Sport | Fußball
06.09.2018

Österreich feiert 2:0-Sieg im Testspiel gegen Schweden

Dank eines Traumtores von Alaba und eines kuriosen Eigentores siegt die Foda-Elf im letzten Test vor der Nations League.

Es ist so eine Sache, mit Testspielen, die – wie der Name schon vermuten lässt – zum Probieren da sind. Und man muss nach Gründen suchen, warum sich das Publikum scheinbar schwer motivieren lässt, die gewohnte Heimstätte zu verlassen, um in einem kleineren, aber schmucken, dem Anlass angepassten Stadion das Nationalteam zu sehen. Nur 11.000 kamen an den Verteilerkreis, befüllten die Generali-Arena der Wiener Austria spärlich. Die Wahl der Spielstätte als Grund zur Verweigerung des Matchbesuchs? Zu lächerlich klingt eine solche Vermutung.

Das treue Publikum sah, wie Österreichs Teamchef Franco Foda gegen die Schweden auf die Formel 3-4-2-1 setzte mit Alaba und Arnautovic als Flügelzange auf der linken Seite und Burgstaller als Spitze. Mit links ging Österreich auch in Führung, eine Alaba-Flanke faustete Schweden-Goalie Nordfeldt auf den von Burgstaller bedrängten Helander, der zum 1:0 für Österreich traf (11.).

Schweden-Trainer Janne Andersson steckte sein Aufgebot zunächst in den zweiten Anzug. Nur zwei Spieler (Krafth und Thelin) stammten aus jener Elf, die sich gegen England im Viertelfinale sehr ehrenvoll aus dem WM-Turnier verabschiedet hatte. Von Schweden drohte auf dem Feld wenig Gefahr, Lindner hatte vor der Pause nur bei zwei Fernschüssen seine Hände im Spiel.

Festgelaufen

Den Österreichern fehlte beim erhofften Umschalten in die Offensive öfters die gewünschte Geschwindigkeit, wobei sich die zumindest kompakt auftretenden Schweden beim freundschaftlichen Tanz als undankbarer Partner erwiesen. Auf der Suche nach Lücken im engmaschigen schwedischen Defensivkorsett wurde man nämlich nur selten wirklich fündig.

Flüssig vorgetragene Kombinationen stockten meist vor des Gegners Strafraum. Alaba versuchte es einmal aus der Ferne, allerdings ohne Nachdruck. So endete die erste Halbzeit mit einem 1:0. Nicht unverdient zwar, aber doch in die Rubrik Zufallsprodukt einzuordnen. Und so blieb vorerst vor allem der auf’s Feld stürmende Flitzer in Erinnerung, der im Laufschritt kläglich daran scheiterte, seine mutmaßlich türkische Fahne zur Entfaltung zu bringen.

Freigespielt

Mehr Zielstrebigkeit war nach dem Wechsel zu bemerken. Zunächst durfte wieder Lindner seine ganze Torhüter-Kunst aufbieten, als er einen Schuss von Rohden parierte. Temporeiche Angriffe führten auch bei den Österreichern zu Chancen, doch den Schüssen von Zulj und Schöpf fehlte es an Präzision. Nicht so dem punktgenauen Versuch von Österreichs Auffälligsten neben Lindner, David Alaba, der ins lange Eck zum 2:0 traf (64.). Arnautovic leistete mit einem energischen Durchbruch über links die Vorarbeit.

Am Dienstag wird sich Fodas Mannschaft zum Auftakt in der Nations League steigern müssen, um in Zenica gegen Bosnien-Herzegowina keine Überraschung zu erleben. Das sollte gelingen, denn immerhin wurde die Generalprobe letztlich ungefährdet gewonnen, die gleichzeitig eine Premiere in der Generali Arena war.

FUSSBALL ÖFB-LÄNDERSPIEL: ÖSTERREICH - SCHWEDEN

Kulisse für Foda "enttäuschend"

Franco Foda (ÖFB-Teamchef): "In der ersten Hälfte war ich nur bedingt zufrieden. Wir waren in der Defensive sehr stabil, haben wenig zugelassen. Wir hätten aber schneller aus der Defensive spielen müssen. Das haben wir in der zweiten Hälfte dann besser gemacht. Es haben einige Dinge gut funktioniert, es gibt im Fußball aber immer Dinge, die man besser machen kann, und daran werden wir in den nächsten Tagen arbeiten." Zur Kulisse von nur 11.100 Zuschauern meinte Foda: "Enttäuschend, die Mannschaft hätte viel mehr verdient. Wenn man erfolgreich sein will, dann müssen Publikum und Mannschaft miteinander funktionieren. Ich hoffe, dass wir beim nächsten Heimspiel besser unterstützt werden."

David Alaba (ÖFB-Ersatzkapitän und Torschütze zum 2:0): "Wir haben uns viel vorgenommen und wollten das Spiel gewinnen. Das ist uns im Großen und Ganzen gut gelungen. Wir haben viele Sachen ganz gut gemacht, wir müssen aber auch noch viele Sachen besser machen. Es ist sicher noch Luft nach oben."

Marko Arnautovic (ÖFB-Teamstürmer): "Ich denke, jeder redet von Freundschaftsspiel, wir haben das seriös angenommen und souverän gewonnen. Wir können zufrieden sein mit dem Ergebnis, vielleicht hätte es höher ausgehen können. Wir können jetzt mit einem guten Gefühl nach Bosnien fliegen. In der ersten Hälfte hat uns Schweden zugestellt, da haben wir uns schwergetan. In der zweiten Hälfte haben sie aufgemacht, und wir sind zu unseren Chancen gekommen."

Heinz Lindner (ÖFB-Tormann): "Wir stehen kompakt und setzen die taktischen Vorgaben gut um. Kompliment an die Mannschaft, wir lassen dem Gegner wenig Räume, so soll es sein."

Martin Hinteregger (ÖFB-Innenverteidiger): "Wir haben überhaupt nichts zugelassen. Es war eine sehr gute Partie von uns - in der Defensive und auch in der Offensive."