Vier Vereine buchen für Europa, auf Rapid warten Überstunden
Es bleibt hart: Hedl muss mit Rapid ins Play-off
Nun ist also gebucht, wohin nach Europa die Reisen gehen. Doch halt – so ganz noch nicht.
Während kommende Saison vier Klubs fix im internationalen Geschäft verdienen können, steht der fünfte Teilnehmer noch nicht fest. Um ein Ticket am Last-Minute-Schalter stehen drei Mannschaften an.
Hier die Buchungscodes:
Champions League
Der LASK startet als Meister im Play-off, zumindest die Ligaphase der Europa League haben die Linzer garantiert.
Sturm darf sich über Platz zwei freuen und steigt in der 2. Quali-Runde ein. Übersteht man bei (maximal) drei Versuchen eine Runde, darf man zumindest Reisen in einer Liga-Phase planen.
Beim abschließenden 2:0 gegen Rapid manifestierte sich lange die Ursache, warum es mit dem Hattrick nichts wurde – die Grazer verfügen über eine ebenso schwache Stürmerreihe wie Rapid (als Team mit den wenigsten Treffern der Liga): Seedy Jatta war mit nur vier Treffern bester Angreifer.
Otar Kiteishvili, der als Mittelfeldspieler mit 15 Treffern sogar Torschützenkönig wird und auch gegen Rapid die meisten Angriffe antrieb, war allein zu wenig.
Noch einmal oben: Stefan Hierländer
Zumindest wurde es noch emotional, als Stefan Hierländer in der letzten Minute seiner Sturm-Karriere mit einem sehenswerten Freistoß zum 2:0 traf. „Das war ein emotionaler Abschied, er hat viel für den Verein getan“, sagt Trainer Fabio Ingolitsch.
Europa League
Die Salzburger Reise durch die Saison endete orientierungslos – mit einer Fehlbuchung landete Red Bull dennoch auf Rang drei. Dank der Niederlagen der Wiener Vereine wurde in der Europa League noch ein Zimmer frei, in der dritten Qualifikationsrunde hofft man auf ein gutes Angebot.
Mithilfe von Aston Villa (es geht um den Titel in der Europa League) könnte Salzburg sogar kampflos ins Play-off aufrücken. Dann wäre zumindest die Ligaphase in der Conference League sicher.
Ob sich das nach wie vor teuerste Team der Liga so viel Glück verdient hätte?
Wer der Reiseführer ist, steht noch nicht fest. Das finale 1:3 (0:2) gegen Hartberg war dermaßen erschütternd, dass Trainer Daniel Beichler nach nur drei Monaten wieder vor dem Aus steht.
Nicht nur, dass Red Bull erstmals nicht in den Top-2 landet – ein Punkt in den finalen vier Partien ist ein historischer Tiefpunkt.
Conference League
Obwohl die Wiener Austria gegen den LASK beim 0:3 chancenlos wirkte, war es doch gar nicht so ein schlimmer Tag. Denn die Veilchen buchten die Reise nach Europa. Zwar in keinem 5-Stern-Hotel, aber man darf fix in der 2. Qualifikationsrunde zur Conference League einsteigen. Da kann man schon zufrieden sein, wenigstens kommt man raus.
„Wir haben eine sehr ordentliche Saison gespielt und wieder einiges weitergebracht. Wir haben uns als Mannschaft und auch viele Spieler weiterentwickelt“, resümiert Trainer Stephan Helm.
Europacup-Play-off
Rapid offenbarte beim 0:2 in Graz erneut Schwächen hinten wie vorne.
Jedoch mussten die Wiener schon nach 22 Minuten auf Yusuf Demir verzichten, dessen Startelf-Debüt mit einer Disziplinlosigkeit endete: Der Spielmacher wurde von Schiedsrichter Lechner mit Rot des Feldes verwiesen. Demir hatte sich geärgert, weil der Schuh bei einem Foul von Koller kaputt gegangen war.
Demir warf besagten Schuh dann in Richtung des vierten Schiedsrichters Simsek.
Yusuf Demir kam, sah und flog vom Platz
„Das ist inakzeptabel“, stellt Trainer Johannes Hoff Thorup fest. „Wir mussten dann komplett unseren Plan umstellen. Die Spieler am Feld haben wirklich alles gegeben, gegen sie gibt es nichts zu sagen.“
Rapid muss ohne seinen undisziplinierten Heimkehrer Überstunden machen. Die Hütteldorfer sehen am Dienstag bei Ried – WAC, wer als Sieger dann ins Europacup-Play-off kommt.
Am Freitag wartet das Auswärtsspiel, am Pfingstmontag das Rückspiel in Hütteldorf.
Tormann Niklas Hedl, der viele Sturm-Chancen vereitelte, weiß am Ende einer katastrophalen Saison: „Das wird ein Charaktertest.“
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