Trainer Hoff Thorup: Große Ziele mit Rapid und drei Probleme am Feld
Johannes Hoff Thorup schwitzte bereits vor dem Anpfiff zur ersten Einheit auf dem Grün im Prater: Im Trainingszentrum war es außergewöhnlich heiß.
Wie jedes Jahr präsentierten sich die Rapidler optimistisch und mit der Hoffnung, besser als in der Vorsaison abzuschneiden. Es gab zuletzt nicht viel Konstanz, aber das hat in Hütteldorf mittlerweile Tradition.
Extra-Analyse nach der Saison
Der Trainer verbrachte fast die gesamte Pause in Österreich. Vor zwei Urlaubswochen mit Frau und Kindern in Salzburg und Tirol gab es in Wien noch eine volle Analysewoche mit dem Trainerteam im Trainingszentrum.
Das Rapid-Trainingszentrum
Als Folge benannte der Däne genau, welche drei Bereiche verbessert werden müssen.
Hoff Thorup nennt in dieser Reihenfolge: „Offensiver Output, Pressing, Standardsituationen.“
Höhere Fitness-Standards
Eine Voraussetzung dafür ist die verbesserte Fitness – bereits das Urlaubsprogramm war wesentlich umfangreicher. Wenn ein Spieler bei den Messungen nicht den "erhöhten Fitness-Standards" entspricht, bekommt er zusätzlich zum Mannschaftstraining Extra-Aufgaben.
Abseits des Rasens will der 37-Jährige noch mehr Teamgeist entwickeln. Mit seinem Trainerteam ist Hoff Thorup „sehr zufrieden, inhaltlich genauso wie mit der Atmosphäre.“
Das Ziel ist bewusst hoch angesetzt, wie der Mannschaft zur Begrüßung mitgeteilt wurde: „Wir wollen die Besten in Österreichs Liga werden.“
Zu wenig Leadership im Kader
Dafür muss aber auch noch ein Bereich verbessert werden, der seit Jahren bei der Kaderplanung zu wenig Beachtung findet. Hoff Thorup wird deutlich: „Andi Weimann hat uns speziell in der täglichen Trainingsarbeit sehr viel gegeben. Wir brauchen mehr Leadership und wohl ein bis zwei Typen dafür.“
Neben einer kurzfristigen Abhilfe am Transfermarkt glaubt der Däne, dass „Leadership“ im Verein selbst entwickelt werden könnte: „Die besten Leader der Welt sind nicht so geboren, sondern dazu geworden. Wir können auch selbst Leader formen. Wir werden dafür auch externe Expertise einholen.“
Der Coach hält sich weiter daran, Sportdirektor Markus Katzer öffentlich keine konkreten Transferwünsche auszurichten: „Ich arbeite immer mit dem Kader, der da ist.“
Dazu gehören aktuell sechs Rapid-II-Talente und der zurückgekehrte U-17-Vizeweltmeister Jozepovic.
Alle linken Verteidiger fehlten
Fest steht: Im defensiven Mittelfeld klafft weiter ein großes Loch.
Jenes links hinten ist nur ein vorübergehendes: Aus verschiedensten Gründen war von vier Kandidaten für den Linksverteidiger keiner beim Trainingsstart dabei: Horn und Böckle sind noch rekonvaleszent, Auer wurde im Urlaub krank und Allrounder Schöller hatte - wie alle Teamspieler - noch Urlaub.
Die zurückgekehrte Allzweckwaffe Oswald und Stürmer Haidara sprangen im ersten internen Testmatch jeweils links hinten ein.
Tonni Adamsen bei Rapid am Ball.
Besonders glücklich ist Hoff Thorup mit Landsmann Tonni Adamsen, der als routinierter Goalgetter helfen soll: „Gegen ihn zu spielen, hat immer geheißen, extra aufpassen zu müssen.“
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