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Analyse
11/16/2021

Pro und Contra: Schafft es das ÖFB-Team mit Franco Foda zur WM?

Österreich geht mit Franco Foda als Teamchef in die WM-Play-offs im März. Die Bilanz des Deutschen ist durchwachsen, die möglichen Gegner stehen fest.

von Alexander Strecha, Andreas Heidenreich

Österreichs Nationalteam hat das Länderspiel-Jahr erstmals seit 2016 nicht mit einer grundsätzlich positiven Bilanz abgeschlossen. Nach dem 4:1-Erfolg in Klagenfurt gegen die Republik Moldau stehen für die Auswahl von Teamchef Franco Foda sieben Siege, zwei Remis und sieben Niederlagen zu Buche. Das Torverhältnis lautet 24:23. In den vergangenen zehn Jahren gab es ansonsten nur ein Jahr ohne positive Länderspiel-Bilanz (2016).

Teamchef Franco Foda hat zumindest bis März die Rückendeckung von ÖFB-Präsident Gerhard Milletich, wird das Team in den WM-Play-offs dirigieren. Gelingt die Teilnahme an der Endrunde, verlängert sich Fodas Vertrag automatisch. Was spricht für eine WM in Katar mit österreichischer Beteiligung? Was dafür, dass man die Play-offs doch in den Sand setzen könnte?

Teams: Zwölf Teilnehmer an den Play-offs spielen um die drei restlichen WM-Tickets für Europa. Das sind: ÖSTERREICH, Schottland, Russland, Nordmazedonien, Portugal, Schweden, Polen, Italien, Wales, Tschechien, Ukraine, Türkei 

Auslosung: Das Play-off-Turnier wird am 26. November ausgelost. Die sechs besten Gruppenzweiten sind in Lostopf 1 gesetzt: Portugal, Schottland, Russland, Italien, Schweden, Wales. Österreich ist wie Polen, Tschechien, Nordmazedonien, Ukraine und die Türkei ungesetzt, spielt das Halbfinale auswärts. Das Heimrecht beim Finale wird gelost.

PRO

  • Bestbesetzung

„Wenn im März wieder alle fit sind, dann ist viel möglich“, hofft Foda auf eine Genesung der verletzten Xaver Schlager, Sasa Kalajdzic, Stefan Lainer, Konrad Laimer, Valentino Lazaro, Christoph Baumgartner oder Julian Baumgartlinger. Allerdings, wenn Spieler fit werden können, sind auch neuerliche Verletzungen aufgrund des dichten Terminplans möglich. Ob es Sinn macht, sich auf die Fitness aller zu verlassen?

Eine Gelbsperre konnten die Österreicher verhindern. Hinteregger holte sich diese bereits am Freitag für die Partie gegen Moldau ab, die gefährdeten Grillitsch, Dragovic, Sabitzer und Trimmel konnten eine weitere Verwarnung vermeiden.

  • Klarheit

Die Diskussionen rund um Teamchef Foda sind zumindest für die nächsten Monate auf die Seite geschoben, es herrscht nun Klarheit in der Teamcheffrage, nachdem Präsident Milletich den Deutschen im Amt bestätigt hat. „Für mich persönlich sind die Diskussionen kein Problem“, so Foda, „die gehören zum Fußballgeschäft dazu. Aber im Fußball ist Klarheit für die Ruhe im Innenleben einer Mannschaft schon gut“.

CONTRA

  • Statistik

Man sollte sich durch die reinen Zahlen nicht täuschen lassen. Denn in all den Spielen unter Franco Foda gelangen nur drei Siege gegen Nationen, die in der Weltrangliste besser klassiert waren – in den Tests gegen Uruguay (2:1), dann im Sommer 2018 gegen Deutschland (2:1) und im September des gleichen Jahres gegen Schweden (2:0), das dabei allerdings sämtliche Stars geschont hat.

In der eben abgeschlossenen Qualifikation rangierte man letztlich hinter Teams wie Schottland und Israel. In den Play-offs warten entweder bessere Gegner, oder Nationen, die mit Österreich auf Augenhöhe sind. Bleibt zu hoffen, dass sich das Team mit der Schwierigkeit der Aufgabe steigert. Ohne Trendumkehr wird die Weltmeisterschaft wieder zum Fernseh-Vergnügen – wie übrigens jede seit dem Turnier 1998 in Frankreich.

  • Lange Pause

Kaum hat man in den finalen zwei Quali-Spielen auch spielerisch zueinander gefunden, stellt der Winter diese Harmonie ins Abseits. „Jetzt sehen wir uns vier Monate nicht“, meinte ein trauriger Marko Arnautovic, der das Gefühl hat, „dass sich alles wieder ins Positive dreht“.

  • Play-off-Gegner

Die jüngsten Ergebnisse entsprechen nicht unbedingt den Wünschen aus österreichischer Sicht. Durch die Niederlage gegen Serbien wurde etwa das Starensemble Portugals zum möglichen Gegner. Auch Europameister Italien rutschte durch das 0:0 in Belfast gegen Nordirland in die Liste der möglichen Kontrahenten um ein WM-Ticket. Auch Russland, Polen mit Stürmerstar Lewandowski oder Schweden, das erst am Sonntag gegen Spanien gute Figur machte, sind aktuell vermutlich über das ÖFB-Team zu stellen.

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