Sechs Prognosen für ein irres Saisonfinale in der Bundesliga

Jubelnde Fußballspieler der Siegermannschaft und enttäuschte Spieler der Verlierermannschaft.
Was von dieser Bundesliga-Saison noch zu erwarten ist: Vom Grazer Stadt-Double über die doppelte Rapid-Chance bis zum zweifachen Linzer Kraftakt.

Nach zehn Jahren der Salzburger Dominanz steuert die Bundesliga auf ein ebenso unerwartetes wie dramatisches Finale zu. Der KURIER blickt auf die beiden letzten Runden und was noch alles passieren könnte.

Bei Salzburgs Tormann Alexander Schlager, der das ÖFB-Team als Nr. 1 zur EM geführt hat, zählt für die Endrunde leider nur noch das Prinzip Hoffnung.

Teamgoalie Alexander Schlager kann nicht mit der EM planen

Die Liste der verletzten Teamspieler wird immer länger. Nach Xaver Schlager erwischte es am Wochenende auch noch Namensvetter Alexander Schlager. Die Knieprobleme der Nr. 1 beim Aufwärmen in Hütteldorf (0:2) werden zu einem Problem für ÖFB-Teamchef Rangnick: Der Salzburg-Goalie musste noch am Montagabend von Kniespezialist Fink in Innsbruck operiert werden.

Ein Fußballspieler wird auf dem Rasen von zwei Sanitätern behandelt.

Red Bull kommunizierte vorerst nur das Saisonaus in der Liga – Ex-Köln-Goalie Horn übernimmt. Aber der in der EM-Quali so starke 28-Jährige droht auch die am 14. Juni beginnenden EM-Endrunde zu verpassen.

Sollte „nur“ der Meniskus beschädigt gewesen sein, könnte es noch Hoffnung auf ein Comeback während des Turniers geben. Üblicherweise folgen auf Knieverletzungen aber längere Pausen.

Patrick Pentz, der in Kopenhagen bei Bröndby wieder Spielpraxis und Selbstvertrauen fand, wäre der designierte Nachfolger als Nr. 1 im Nationalteam.

Sturm kann ein historisches Grazer Stadt-Double fixieren

Ein Sieg noch und Sturm ist fix Meister. Bereits am Sonntag in Linz gegen den LASK können die Grazer bei vier Punkten Vorsprung auf Salzburg das Double fixieren.

Es wäre nach dem Aufstieg des GAK aus der 2. Liga außerdem ein historisches Stadt-Double für Graz: Zwei Meister aus einer Stadt gab es in der 1974 gegründeten Bundesliga nur zwei Mal.

Doppelt gefeiert wurde 1975/’76 mit Austria-WAC als Meister und der Vienna in der 2. Division. Zehn Jahre später waren es wieder die beiden Wiener Vereine, die am Ende vorne lagen: Die Austria oben, die Vienna eine Liga darunter.

Der LASK kann aus eigener Kraft Zweiter werden

Im Trubel über die Sturm-Erfolge und das Salzburger Tief sollte nicht übersehen werden, dass der LASK aus eigener Kraft noch Zweiter werden kann. Sollten die Linzer zuerst gegen Sturm gewinnen und dann die Grazer mit einem Erfolg in Salzburg zum Meister machen, wäre der LASK fix Zweiter – selbst, wenn die strauchelnden Bullen in Runde 31 in Hartberg gewinnen würden.

Das liegt am Sternchen beim LASK in der Tabelle, das seit der Punktehalbierung Vorrang bei Punktegleichheit garantiert.

Für Salzburg wäre das die totale Blamage in einer titellosen Saison: Erstmals seit 2011 dürfte das Red-Bull-Team nicht einmal in der Quali zur Champions League, sondern nur in jener zur Europa League starten.

Rapid kann in Klagenfurt verlieren und Platz 4 bleibt in Griffweite

So wie beim LASK findet sich auch bei Rapid in der Tabelle ein Sternchen. Das könnte im Rennen um den heuer im Europacup aufgewerteten vierten Platz (Einstieg in der Quali zur Europa League) entscheiden: Rapid kann sich nach dem 2:0 gegen Salzburg sogar eine Pleite am Sonntag in Klagenfurt erlauben und hätte weiter alles in eigener Hand. Ein Heimsieg gegen Hartberg würde jedenfalls reichen.

Um den Kampf um Platz 4 vorzeitig zu entscheiden, müsste Rapid gewinnen und Hartberg im Parallelspiel gegen Salzburg verlieren.

BW Linz kann noch aus eigener Kraft in den Europacup kommen

Auch heuer spielt der Aufsteiger eine erfolgreiche Saison: BW Linz kann noch aus eigener Kraft über die Qualigruppe den Europacup erreichen. Mit Siegen in Lustenau und danach gegen die Austria wäre mindestens einer aus dem Führungsduo Austria – WAC überholt.

Danach folgt das dreiteilige Play-off um den letzten Europacup-Platz.

Lustenau kann am Ende an Altach vorbeiziehen

Statistisch gesehen ist die Sache eindeutig: Lustenau ist seit über einem halben Jahr in der Tabelle abgeschlagen. Konkurrent Altach wäre laut Expected-Goals-Tabelle (berechnet anhand der Chancen die Tor-Wahrscheinlichkeit) hingegen ein Mittelständler. Aber nach so vielen vergebenen Chancen wird das letzte fehlende Pünktchen für die Altacher zur Kopfsache.

Wenn Lustenau am Samstag BW Linz besiegt und Altach im Parallelspiel bei der WSG verliert, kommt es zum großen Showdown: Lustenau könnte in Altach den Rivalen mit einem Sieg im Derby noch in die 2. Liga befördern.

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