Fu§ball, FK Austria Wien - SK Sturm Graz

© DIENER / Eva Manhart / DIENER / Eva Manhart

Sport Fußball
12/06/2020

Heimdebakel der Austria: "Es passiert jede Woche derselbe Scheiß"

Während Sturm-Trainer Ilzer einen "schönen Abend" erlebte, die Austria liegt finanziell und sportlich am Boden.

Christian Ilzer saß nach einem "schönen Abend" für Sturm Graz zufrieden wie wohl noch nie zuvor am Pressepodium in Wien-Favoriten. Der Ex-Coach der Austria holte mit seinem aktuellen Team einen 4:0-Sieg, die "Blackies" eroberten damit zumindest für einen Tag Platz drei. Während bei Sturm unter dem im Sommer geholten Ilzer alles eitel Wonne ist, trabten die Austrianer schier sprachlos vom Feld. Coach Peter Stöger blieb sachlich, in Routinier Markus Suttner kochte es.

Knapp 70 Minuten entwickelte sich die Partie zu einem ausgeglichenen Spiel, in dem die Grazer durch David Nemeths Treffer (40.) aus einem Eckball in Führung gegangen waren. Mit Rot für Dominik Fitz (69.) kippte das Spiel aber klar zugunsten von Sturm. Zweimal Otar Kiteishvili und Bekim Balaj trafen noch gegen eine Austria, die völlig von der Rolle war. "Wir wollten dann das Maximum herausholen", sagte Ilzer über eine "überragende" Reaktion seiner Elf.

Eiskalt zugeschlagen

Sturm hatte dank der finalen Drangphase am Ende zehn Schüsse aufs Austria-Gehäuse zu Buche stehen. Selbst ließen die Steirer wenig zu, auch wenn sie bei einem Kopfball von Patrick Wimmer nach zwölf Minuten beinahe einem Rückstand nachgelaufen wären. Schlussendlich zeigte Sturm aber Qualitäten, die Akteure wie Jon Gorenc-Stankovic, Kiteishvili oder der wieder aufgeblühte Jakob Jantscher mitbringen. Torhüter Jörg Siebenhandl wurde von Ilzer außerdem eine bestechende Form bescheinigt.

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"Eine schwierige Partie lange kontrollieren und die Qualität haben, eiskalt zuzuschlagen", sagte Ilzer über Sturms Erfolgsrezept. Dass seine Spieler einfach qualitativ besser sind als jene der Austria, wollte er so nicht erkannt haben. Gemeinsam mit Sportdirektor Andreas Schicker seien im Sommer eben gute Entscheidungen getroffen worden. "Wir wollen den Weg konsequent fortsetzen. Wir sind jetzt über den Erwartungen unterwegs, aber das nehmen wir alles mit", betonte Ilzer. Mit der Meistergruppe wird sein Team planen dürfen, wenn der Weg fortgesetzt wird.

"Müssen lernen, was Profisport bedeutet"

Anders die Austria. Suttner legte im Sky-Interview los. "Wir sagen, was wir besser machen müssen und es passiert immer wieder. Da müssen wir einfach lernen, was Profisport bedeutet. Das ist auch Ergebnissport", sagte der aus Deutschland zurückgekehrte Ex-Teamspieler. In Fahrt, legte Suttner nach. "Wir müssen die Selbsteinschätzung ein bisschen revidieren. Bei uns haben ein paar ein gutes halbes Jahr gehabt letztes Jahr und glauben, auf dieser Welle kann man weiterschwimmen. Da heißt es realistisch sein, dass ein paar doch nicht so weit sind, wie sie es glauben", meinte er - um mit Verweis auf den fehlenden Lerneffekt zu konstatieren: "Im Endeffekt passiert dann jede Woche derselbe Scheiß."

Stöger ging mit seinen großteils jungen Spielern weniger hart ins Gericht und sprach von Unerfahrenheit, die diesen das Leben schwer mache. "Das überrascht mich nicht, das ist ein Lernprozess", hielt er fest. Dies habe aber nichts mit Qualität oder Jugend zu tun, meinte Stöger. "Ich muss mich der Aufgabe stellen. Diese Zeit gebe ich ihnen, sie müssen diese Entwicklungsphase durchmachen und lernen." Es gelte, Qualität über einen längeren Zeitraum auch umzusetzen, sagte der Austria-Coach. Sieht man die Leistungen der Wiener, fällt auf, dass die Austria mitunter auf Augenhöhe agiert, oft aber harsch zurückfällt. So auch gegen Sturm.

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In den vergangenen sechs Runden hat die Austria bei drei Remis und drei Niederlagen nur drei Zähler geholt. Zum Abschluss der Hinrunde spielen die finanziell ebenso schwer angeschlagen Violetten am kommenden Sonntag beim WAC. Bei einer weiteren Niederlage gegen den Europa-League-Teilnehmer droht der Rückfall auf einen zweistelligen Tabellenplatz. Stöger sagte zur sportlichen Lage: "Ich muss mich der Situation stellen, wie sie ist. Sicher haben wir uns von den Punkten etwas anderes erhofft. Dass es eine Challenge ist, war klar."

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