Hände hoch, Rapid schießt scharf: Die Hütteldorfer feiern in der Europa League ein Fußballfest nach dem anderen. Jetzt soll es auch in der Liga wieder klappen

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Sport | Fußball
10/24/2015

Appetit auf den Derby-Leckerbissen

Rapid und Austria kommen am Sonntag mit viel Selbstvertrauen in den Wiener Prater.

Wäre das bevorstehende Derby ein kulinarisches Gericht, dann dürften die Fans schon jetzt mit den Zungen schnalzen. In der 315. Auflage treffen am Sonntag (16.30 Uhr) zwei vor Selbstvertrauen strotzende Teams aufeinander. Hier Rapid, das zuletzt im Europacup geglänzt hat, dort die Austria, die in der Liga drei Mal in Folge gewonnen hat, was ihr zwei Jahre lang nicht gelungen war. Die Statistik verspricht Tore, in den letzten acht Derbys gab es nie eine Nullnummer. 25.000 Karten waren gestern verkauft, davon nur 1000 für den Fansektor der Austria. Bei der Zuschauerzahl sollte jedenfalls ein Dreier voranstehen.

Rapid möchte den Schwung vom 3:2 gegen Pilsen mitnehmen und sich auch im Derby so gut präsentieren wie am Donnerstag. Sportdirektor Müller fordert „Leidenschaft. Es ist ein immens wichtiges Spiel, weil wir zuletzt in der Liga Punkte liegen gelassen haben.“ Dass auf den Europacup ein Derby folge, sei das Beste, was den Hütteldorfern widerfahren kann. „Weil die Antennen ausgefahren und die Sinne geschärft sind.“ Trainer Barisic will unbedingt gewinnen in seinem 100. Ligaspiel als Rapid-Coach. Er hofft nicht auf einen offenen Schlagabtausch, „weil das bedeuten würde, dass wir defensiv nicht gut stehen“. Die Austria ist für ihn bei Standardsituationen und im Umschaltspiel besonders gefährlich. „Dafür haben sie Spieler mit Schnelligkeit und den technischen Fähigkeiten.“

Gute Position

Austrias Goalgetter Gorgon hält Rapid für gefährlich, „weil sie in der Offensive gut besetzt sind und sehr variabel agieren“. Die Austria fühlt sich in Form, „die Tabellensituation ist gut für uns“, wie Trainer Fink erklärt. Mit einem Sieg könnte man Rapid auf fünf Punkte distanzieren. Das 2:5 im ersten Duell sei kein Thema mehr. Vielmehr verweist der Coach auf positive Statistiken wie 60 Prozent Ballbesitz im Schnitt oder 159 geschlagene Flanken total, dazu 134 Torschüsse. Allesamt Topwerte in der Bundesliga. Fink: „Ich war zu Beginn nicht euphorisch und sehe jetzt dafür vieles nicht negativ, wenn es viel Positives gibt. Wer von uns nur klare Siege erwartet, der ist einfach kein Realist.“

Fink muss auf Shikov verzichten, ihn ersetzt Windbichler in der Innenverteidigung. Barisic wird seine Spieler nach den Europacup-Strapazen beobachten und dann kurzfristig entscheiden.