ÖFB-Kicker hautnah: Spieler und Fans waren auf Du und Du
Wie gut, dass Österreich 2008 die EURO ausgerichtet hat. Deshalb gibt es die verlängerte U2-Linie, die bis in die Seestadt Aspern fährt. Dort wiederum steht der Campus des ÖFB (Seite 26), wo derzeit Österreichs Nationalteam residiert und am Samstag zu einem öffentlichen Training lud. Und die meisten der 1.000 Fans fuhren eben mit dieser U2 an den Stadtrand von Wien, um sich Autogramme von und Fotos mit ihren Stars zu holen.
Am Tag nach dem 5:1 über Ghana gaben sich die Kicker von Teamchef Ralf Rangnick volksnah und trotzten dabei den niedrigen Temperaturen und dem latent wehenden Wind. Dick eingepackt schnappten sie sich Stifte und schritten zum Werk, unterzeichneten Bälle, Trikots, Schals und Kappen. Patrick Pentz und Nicolas Seiwald hatten ihren Spaß, als sie gemeinsam für diverse Selfies posierten und dabei Grimassen schnitten.
Stimmiges Bild
Ganz oben auf der Tribüne stand seelenruhig ÖFB-Boss Josef Pröll und hatte seine Freude mit dem Bild, das sich ihm unten präsentierte. „Das zeigt, dass die Nationalmannschaft mit den Erfolgen ein Magnet ist. Und dass der neue Campus dafür auch die richtige Bühne abgibt. Er boomt und ist gut gebucht, die Spieler und Betreuer fühlen sich hier wohl.“
Diese Nähe zu den Fans ist dem ÖFB-Boss ein persönliches Anliegen. „Vielleicht ist das auch der Unterschied zum Klubfußball, wo oftmals die Zeit dafür nicht bleibt. Ich halte es für einen Schlüssel in Zukunft, diese Nähe nicht nur zu reden, sondern auch zu leben.“
Den Sieg über Ghana sieht Pröll als den richtigen „Booster“ zum richtigen Zeitpunkt. „Es war auch schön zu sehen, dass unsere neuen Spieler, die sich für Österreich entschieden haben, so performen. So etwas braucht man, noch dazu vor 40.000 Zuschauer im Stadion.“ Daran ließe sich schon eine steigende Euphorie erkennen. „Es läuft so, wie ich mir das vorstelle.“
Inspiration geben
Torhüter Alexander Schlager stand einem Mädchen sogar für ein Interview zur Verfügung und hatte dabei sichtlich seinen Spaß. „Ich finde es wunderschön, weil solche Events für mich als Kind auch das Größte waren. Ich war damals auch so, leider nie bei einem Länderspiel, dafür hat mich mein Papa oft zu den Spielen von Salzburg mitgenommen.“
Jetzt möchte er als Vorbild der nächsten Generation etwas mitgeben. „Das ist auch ein Grund, warum man es tut. Es ist schön zu sehen, wie euphorisch die Kinder sind. Für uns ist es wichtig diese Nähe zu schaffen, und es sind auch alle Spieler immer wieder happy, wenn so etwas zustande kommt.“ Den neuen Campus lobt Schlager in den höchsten Tönen.„Er ist perfekt, wir haben hier alle Möglichkeiten.“
Genauso sieht es Nicolas Seiwald, der gegen Ghana sein erstes Tor im Team erzielte. „Wir finden hier super Bedingungen vor. Die Zimmer sind cool, die Anlage schön, das Essen gut und die Plätze zum Trainieren sind traumhaft.“ Der Campus, ein einziges Wunschkonzert. Seiwald, mittlerweile Legionär und gestandener Nationalteamspieler, war bei den jungen Fans begehrt.
„Es ist ein super Gefühl, wenn man so viele Kinder hier sieht. Ich hoffe, dass ich ein Vorbild sein kann. Für mich als Kind waren die Spieler damals auch eine Inspiration.“ Wie ein David Alaba oder Marko Arnautovic. „Ich bin ja jünger und habe damals zu ihnen aufgeschaut.“
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