Guido Burgstaller (re.) traf, Marko Arnautovic hatte die Vorarbeit erledigt.

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Sport Fußball
06/07/2019

1:0 gegen Slowenien - Burgstaller erlöst Österreich

Der eingewechselte Schalke-Stürmer schießt die Foda-Truppe zum ersten Sieg in der EM-Qualifikation.

von Mirad Odobasic, Christoph Geiler, Bernhard Hanisch, Alexander Strecha

Gründlicher hätte Österreichs Nationalteam den Start in die EM-Qualifikation gar nicht verpatzen können. Zwei Spiele in der Gruppe G, gähnende Leere auf dem Punktekonto, je eine Niederlage gegen Polen, eine ganz besonders bittere in Israel. Nur mehr ein Restposten ist momentan die Fußball-Euphorie im Land, lauter werdende Kritik begleitete den Druck, der sich auf Mannschaft samt Trainer aufgebaut hatte.

Im Klagenfurter Heimspiel gegen Slowenien zählte also nur eines: Gewinnen. Sonst wäre womöglich nach den Gesetzmäßigkeiten des Fußballs die Zeit reif, über den Ist-Zustand der Nationalmannschaft wohl die eine oder andere personelle Diskussion zu führen.

Euro 2020 Qualifier - Group G - Austria v Slovenia

Ausfall

Teamchef Franco Foda stellte vor seine Viererkette Schlager und Konrad Laimer, der zu seinem Länderspieldebüt kam. Weil der Ruhepol im defensiven Mittelfeld, Julian Baumgartlinger, eine unfreiwillige Pause einlegen musste. Akut geworden ist seine Sprunggelenksentzündung. Auch am Montag, in Nordmazedonien wird er deswegen fehlen.

Davor, und hinter der einsamen Spitze Arnautovic, waren Lazaro, Sabitzer und Alaba dafür vorgesehen, für Torchancen zu sorgen. Mit einer zu erwarteten Linkslastigkeit auf Alabas Seite. Ein Plan, der auch einigermaßen gut funktionieren sollte.

So mühte sich Österreichs Mannschaft, zunächst vom Stimmungsboykott einiger Fans bedacht, im weitaus nicht vollen Wörthersee-Stadion (19.200) zu einigen Möglichkeiten. Die besten davon: Alaba, der sich als Vorbereiter gefiel, bediente Marcel Sabitzer, die wohl auffälligste Figur in der Offensive. Dessen Kopfball lenkt Sloweniens Torhüter Oblak an die Stange (24.).

Es war ein gefälliges Spiel, das geboten wurde. Doch wen der Teamchef wohl weiter verzweifelt wird suchen müssen, ist jener Mann, der Chancen auch eiskalt verwertet. So einer ist Xaver Schlager mit Sicherheit nicht. Der verunglückte Klärungsversuch der slowenischen Abwehr ermöglicht dem Salzburger die zweite Hundertprozentige der Partie. Und auch diese endet als Beute Jan Oblaks, Sloweniens Schlussmann mit Klasse (33.).

Arbeitsintensiv

Ansonsten konnte der Gegner seine Biederkeit nur schwer verbergen. Dennoch: Kurz vor der Pause hätte ein abgefälschter Schuss alles auf den Kopf stellen können. Ein hartes Stück Arbeit jedenfalls zu fortgeschrittener Abendstunde – und daran sollte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts ändern. In der Mitte lenkten die dicht gestaffelten Slowenen jede österreichische Angriffsbemühung in die Sackgasse. Bei den Flanken fehlte die gestaffelte Positionierung. Meist auf verlorenem Posten: Marko Arnautovic.

Euro 2020 Qualifier - Group G - Austria v Slovenia

Wechselhaft

Die Zeit lief. Immer weiter davon. Foda brachte Burgstaller für Sabitzer. Ein Wechsel, den die Zuschauer nicht verstanden, der Ausgewechselte – nach seiner Reaktion zu urteilen – scheinbar schon gar nicht. Und weil der Fußball gerne Phrasen von der Unerklärbarkeit seiner Ereignisse drischt, war es ausgerechnet der eben auf dem Feld erschienene Burgstaller, dem der Ball nach einem Arnautovic-Versuch und Oblaks Abwehr vor die Beine fiel. Eine Drehung, das erlösende Tor in der 74. Minute.

Ein letztes Zittern, doch der Pflichtsieg sollte nach einer wenigstens erkennbaren Leistungssteigerung gelingen. Die Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 ist nach wie vor drinnen, derzeit hält sie aber noch einen Respektabstand.

Am Montag wartet das Auswärtsspiel in Nordmazedonien (gestern 0:1 gegen Polen). Mit Sicherheit auch kein leichtes Unterfangen.

