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Sport Fußball
11/21/2021

Corona-Kracher bei den Bayern: Gehaltskürzung für ungeimpfte Stars

Bayern-Spieler wie Joshua Kimmich, die nicht geimpft sind und in Quarantäne müssen, bekommen kein Geld mehr.

Die Corona-Turbulenzen beim FC Bayern haben rund um den nächsten sportlichen Aussetzer des deutschen Meister-Ensembles in Augsburg neue Dimensionen erreicht. Erst sorgte ein Bericht der Bild am Sonntag mit beabsichtigten Gehaltskürzungen für ungeimpfte Profis für Aufregung. Und nur Stunden später gab der deutsche Rekordmeister bekannt, dass nach Joshua Kimmich auch Serge Gnabry, Jamal Musiala, Eric Maxim Choupo-Moting und Michael Cuisance in Quarantäne müssen.

Das passiere in Absprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden. Kimmich war schon am Freitagabend beim überraschenden und Trainer Julian Nagelsmann "richtig sauer" machenden 1:2 beim FC Augsburg nicht dabei gewesen - wegen des Kontakts zu einer positiv getesteten Person im privaten Umfeld. Jetzt folgte der Führungskraft das gegen den FCA noch zum Aufgebot zählende Profi-Quartett. "Sie hatten Kontakt zu einer Person im unmittelbaren Umfeld der Mannschaft des FC Bayern, die positiv auf das Coronavirus getestet worden ist", teilte der Verein mit. Der Quarantäne-Bann verschont geimpfte Profis.

Lästige Impfproblematik

"Ohne fünf" heißt damit die Personal-Lösung für Coach Nagelsmann am Dienstag im Champions-League-Spiel bei Dynamo Kiew. In der Ukraine wollen die Bayern (mit Marcel Sabitzer) nach der Achtelfinal-Qualifikation auch den Gruppensieg einfahren. Die lästige Impfproblematik um Kimmich und Co. mit ihren Konsequenzen auf Verein, Mannschaft und die Saisonziele wurde am Wochenende weiter angeheizt. Als Ausrede für die Schlappe in Augsburg waren Nagelsmann die Corona-Problematik und Kimmichs Ausfall im Mittelfeld noch "zu plump" gewesen. Genervt ist der zuletzt selbst infizierte Trainer aber längst von den vielen Störgeräuschen zwei Wochen vor dem Gipfeltreffen in Dortmund. Die Borussia schloss bis auf einen Punkt zum Ligaprimus auf.

Die Bayern-Bosse um Oliver Kahn stecken längst in einem Dilemma, aus dem sie einen Ausweg suchen. Die durchs Land rasende vierte Welle erfasst das Bayern-Personal mit Wucht: Mit Infektionen wie bei den geimpften Abwehrspielern Niklas Süle und Josip Stanisic, bei einigen Betreuern und Mitarbeiten im direkten Umfeld des Teams - aber eben auch den vermeidbaren Quarantäne-Konsequenzen der Ungeimpften.

Die "Bild am Sonntag" enthüllte nun eine "knallharte Konsequenz" der Vereinsführung. Es geht an den Geldbeutel. Die Formel lautet: Wer als ungeimpfter Profi als Kontaktperson in Isolation muss, soll für die Ausfallzeit auf Teile des üppigen Millionengehalts verzichten müssen. Der Verein gab zu dem Bericht keine Stellungnahme ab. Dafür äußerte sich der bis Sommer amtierende Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge bei "Sky 90": "Wenn das stimmt, was die Bild-Zeitung vermeldet, ist das sicherlich auch als Zeichen zu verstehen, dass der Verein jetzt reagiert", sagte der weiter gut vernetzte Bayern-Insider.

Die Bosse um Kahn fühlen sich zum Handeln gezwungen. Ein Ausfall von Topspielern wie Kimmich oder Gnabry gefährdet den sportlichen Erfolg. Gleichzeitig sollen ihre geimpften Teamkollegen zum dritten Piks schreiten. Heimspiele mit nun wieder deutlich weniger Zuschauern in der Allianz Arena kosten den FC Bayern viele Millionen, die auch für Vertragsverlängerungen mit einigen (geimpften) Stars fehlen könnten. Rummenigge sprach offen aus, was auf der Vorstandsetage und in der Spieler-Kabine alle umtreibt. "Es ist eine Debatte, die den Verein langsam auch nervt."

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