Die Generali Arena wird am 1. Mai leer bleiben. 

© Kurier/Gilbert Novy

Sport Fußball
04/09/2019

Pro & Contra: Ist es richtig, das Cupfinale zu verlegen?

Salzburg gegen Rapid wollen mehr Menschen sehen oder wieder einmal vorsorglich in die Knie gegangen?

von Bernhard Hanisch, Günther Pavlovics

PRO:

Es war ein  Akt ausgeprägter Blauäugigkeit, ein Cupfinale im Klub-Stadion einer Stadt austragen zu lassen, in der die Konkurrenz zwischen Violett und Grün in regelmäßigen Abständen der ausgelebte Wahnsinn ist. Dennoch, für vier Jahre hat sich der ÖFB vertraglich mit der Austria  geeinigt, das Endspiel am Verteilerkreis festzunageln.

Es hagelte Proteste. Voraussehbar.

Nicht davor in die Knie sinken? Das Argument zählt zwar, aber warum nicht gleich vermeiden, und einen Ort wählen, der ein schönes Stadion besitzt, obwohl dort der österreichische Spitzenfußball lediglich bloße Erinnerung ist. Klagenfurt, im Abseits gelegen, ist unverdächtig, neutral und muss dann und wann ohnehin beweisen, kein EM-Museum zu sein.

Und wenn der Cup - wie vom ÖFB gewünscht - einen höheren Stellenwert bekommen soll, dann müsste dies mit Flexibilität auch in die Tat umgesetzt werden. Indem man im konkreten Fall mehr Zuschauern ein Besuchsrecht einräumt. Salzburg gegen Rapid wollen mehr Menschen  sehen, als maximal 17.000.

Der Wahnsinn? Das bleibt ein gesellschaftliches Problem und kann sicherlich nicht damit gelöst werden, stur auf dem Austragungsort eines Cupfinales zu beharren.

CONTRA: 

Und wieder einmal geht der österreichische Fußball vorsorglich in die Knie. Diesmal nicht die Liga, sondern der ÖFB, der eigentlich etwas Kontinuität in den Cup-Bewerb bringen wollte.

Da drohen Fans am Verteilerkreis, die Salzburger Fans panieren zu wollen, wenn sie beim Cupfinale in ihren Fan-Sektor kommen sollten. Da fürchtet man, dass Fans aus dem Westen sich im Stadion des Erzrivalen nicht benehmen werden. Und sich dem in der Bundesliga beliebten Spiel der gegenseitigen Stadionverwüstung widmen werden.

Dabei sind in die neuen Stadien von Rapid und Austria je rund 20 Millionen Euro Steuergelder in Form von Förderungen geflossen. Dafür lässt Rapid niemand anderen ins Stadion. Dafür laufen Teile des Austria-Anhangs Amok, nur weil die Führung punkto Stadion aufgeschlossener ist. Vielleicht wollen jene  auch nächstes Jahr die Fans beim Champions-League-Finale im Frauenfußball zu Schnitzel machen. Und vielleicht kann 2020 die Polizei die Sicherheit bei diesem Spiel am Verteilerkreis garantieren.  

Beim Cupfinale hatte man Sicherheitsbedenken. "Der Ball liegt nun beim ÖFB", sagte ein Sprecher noch vor der Entscheidung.

 Es war die Aufforderung zum Kniefall.