Mario Sonnleitner mit vollem Einsatz gegen den LASK

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Sport Fußball
04/03/2019

Rapid beim LASK: Das Cup-Duell der Titellosen

Beim Semifinale heute Abend hat noch kein Spieler Titel für den eigenen Verein gewonnen. Letzte Chance in der Ära Krammer.

von Alexander Huber

Michael Krammer hat im November 2013 mit großen Ankündigungen und Zielen das Präsidentenamt bei Rapid übernommen. Manches wurde erreicht (Stadionneubau), manches nicht. Wie etwa der Sprung in die Top-50 der UEFA-Klubrangliste: Rapid hat sich seit 2013 von Rang 105 auf den derzeitigen 63. Platz verbessert, besser wird es heuer nicht mehr werden.

Was komplett fehlt, ist ein Titel. Nach dem Sturz in die Qualifikationsgruppe gibt es in der im November zu Ende gehenden Ära Krammer nur noch eine letzte Chance: Den Cupsieg.

Dafür müsste der zuletzt überragende LASK heute in Pasching (20.30 Uhr, ORFeins live) geschlagen werden und am 1. Mai das Finale im Austria-Stadion gewonnen werden. „Unsere Leistung muss gegen diesen LASK unglaublich gut sein, aber dazu sind wir im Stande. Wir nehmen den Kampf an“, sagt Trainer Didi Kühbauer, der 1995 beim letzten Cupsieg das Rapid-Dress getragen hat.

„Das war bis auf das Ergebnis ein Teufelsspiel“, erinnert sich der ab Donnerstag 48-Jährige an das 1:0 gegen Leoben im Prater. „Aber danach fragt später keiner mehr. Ich würde gegen den LASK einen Sieg mit Hängen und Würgen genauso nehmen.“

54 Jahre Wartezeit

Der LASK hat zuletzt 1965 den Cup gewonnen – und die Meisterschaft dazu. Es waren die ersten und bislang letzten Titel für die Linzer. Klar, dass im Kader von Erfolgstrainer Oliver Glasner kein Spieler für den LASK einen Titel gewonnen hat.

Dass es heute sogar ein Duell der Titellosen wird, ist bei den Hütteldorfer Ansprüchen aber doch erschreckend: Mit Steffen Hofmann hat der letzte Titelträger (vom Meisterjahr 2008) vergangenen Sommer seine

lange Karriere beendet. „Es ist seit dem Einstieg von Red Bull aber auch viel schwieriger geworden, in Österreich einen Titel zu holen“, meint Abwehrchef Mario Sonnleitner, der mit Sturm Graz 2010 den Cup gewonnen hatte, bevor er nach Hütteldorf wechselte. Neben Sonnleitners Pokalerfolg gibt es noch 17 weitere nationale Titel, die aktuelle Rapidler für andere Vereine gewonnen haben. Der einzige österreichische Meister heißt Thomas Murg (2013 mit der Austria). Der erfolgreichste Titelsammler im Kader ist Srdjan Grahovac mit vier nationalen Trophäen.

Zum Vergleich: Dauerbrenner Andreas Ulmer hält bei 14 Titeln, 13 davon holte der Verteidiger mit Salzburg.

Im LASK-Kader kann von insgesamt neun nationalen Titeln erzählt werden, ein Drittel geht davon auf das Konto von Emanuel Pogatetz (zwei Mal GAK und Kärnten).

Fifty-fifty?

In der Schweiz gilt Fredy Bickel als Titelsammler. Sechs Meisterschaften durfte der Rapid-Sportdirektor in seiner Heimat als Funktionär feiern. Er glaubt an die Titelchance in seiner Abschiedssaison bei den Grünen: „Wir sind 2019 nicht so schlecht unterwegs, wie manche meinen. Ich bin sicher, dass die Mannschaft ihren guten Charakter beweisen wird. Ich sehe die Chancen bei 50:50.“

Warum der heuer makellose LASK für Bickel nicht als Favorit gilt? „Für den LASK spricht, dass sie über die Liga schon fast fix im Europacup sind, während wir da unter Druck stehen. Aber für uns spricht, dass wir mehr Erfahrung mit Entscheidungsspielen haben.“

So sieht es auch der in unzähligen Duellen gestählte Sonnleitner: „Wir wissen mit Druck umzugehen und sind das gewohnt. Der Hunger auf den Titel muss riesig sein, dann schaffen wir das.“