Ivan (hinten) soll gegen Inter vorerst verteidigen.

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Sport Fußball
02/21/2019

Rapid gegen Inter ohne Vorbild für eine Sensation

Europa League: Rapid hat nach einem 0:1 zu Hause nie den Aufstieg geschafft. Gegen Inter wird vorerst verteidigt.

von Alexander Huber

Von Real Madrid über Dresden bis PAOK Saloniki. Die Geschichte der Aufholjagden von Rapid im Europacup ist lang und legendär. Immer wieder ist es gelungen, im Rückspiel einen Rückstand mit außergewöhnlichen Siegen noch in einen Aufstieg zu verwandeln.

Als Muster für eine Sensation im San Siro gelten die Erfolge der Vergangenheit aber nicht. Denn die großen Siege gelangen allesamt in Heimspielen. Ein 0:1 wie gegen Inter Mailand im Hinspiel konnte auswärts noch nie ausgebessert werden. „Dann wird es eh Zeit“, sagt der stets optimistische Tormann Richard Strebinger vor dem zweiten Duell mit dem Mailänder Großklub im Sechzehntelfinale der Europa League (21 Uhr, im KURIER.at-Liveticker). Trainer Didi Kühbauer meint: „Ich halte es immer schon so: Statistiken sind nicht so wichtig, außer, sie können verändert werden.“

Wie ein Wunder

Rein statistisch gesehen wäre der Einzug in das Achtelfinale ein Wunder: Noch nie schafften die Wiener gegen einen italienischen Klub den Aufstieg. Und nach insgesamt elf Heimniederlagen gelang auswärts nur ein einziges Mal die Wende: 2004 gegen Kasan, als in Hütteldorf sogar 0:2 verloren wurde. Das 3:0 in Russland mit einem überragenden Steffen Hofmann gilt deswegen in der Klubhistorie als „Wunder von Kasan“.

Den größten Unterschied zwischen Heimpleite und Auswärtssieg gab es 2016 beim Einzug in die Europa League. Der 4:0-Triumph gegen Trencin gelang freilich schon vor dem folgenlosen 0:2 in Hütteldorf.

Es gibt also kein direktes historisches Vorbild für den von 5000 mitgereisten Rapid-Fans erhofften Meilenstein im Meazza-Stadion. „Gegen Donezk waren wir nach dem 0:1 in Wien noch richtig knapp dran“, erinnert sich Stefan Schwab an das Play-off zur Champions League 2015. Der beim 2:2 in der Ukraine bis dahin bärenstarke Robert Beric köpfelte in der Schlussminute mit seiner letzten Aktion im Rapid-Dress freistehend daneben. Und Sekunden vor dem Aus traf Philipp Prosenik die Stange.

So offensiv wie damals gegen Donezk wird Rapid in Mailand allerdings nicht auftreten. Kühbauer stellt klar, dass das 5:2 gegen Hartberg nicht als Vorbild dienen kann: „Ich stehe nach wie vor zur Aufstellung und zur Ausrichtung beim 0:1. Es wird nicht viel anders sein als im Hinspiel. Wenn wir Inter zu viele Räume geben, wird das schlecht ausgehen. Das Wichtigste ist die Kompaktheit.“

Wie in Hütteldorf

Die Hütteldorfer sollen also wieder mit nur zwei bis drei reinen Offensivkräften massiv verteidigen – trotz des Siegzwangs? „Es ist ein schmaler Grat. Ändern muss sich das Verhalten nach Ballgewinn. Nicht nur steil nach vorne, sondern auch in den eigenen Reihen den Ball halten“, sagt Kühbauer. Und wenn in der zweiten Hälfte der Aufstieg noch machbar ist, soll es Impulse von der vorerst prominent besetzten Bank geben.

Verzichten muss der Trainer auf den von ihm besonders geschätzten Veton Berisha. Der Rackerer ist gesperrt, flog aber ebenso mit wie alle fitten Feldspieler, also auch der zuletzt auf der Tribüne platzierte Mateo Barac. „Die Spannung bleibt hoch. Die Spieler erfahren erst kurzfristig, wer im Kader ist“, erklärt Kühbauer.

Nicht an Bord war Ivan Mocinic, der erneut an Muskelbeschwerden leidet. Die geplante Leihe des Kroaten ist somit gescheitert, an ein Mannschaftstraining ist in den nächsten Wochen ebenfalls nicht zu denken.

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