das Geschäftsjahr zu Ende gegangen.

Noch werden die letzten Abrechnungen eingepreist, aber am Ende wird es ein ungewöhnliches Ergebnis geben: Zum ersten Mal seit vielen Jahren wird Rapid im Herbst laut KURIER-Recherchen ein negatives Jahresergebnis vorlegen.

Das passiert erst zum dritten Mal in 19 Jahren.

Finanztechnisch ist das kein großes Problem: Der Verein hat einen Puffer aufgebaut, der groß genug ist, um die Liquidität in der kommenden Saison jederzeit aufrechtzuerhalten. Auch in den Wintermonaten mit wenig Einnahmen wird genug Geld da sein.

Die Rapid-Fans im Stadion.

Die Rapid-Fans im Stadion. Gibt es Grund für Jubel?

Veränderte Transferstrategie 

Aber dennoch haben die roten Zahlen bei den Grünen schon etwas verändert, das vor allem Hoff Thorup spürt: Solange nicht zumindest ein Millionentransfer abgewickelt ist, wird es keinen teuren Einkauf geben.

Die WM schiebt das gesamte Transfergeschehen nach hinten.

Entscheidend ist, ab wann die vielen Millionen aus England in den Markt geblasen und dann weiterverteilt werden. Noch herrscht Ruhe vor dem Sturm, der aufgrund der unglaublichen Summen für Medienrechte an der Premier League fix kommen wird.

Das Sechser-Loch bleibt

Hoff Thorup muss sich darauf einstellen, ohne fitten und gelernten Sechser in die Ende Juli startende Saison zu gehen. Der Däne hat so einen Zugang zum Job, dass er sich öffentlich darüber nicht beschweren will.

SOCCER - BL, Rapid, training start

Eher bastelt er wieder am System, das eigentlich – mit Verspätung – zum reinen 4-3-3 hätte werden sollen.

Aktuell ist es eine Mischform zu einem offensiven 4-2-3-1, in dem zwei Zentrumsspieler für Absicherung vor der Viererkette sorgen sollen. Mit einem Duo wie gegen Pardubice (Schaub – Seidl) wird sich das im harten Liga-Alltag kaum ausgehen. Mit Amane – Bajlicz (wie gegen Bukarest) schon eher.

Zurück zum Geld – wie kann es in einem Jahr mit Rekordverkäufen und der Teilnahme an einer UEFA-Ligaphase zu einem negativen Jahresergebnis kommen?

FUSSBALL/BUNDESLIGA/ADMIRAL BUNDESLIGA/6. RUNDE/ FUSSBALL BUNDESLIGA: SK RAPID - WSG TIROL

Vier Gründe fürs Minus

1. Die späten Einkäufe Das Trio Gulliksen, Ndzie und Tilio war teuer, sehr teuer sogar, hat aber sportlich bislang wenig gebracht.

2. Der Trainerwechsel Jeder vorzeitige Tausch eines Cheftrainers ist teuer, das war auch beim Wechsel von Peter Stöger zu Hoff Thorup so.

Dazu kommt, dass Thomas Sageder bereits Cheftrainer beim LASK war, mehr als nur Assistent sein sollte und auch einen dementsprechenden Vertrag bekommen hat.

3. Die Ligaphase Nach dem Einzug in die Ligaphase aktualisierte Rapid das Budget, plante in Erinnerung an 2024 (13 Zähler) mit acht Punkten und dem Aufstieg in die Zwischenrunde.

Geworden ist es bekanntlich ein kümmerlicher Punkt – eine siebenstellige Differenz.

4. Der Derby-Eklat Wie vom KURIER berichtet, kosten die Folgen der Ausschreitungen beim 0:2 gegen die Austria im Februar den Verein – neben dem Imageschaden – eine Summe an der Millionengrenze.

Dazu kommt, befeuert durch wirtschaftlich schlechte Zeiten, das Killer-Argument „Solange ihr eure Fans nicht in den Griff bekommt ...“ Bestehende Partner lehnen Erhöhungen ab, interessierte Unternehmen warten mit Unterschriften, und in einem Fall ist wie berichtet ein fertiger Sponsor-Deal sogar geplatzt.

Die Kaderkosten werden wieder sinken 

All das zusammen ergibt ein nun so vorgegebenes vorsichtigeres Agieren am Transfermarkt.

Und einen klaren Blick nach vorne: Nach einem Jahr mit dem teuersten Kader der Vereinsgeschichte muss und wird der Kader für die gerade beginnende Saison schlussendlich weniger kosten.

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