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Tagebuch
02/19/2020

Männerdomäne Fußball? Eine Wienerin pfeift darauf

Die 31-Jährige Schiedsrichterin Sara Telek wird am Wochenende erstmals in der Bundesliga eingesetzt.

von Wolfgang Winheim

Ein Tagebuch von Wolfgang Winheim

Erstmals in Österreichs oberster Liga wird eine österreichische Frau als Schiedsrichter-Assistentin an der Linie fungieren. Besetzungsreferent Thomas Steiner (früher von Spielern mit Ausnahme von Didi Kühbauer mehrmals zum „Referee des Jahres“ gewählt) hat für das heikle Spiel WattensWolfsberg ein Wiener Trio bestehend aus Polizeiinspektor Julian Weinberger, Journalist Andreas Heidenreich und Sara Telek nominiert. Auch die Debütantin hat Medien-Erfahrung.

Sara Telek erwies sich als TV-Moderatorin bei Regionalsendern als keineswegs humorbefreit. Was auch im ORF auffiel, der die zierliche, 1,60 Meter große Frau gerne fix in sein Team geholt hätte. Nur der Schiedsrichterei zuliebe pfiff sie auf das Angebot.

Getreu ihrem Sternzeichen trainiert die am 8.8.88 Geborene täglich wie eine Löwin. Zuweilen trägt sie bei Tempoläufen sogar einen Rucksack auf dem Rücken, während so einen ihre etwas barock gewordenen Bosse (Steiner bzw. Wiens Fußballpräsident und Ex-Top-Referee Robert Sedlacek) eher vorn umgeschnallt haben.

„Sie hat sich im Sprintbereich unglaublich gesteigert“, weiß Steiner. Weniger charmante Komplimente überhört sie. Selbst in der Wiener Stadtliga und im rauen Unterhaus hat sie als Hauptschiedsrichterin in zehn Jahren kaum mehr als zehn Mal Rot zücken müssen.

Um international nach oben zu kommen, ist die inzwischen mit dem FIFA-Wappen Dekorierte auf den Job an der Seitenlinie fokussiert. Prompt scheint Telek in der Kandidatenliste für die nächste Frauen-Fußball-EM auf. Obwohl die Tradition in Nachbarländern, speziell, was weibliches Schiri-Personal betrifft, viel größer als im lange konservativen gewesenen Österreich ist.

Ein einziges Mal durfte mit der Schweizerin Nicole Petignat eine Frau ein österreichisches Bundesliga-Spiel (Sturm Graz – Ried 4:2) leiten. Danach verabschiedet sich Sturms Abwehrrecke Ranko Popovic von ihr mit Handkuss. Das freilich ist schon bald 18 Jahre her.

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