Angekommen: Marco Grüll (Mitte) nahm das zweite Angebot von Rapid an und glaubt, dass der Zeitpunkt perfekt passt

© APA/HELMUT FOHRINGER

Sport Fußball
06/29/2021

Marco Grüll sucht die Rapid-Offensive, Admira buhlt um Jonas Auer

Nach dem Abstiegskampf freut sich der Neue auf Offensive. Ljubicic hofft auf Strafmilderung. Herzog könnte einen Wunschspieler kriegen

von Alexander Huber

So wie vor einem Jahr absolviert Rapid das Trainingslager bei besten Bedingungen in Bad Tatzmannsdorf. Der große Unterschied: „Damals mussten wir noch in einer Bubble im Hotel leben und über einen eigenen Zugang zum Essen gehen. Jetzt herrscht beinahe Normalität“, sagt Didi Kühbauer. Logisch, dass sich der Trainer auch keine Wiederholung von 2020 wünscht, als wegen eines positiven Covid-Tests das Camp abgebrochen werden musste.

Und noch einen Unterschied gibt es. Rapid hat heuer drei (weitere werden nach eigenen Verkäufen folgen) Neuzugänge mitgebracht: Kevin Wimmer, Marco Grüll und Robert Ljubicic.

Zwei Optionen für Auer

Laut seinem Fitnesstrainer in Tschechien sollte auch Jonas Auer auf dem Weg zu den Rapidlern sein: Er hat einen Transfer des U-21-Teamspielers zu den Hütteldorfern angekündigt. Rapid-Sportdirektor Zoran Barisic bestätigte zwar, dass Auer interessant wäre, betonte aber, dass nichts unterschrieben ist.

Jetzt wird klar, warum. Auch die Admira buhlt um den Linksfuß, der als Sechzehnjähriger aus der Akademie St. Pölten nach Tschechien wechselte. Der neue Trainer Andreas Herzog bemüht sich um den Flankenspieler, der links defensiv wie offensiv spielen kann. Ob die größere Chance auf einen Stammplatz in der Südstadt den Ausschlag gibt?

Auers Manager Harry Schiestl meint auf KURIER-Anfrage: "Es gibt derzeit nichts dazu zu sagen." Eine Entscheidung soll aber zeitnah folgen.

"Eigentor von Ljubicic"

Kühbauer betont, dass das Trio nicht nur seinen fußballerischen Qualitätsstempel bekommt, sondern auch „charakterlich sehr in Ordnung ist.“ Den „kleinen“ Ljubicic hatte der 50-Jährige in seiner Zeit beim SKN selbst entdeckt. Sanktionen für das Frustfoul in St. Pöltens Relegation gibt es (außer ein paar deutlichen Worten zur Begrüßung) nicht: „Robert hat sich ein Eigentor geschossen. Mehr strafen will ich ihn nicht. Er gehört voll dazu und kann uns nach seiner Sperre besser machen.“

Sportdirektor Zoran Barisic erzählt, „dass ich Robert für das Foul den Kopf umdrehen hätte können, aber er wird sicher schnell daraus lernen.“ Da der 21-Jährige alles andere als ein Treter ist, hat er beim Strafsenat Berufung eingelegt und hofft, dass die Strafe von fünf Spielen noch reduziert wird.

Schritt für Schritt

Auch mit Marco Grüll verbindet Kühbauer eine längere Geschichte. Der damalige Regionalliga-Bomber konnte bei einem Probetraining gefallen, entschied sich aber für die 2. Liga und das Angebot aus Ried. Dort wurde der 22-Jährige zum U-21-Teamstürmer: „Ich wollte immer einen Schritt nach dem anderen machen. Jetzt ist die Zeit für Rapid gekommen. Und der Fußball wird mir auch entgegenkommen.“

Wunschposition "links offensiv"

Was Grüll, der am liebsten „links offensiv“ spielt, damit meint? „Im Abstiegskampf musste ich öfters das Hirn ausschalten, um jedem Ball nachzusprinten, obwohl ich wusste, dass die Mitspieler hinten bleiben und für die Rettung nur die Defensive zählt. An sich mag ich den offensiven Fußball lieber.“

Kühbauer schmunzelt und sagt: „Marco passt super zu uns. Aber wenn sich dann nicht die eigene Mannschaft, sondern der Gegner hinten reinstellt, wird er es auch nicht leicht haben. Freie Räume gibt es beim Stand von 0:0 kaum noch, das zeigt aktuell auch die EURO.“

Training für die Mannschaftskassa

Auffällig beim Trainingslager ist, wie präzise Grüll die Torabschlüsse setzt. Auf eine ähnliche Treffer-Quote kommt derzeit nur Taxi Fountas, der sich wieder seiner Top-Form aus der Saison 2019/'20 nähert. "Wenn Taxi im Kopf klar ist, ist er auch ein Top-Spieler für uns. Wenn nicht - bestenfalls Durchschnitt", erklärt Kühbauer einen seiner Lieblingsschützlinge.

Verletzungen gibt es aktuell keine. Wenn Spieler gröbere Schmerzen verspüren, sind sie angehalten, Trainingseinheiten auszulassen. Nach Ercan Kara, der mittlerweile wieder voll fit ist, sind am Montag auch Richard Strebinger und Yusuf Demir dieser Aufforderung des Trainerteams nachgekommen und haben pausiert.

Mit kleinen finanziellen Schmerzen ging der Trainingstag für Grüll und Kevin Wimmer zu Ende. Kühbauer ließ sich einen speziellen Abschluss einfallen: Am Boden sitzend, ohne Hilfe der Hände, die am Boden bleiben, muss ein Duo möglichst oft hin und her köpfeln.

Neben den beiden Neuen hatte auch die Kombination Kitagawa-Arase mit dem schlechtesten Ergebnis eine Einzahlung in die Mannschaftskassa zu leisten.

"Die Übung war neu für uns. Ich hab' das mit Zimmerpartner Marco schon analysiert. Noch einmal passiert uns das nicht", kündigt Wimmer am Abend an.

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