Ja zu A: Kalajdzic sagte trotz der Abwerbeversuche der Serben zu. 

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Sport | Fußball
05/20/2019

ÖFB-Entscheidung: Mit Sasa Kalajdzic zur U-21-EM

Admiras Transferaktie sagte U-21-Teamchef Werner Gregoritsch die Teilnahme an der EM in Italien zu.

Die Admira hat im Winter hoch gepokert – und gewonnen. Sasa Kalajdzic (im Herbst gerade einmal 60 Minuten im Einsatz) wurde nicht um 1,5 Millionen Euro Ablöse an Rapid verkauft und hat die Südstädter dann zum Klassenerhalt geschossen.

Sportdirektor Bickel hätte übrigens den 1,5-Millionen-Deal unterschrieben, wurde aber von den anderen Rapid-Entscheidungsträgern gestoppt – wegen der (zu) hohen Bonuszahlungen. Die damals heftigen Diskussionen waren der Anfang vom Ende des Schweizers, der heute an Zoran Barisic übergibt.

Der Kalajdzic-Treffer zum 3:1 gegen Innsbruck beim 3:2 war die Krönung eines Frühjahrs mit sieben Toren und vier Assists. Der Wiener ist als bester Spieler der Qualifikationsgruppe nicht nur in England und Deutschland begehrt, sondern auch bei Serbiens Verband. Aufgrund seiner Vorfahren könnte Kalajdzic für Serbien stürmen, so lange keine Minute in Österreichs A-Team gespielt wurde. Teamchef Foda hat zuletzt nicht so geklungen, als würde er dem Zwei-Meter-Mann im Juni einen Einsatz gegen Slowenien oder Nordmazedonien zutrauen. Umso wichtiger war, dass andere im ÖFB aktiv wurden.

U-21-Teamchef Werner Gregoritsch verrät gegenüber dem KURIER, dass er mit Kalajdzic über eine Einberufung für die U-21-EM gesprochen hat: „Sasa betont, dass es ihm eine Ehre ist, dabei zu sein. Er ist ein liebenswerter Bursch, der sich zu einem absoluten Unterschied-Spieler entwickelt hat. Sasa selbst sieht sich erst bei 70 Prozent – da wäre ich dumm, wenn ich ihn nicht einberufe.“

ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel bestätigt: „Wir haben beide mit Kalajdzic gesprochen, der Inhalt seiner Aussagen war ident. Deswegen gehen wir davon aus, bei der U-21-EM mit Kalajdzic planen zu können.“

Als erste Stürmer-Alternative im 4-2-3-1 von Gregoritsch gilt in Italien Marko Kvasina von Mattersburg.

Transferaktie

Auf Kalajdzic wartet zum EM-Auftakt ausgerechnet Serbien. Beim ÖFB wird damit gerechnet, dass am 17. Juni in Triest Luka Jovic als Gegner einläuft – der Goalgetter der Frankfurter, der um rund 60 Millionen Euro zu Real Madrid wechseln soll.

Und nach der EM? Rapid will Kalajdzic weiterhin davon überzeugen, dass ihm zumindest noch ein Jahr in Hütteldorf guttun würde. Seine Berater meinen eher, dass er nicht nur körperlich, sondern mittlerweile auch durch seine Leistungen Österreichs Bundesliga entwachsen ist.