Warum die Vielseitigen im ÖFB-Team Saison haben
Der eine spielt mit Hoffenheim um einen Platz in der Champions League, der andere mit Bremen gegen den Abstieg. Doch Alexander Prass und Romano Schmid verbinden auch einige Parallelen. Beide spielen für Österreich, werden bei der WM im Sommer wohl mit von der Partie sein und beide Deutschland-Legionäre bestechen mit ihrer Vielseitigkeit.
Immer wieder kommen sie bei ihren Klubs auf verschiedenen Positionen zum Einsatz. Mehr Fluch, weil man nicht dauerhaft auf seiner Lieblingsposition spielen kann, oder doch mehr Segen weil man für einen Trainer unverzichtbar wird?
Prass spielt in Hoffenheim offensiver als im Nationalteam, wo er vorwiegend als linker Verteidiger agiert. Der 24-Jährige übt sich in Diplomatie. „Ich sehe meine Rolle dort, wo es der Teamchef für mich vorsieht. Die Entscheidung wird angenommen.“ Die Umstellungen sind für ihn kein Problem. „Ich bin es gewöhnt, mich schnell anzupassen, weil ich auch beim Verein immer wieder verschiedene Positionen oder Varianten spiele. In wenigen Trainings stelle ich mich dann darauf ein.“ So auch beim Team vor dem Spiel gegen Ghana.
Prass, der laut eigenen Angaben aktuell die beste Phase seiner Auslandskarriere erlebt, sieht in der Positionierung unter Rangnick als linker Verteidiger auch Positives. „Ich habe spielerisch gute Lösungen und einen Offensivdrang, der dann der Mannschaft zugutekommen kann. Das macht mich schon ein Stück weit wichtig.“
Mehr Facetten
Das Spiel wird für einen Vielseitigen wie ihn auch facettenreicher und interessanter. „Es hat alles Vor- und Nachteile. Die meisten Trainer sind wahrscheinlich eher froh über einen Spieler, der nicht nur auf einer Position spielen kann.“
Romano Schmid wiederum ist im Nationalteam ein fixer Bestandteil auf der rechten offensiven Position. Dabei fühlt er sich eigentlich im Zentrum wohler. „Meine beste Position ist irgendwo zwischen 8 und 10, mit Offensivdrang. Im Team spielen wir eher mit drei Zehnern, da bin ich fast immer rechts vorne zum Einsatz gekommen.“ Seine Stammposition unter Ralf Rangnick.
Große Herausforderung
Bei Bremen ist in dieser Saison alles anders und viel flexibler. Wenn es nicht läuft, wird in der Not gerne experimentiert. „In dieser Saison ist es ein wenig wilder, da habe ich schon am Flügel links und rechts oder auch Stürmer gespielt. Ich kann schon einiges spielen und muss dann eben springen“, so Schmid. Er gibt auch zu: „Manchmal ist das schon anstrengend. Aber ich spiele auch Fußball, um solche Herausforderungen anzunehmen.“
Aufgrund des stressigen Alltags bei Bremen hatte Schmid noch gar keine Zeit und Muße, allzu viele Gedanken an die kommende WM zu verschwenden. Das wird ohnehin spätestens Anfang Juni von allein geschehen, wenn dann der Fokus nur dem Turnier gilt. „Seit drei, vier Jahren habe ich unter Teamchef Rangnick ordentliche bis gute Leistungen gebracht und bin stolz dabei zu sein.“ Da tut es gut, wenn man für kurze Zeit vom Alltag fliehen kann und mit dem Team Erfolgserlebnisse feiert.
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