Championship - Brentford v Barnsley

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Sport Fußball
11/24/2021

Gerhard Struber: "Ungeimpfte hätten es in der MLS sehr schwer"

Der Trainer der New York Red Bulls über das Play-off-Aus, sein Leben in Amerika und den Umgang mit der Corona-Impfung.

von Andreas Heidenreich

"Ich habe gerade meine Booster-Impfung erhalten vor einer halben Stunde. Falls ich also gleich wegkippe, ist es eine Impfreaktion", scherzt Gerhard Struber, als er das Gespräch mit dem KURIER beginnt. 

Der 44-Jährige führte die New York Red Bulls in seiner ersten Saison als Trainer in den USA in die Play-offs der Major League Soccer, wo am Samstag gegen Philadelphia Union in der Verlängerung das Aus kam.

Vor seinem Heimaturlaub, den er in den nächsten Tagen antreten wird, sprach der Salzburger über...

  • ... das Play-off-Aus:

Es hat massiv weh getan, ist aber mittlerweile verdaut. Wir haben alles investiert, am Ende brauchst du aber auch ein wenig Glück um auswärts gegen so einen Gegner wie Philadelphia weiterzukommen. Der Glücklichere waren wir nicht, aber ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und sehr zuversichtlich für die Zukunft. 

  • ... das Play-off Format in dieser MLS-Saison mit nur einem Spiel pro Runde:

Es ist der Pandemie geschuldet, dass man heuer kein Hin- und Rückspiel hat und natürlich wäre es anders fairer. Wir haben es uns aber selbst zuzuschreiben, weil unser siebenter Platz in der Eastern Conference im Grunddurchgang nicht dazu gereicht hat, dass wir Heimrecht hatten. Andererseits haben wir uns einiges ausgerechnet, weil wir im Grunddurchgang mit fünf Siegen das zweitstärkste Auswärtsteam waren. 

  • ... sein Leben in Übersee ohne Familie, die in Österreich geblieben ist:

Der Plan war ursprünglich, dass meine Frau und die beiden Kinder mitkommen. Meine Familie war in den Sommerferien auch eineinhalb Monate hier, da haben wir allerdings feststellen müssen, dass das Leben hier so ein anderes ist, dass wir uns dazu entschieden haben, dass sie in Österreich bleiben und auch mein Sohn dort zur Schule geht. Diese Situation ist eine Challenge und sicher keine Dauerlösung. 

MLS: New York Red Bulls at New York City FC
  • ... Überraschungseffekte aus der Major League Soccer:

Einer war, dass das Niveau richtig hoch ist. Ein anderer, dass es bezüglich der Atmosphäre in den Stadien richtig abgeht. Wir hatten bei den letzten Auswärtsspielen immer volles Haus, ganz egal ob in Washington, Nashville oder Philadelphia. Es macht richtig Spaß, mit welcher Power der Fußball in den USA gelebt wird. Überraschend war auch, wie viele internationale Trainer hier arbeiten mit richtig viel Erfahrung, das sieht man auch an der taktischen Herangehensweise.

  • ... die sportliche Entwicklung seines Teams:

Wir hatten eine Vorbereitung, die von Covid geprägt war und nur ein einziges Testspiel. Wir haben viele neue Spieler integriert, Jungs aus verschiedensten Kulturen, die zeitweise die Intensität unseres Spiels noch nicht mittragen konnten und sich verletzt haben. Nach dem Tief im Sommer mit sieben Spielen ohne Sieg haben wir uns massiv zusammengerauft und einen tollen Spirit entwickelt. Mit der Zeit hat die Mannschaft meinen Stil verinnerlicht vom sehr intensiven Spiel gegen den Ball und auch im Positionsspiel zugelegt. Es war dann ein Ritt auf der Rasierklinge, die letzten Spiele waren alle Pflichtsiege, um es noch in die Play-offs zu schaffen. Wir haben es am letzten Drücker realisiert. Jetzt sind wir ein viel stabileres Team, das sich höhere Ziele stecken kann. 

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  • ... den Umgang mit der Impfung in der MLS:

Die Liga legt großen Wert darauf, dass Spieler und Betreuer geschützt sind. Was unseren Klub betrifft, haben wir ein sehr professionelles Umfeld und hatten eine wirklich gute Impf-Strategie. Unsere Ärzte haben tolle Aufklärungsarbeit geleistet, sodass wir schließlich eine hundertprozentige Durchimpfungsrate hinbekommen haben. Ungeimpfte hätten es aber auch sehr schwer in der MLS, weil sie aufgrund der vielen Flugreisen durch verschiedene Bundesstaaten regelmäßig in Quarantäne müssten und gar nicht trainieren könnten. 

  • ... seine persönliche Zukunft und das Gerücht, er sei ein Kandidat bei Werder Bremen:

Mein Vertrag in New York läuft noch zwei Jahre und ich werde alles daran setzen, hier den nächsten Schritt zu gehen. Ich habe jetzt nicht vor, dieses Projekt aufzugeben. Es gibt Anfragen von Klubs aus Deutschland, England und auch das eine oder andere aus Österreich. Das ehrt mich sehr, aber in New York habe ich mich sehr gut eingelebt und eine Mannschaft, die auf mehr hoffen lässt. Für mich ist ganz entscheidend, wie unser Transferfenster gestaltet wird, dass wir uns massiv verstärken, um dem gerecht zu werden, was wir alle wollen. Nämlich, um den Titel zu spielen. Wir haben einiges zu tun und wenn wir das so umsetzen, kann ich mir einen Aufenthalt über längere Zeit vorstellen.

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