Sport | Fußball
15.11.2018

Nations League: Der Rechner bleibt in der Kabine

Österreich ist heute in Wien gegen Bosnien-Herzegowina zum Siegen verdammt - sonst ist der Aufstiegstraum ausgeträumt.

Die Nations League hat für Österreichs Team vor den Spielen heute in Wien gegen Bosnien-Herzegowina (20.45 Uhr/live ORFeins, DAZN) und am Sonntag in Nordirland zwei Schlussrechnungen parat. Fakt ist, dass das Team von Franco Foda beide Partien gewinnen muss, um noch den Gruppensieg und den Aufstieg in die Liga A zu fixieren.

Schafft man gegen Bosnien ein 1:0, dann braucht es in Belfast ein 3:1, um Tabellenführer Bosnien doch noch zu überflügeln. Ausschlaggebend wäre dann bei Punktegleichheit und identischer Tordifferenz ein Auswärtstreffer mehr, da Bosnien in Belfast 2:1 gewonnen hatte. Gelingt Österreich ein Sieg mit zwei Toren Unterschied, dann reicht in Belfast ein Sieg – egal, wie er ausfällt.

David Alaba versichert, dass der Rechenschieber in der Kabine bleiben wird: „Die Aufgabe wird nicht leichter, wenn man weiß, was man erreichen muss. Daher wollen wir uns auch nicht auf ein bestimmtes Ergebnis konzentrieren, sondern müssen auf den Platz gehen und dort einfach erfolgreich spielen.“ Der Rest, sprich das Resultat, werde sich in Folge ergeben. „Wichtig ist, dass wir unsere Stärken ausspielen.“

Die Kunst zu treffen

Eine der Stärken, das Offensivspiel, muss besser ausfallen als zuletzt beim Gastspiel in Bosnien oder bei der Testniederlage in Dänemark. „Der Schlüssel wird sein, dass wir Tore machen“, lautet Marko Arnautovics Schlussfolgerung. „Das klingt einfach, ist aber sehr schwer. Denn Bosnien reicht ein Unentschieden, sie werden wie wir topmotiviert ins Spiel gehen.“

Noch dazu, wo Guido Burgstaller verletzt ausfällt und Teamchef Foda wieder Marc Janko nachnominiert hat. Entweder setzt Foda nun auf Augsburg-Legionär Michael Gregoritsch als Speerspitze – wie schon in Bosnien – oder er zieht Arnautovic ganz nach vor. Dann könnte Alaba im linken Mittelfeld agieren und Andreas Ulmer linker Außenverteidiger in einer möglichen Viererkette sein.

Der Teamchef, der endlich wieder auf Kapitän Julian Baumgartlinger zurückgreifen kann, zeigt sich optimistisch, dass Endrang eins in Gruppe 3 von Liga B noch geschafft werden kann. „Wir haben es nach wie vor in der eigenen Hand, mit einem Sieg ein Endspiel gegen Nordirland zu erreichen.“ Allerdings könnte es in Belfast auch zu einem Showdown gegen den letzten Platz kommen, der den Abstieg in Liga C und das Abrutschen in Topf 3 der EM-Qualifikationsauslosung bedeutet.

Franco Foda ist heute jedenfalls kein Fan von Rechenaufgaben: „Unser Fokus liegt darauf, dass wir unbedingt gewinnen wollen. Alles andere wird man dann sehen, wie sich das Spiel entwickelt.“

Kreativ und effizient

„Wir müssen kreativ sein, doch immer mit Verantwortung“, mahnt Rückkehrer Baumgartlinger. „Die Stärken der Bosnier liegen im Umschaltspiel. Wir wissen, was auf uns zukommen kann, wenn wir leichtfertige Ballverluste haben“, lautet die Warnung des Kapitäns. Baumgartlinger weiß, worauf es zudem ankommen wird: „Vorne müssen wir einfach effizient sein.“

34.500 Tickets waren gestern Nachmittag verkauft, der ÖFB hofft auf rund 40.000 Zuschauer und die nötige Unterstützung, wenngleich auch das bosnische Team wohl lautstark angefeuert werden wird. Die Fan-

Lager dürften sich zahlenmäßig die Waage halten.