Klagenfurt, Wörthersee-Stadion, 19.200, SR Kulbakow (BLR)

Tor: 1:0 (74.) Burgstaller

Österreich: Lindner - Lainer, Dragovic, Hinteregger, Ulmer - Laimer (82. Ilsanker), Schlager - Lazaro, Sabitzer (71. Burgstaller), Alaba (90. Kainz) - Arnautovic

Slowenien: Oblak - Stojanovic, Al. Struna, Mevlja, Jokic - Crnigoj (78. Beric), Bijol (63. Popovic), Kurtic, Zajc (69. Bohar) - Ilicic, Sporar

Gelbe Karten: Lazaro, Burgstaller bzw. Crnigoj

Das Match zum Nachlesen:

Österreich - Slowenien

  • 06/07/2019, 9:07 PM

    Zu diesem Match ist alles gesagt, die Analysen lesen Sie am Samstag auf www.kurier.at und am Sonntag in der Printausgabe des KURIER. Wir würden uns freuen, wenn Sie am Montag beim Match gegen Nord-Mazedonien wieder bei uns vorbei schauen würden.

  • 06/07/2019, 9:01 PM

    Kapitän Julian Baumgartlinger wird Österreich auch am Montag im Match gegen Nord-Mazedonien fehlen. Der Leverkusen-Legionär ist bereits vom Nationalteam abgereist.

  • 06/07/2019, 8:59 PM

    "Die Mannschaft hat's gemacht, die war sehr willig. Das hat mir sehr gut gefallen", lobt Teamchef Foda.

  • 06/07/2019, 8:58 PM

    "Der Sieg ist hochverdient", sagt Teamchef Franco Foda im ORF-Interview.

  • 06/07/2019, 8:50 PM

    "Die drei Punkte sind da, aber wir brauchen mehr als drei Punkte", sagt Marko Arnautovic

  • 06/07/2019, 8:44 PM

    Konrad Laimer war der erste Interviewpartner im ORF. Aber mehr als das, was er sagte, beschäftigt das Internet offenbar die Art und Weise, wie er es sagt. Der Leipzig-Legionär hört sich nicht mehr so österreichisch an.

  • 06/07/2019, 8:42 PM

    1:0 Yes, we can! Nein, es wäre völlig übertrieben nach diesem Erfolg gegen in Slowenien in Euphorie auszubrechen. Dieses 1:0 dank eines Treffers von Joker Guido Burgstaller war ein Pflichtsieg, nicht mehr und nicht weniger. Aber die Österreicher schrieben damit nach zwei Niederlagen endlich in der EM-Qualifikation an und wahrten die Chance auf die Teilnahme an der Endrunde. Allerdings wird sich das Team steigern müssen, um sich gegen die Gruppengegner Polen (1:0 in Nord-Mazedonien) und Israel (3:0 in Lettland) zu behaupten, die zumindest im Moment diese Gruppe dominieren. Aber Marko Arnautovic gibt nach dem Arbeitssieg das Motto vor (siehe Bild): "Ohren zu und durch!"

  • 06/07/2019, 8:37 PM

    Schlusspfiff

    Das war's! Österreich schlägt Slowenien 1:0.

  • 06/07/2019, 8:36 PM

    Falls sich David Alaba über den nächsten Gegner Nord-Mazedonien erkundigen möchte: Visar Musliu kann er links liegen lassen. Der hat heute Gelb-Rot gesehen und wird ihm am Montag nicht in die Quere kommen.

  • 06/07/2019, 8:36 PM

    90.+3

    Burgstaller sieht Gelb.

  • 06/07/2019, 8:34 PM

    So: Spät aber doch wurde der polnische Torschütze in Nord-Mazedonien korrigiert. Nicht Kamil war im Glik, sondern Krzysztof Piatek  hat das 1:0 für Polen erzielt.

  • 06/07/2019, 8:34 PM

    3 Minuten...

    ... werden nachgespielt.

  • 06/07/2019, 8:33 PM

    Wechsel

    90. Alaba geht, Florian Kainz kommt.

  • 06/07/2019, 8:33 PM

    89.

    Es gibt einen Eckball für die Gäste - und beinahe das Tor durch Sporar, der den Ball per Kopf ans Netz befördert.

  • 06/07/2019, 8:32 PM

    Andreas Herzog ist mit Israel weiter auf EM-Kurs. Jetzt steht's schon 3:0 in Lettland. Drei Mal dürfen Sie raten, wer auch das dritte Tor erzielt hat: Richtig: Eran Zahavi

  • 06/07/2019, 8:31 PM

    Und wir rufen uns die Statistik in Erinnerung. Nicht dass wir den Teufel an die Wand malen wollen, aber:  Slowenien hat die letzten fünf Partien 1:1 gespielt.

  • 06/07/2019, 8:31 PM

    88.

    Oje, Alaba zeigt an, dass er ausgewechselt werden möchte.

  • 06/07/2019, 8:30 PM

    Was Anton Pfeffer angesichts des Rückzugsgefechts der Österreicher jetzt wohl sagen würde? Vielleicht: "Hoch werden wir nicht mehr gewinnen."

  • 06/07/2019, 8:30 PM

    86.

    Die Antwort: Ja. War das gefährlich? Nein.

  • 06/07/2019, 8:29 PM

    86.

    Beric holt einen Freistoß an der rechten Flanke heraus. Können die Slowenen Flanke?