Sebastian Prödl will zur EM einchecken

© APA/ROBERT JAEGER

EM-Kandidaten
02/06/2020

Last-minute-Ticket: Wer noch auf den EM-Zug aufspringen könnte

Sebastian Prödl ist einer der Kandidaten. Auch Kevin Stöger oder Christoph Baumgartner dürfen träumen.

von Andreas Heidenreich

In gut vier Monaten startet Österreichs Team in die Europameisterschaft. Mit einem Spiel am 14. Juni in Bukarest – der Auftaktgegner wird im März in einem Play-off ermittelt und Rumänien, Nordmazedonien, Kosovo, Georgien oder Weißrussland heißen. So weit so gut.

Für Österreichs Spieler hat die Vorbereitung auf das Turnier längst begonnen. Die Hausaufgaben für Fixstarter wie Arnautovic, Alaba oder Sabitzer sind klar: Auf die Ernährung achten, viel schlafen, verletzungsfrei bleiben und regelmäßig spielen.

Doch in des Teamchefs Hinterkopf dürfte es neben den Fixstartern auch Spieler geben, die in den letzten Monaten nicht dabei waren. Ein Überblick.

  • Sebastian Prödl

Was Franco Foda von ihm hält, ist durch Fakten belegt: In seinen ersten zehn Spielen als Teamchef brachte er Prödl neun Mal von Beginn an. Die Serie riss, als sich der 32-Jährige im Herbst 2018 verletzte und bei Watford ein Jahr nicht mehr spielte. Mit seinem Wechsel zu Udinese am Dienstag hat Prödl den Grundstein zum Team-Comeback gelegt. Ein paar Wochen wird er noch brauchen um nach seinen Knieproblemen fit zu sein. Sollte er dann regelmäßig spielen, sind die Chancen intakt. „Ich wüsste nicht, wieso der Zug, der im Juni losfährt, schon abgefahren sein soll. Mein Weg, wieder davon zu träumen wird nicht leicht, aber ausgeschlossen habe ich es nicht, das Ziel aus meinem Unterbewusstsein wieder sehr weit hervorzuholen“, sagt Prödl zum KURIER.

EM-Chance: 30 Prozent

  • Kevin Stöger

Bereits im Vorjahr war Düsseldorfs Regisseur unter Foda bei den März-Länderspielen im Kader. Im Juni erneut einberufen, musste der 26-Jährige aus Steyr nach einem Kreuzbandriss absagen. Seit der Winterpause ist er wieder fit, im Cup gegen Kaiserslautern (5:2) erzielte er am Dienstag Tor und Assist. Die Tür steht offen. Sein Nachteil: Das Gedränge im zentralen Mittelfeld ist groß.

EM-Chance: 25 Prozent

  • Heinz Lindner

Die Situation des Torhüters ähnelt jener von Prödl. Lindner war zwölf Spiele lang Fodas Nummer eins, bis er letzten Sommer keinen Klub fand. Erst im Oktober unterschrieb er bei Wiesbaden in der 2. deutschen Liga. Als ihn der Teamchef wieder einberufen wollte, warf ihn eine Muskelverletzung zurück. Sein Pech: In der Zwischenzeit konnten sich Cican Stankovic (Salzburg), Alex Schlager (LASK) und mit Abstrichen auch Pavao Pervan (Wolfsburg) empfehlen. Für das EM-Ticket wird der 29-Jährige ein starkes Frühjahr benötigen.

EM-Chance: 50 Prozent

  • Alessandro Schöpf

Der Techniker von Schalke stach bei der verpatzten EURO 2016 positiv hervor. Immer wieder wurde der Tiroler im letzten Jahr aber von Verletzungen zurückgeworfen. Einem Außenbandriss im Knie folgten muskuläre Probleme, die im November in einem Faserriss gipfelten. Seit Winter geht es aufwärts. Beim 3:2-Sieg n.V. im Cup gegen Hertha BSC spielte er am Dienstag 120 lang Minuten durch. Für ihn spricht, dass er im Mittelfeld universell einsetzbar und torgefährlich ist. Bleibt er gesund, erlebt er 26-jährig seine bereits zweite Endrunde.

EM-Chance: 60 Prozent

  • Hannes Wolf

Er sollte nach seinem Sommer-Wechsel von Salzburg nach Leipzig in Deutschland durchstarten. Ein Knöchelbruch bei der Unter-21-EM in Italien kostete dem 20-Jährigen allerdings den gesamten Herbst. Im Jänner wollte er der Reservistenrolle entfliehen und handelte sich prompt öffentliche Kritik durch seinen Trainer ein. „Das ist ja ein aktueller Trend, dass jeder Spieler, der nicht Stammspieler ist, sofort immer weg will“, war Julian Nagelsmann sauer. Fazit: Trotz großen Potenzials wird sich Wolf im Frühjahr zu aller erst einmal bei Leipzig durchbeißen müssen.

EM-Chance: 15 Prozent

  • Christoph Baumgartner

Der 20-Jährige hat sich zum richtigen Zeitpunkt bei Hoffenheim seinen Platz hinter den Spitzen erkämpft. Der Niederösterreicher gilt auf dem Platz als kreativ und abseits davon als frühreifer Vorzeigeprofi. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist groß, ein EM-Ticket am letzten Drücker ist aber nicht ausgeschlossen.EM-Chance: 15 Prozent

  • Gernot Trauner

Beim LASK überzeugt der Kapitän und Abwehrchef im Wochentakt und das auch auf internationalem Terrain. Nur beim Teamchef hat der 27-Jährige noch keinen Stein im Brett. Die Konkurrenz ist riesig. Zuletzt standen Freiburgs Philipp Lienhart und der Salzburger Maximilian Wöber in der Rangliste der Innenverteidiger über ihm.

EM-Chance: 10 Prozent

  • Christoph Monschein

Wer braucht keinen Stürmer, der regelmäßig trifft? Der Austrianer tat dies im Bundesliga-Herbst gleich 13 Mal. Gegen ihn spricht, dass sich Foda nicht nach reinen Konterstürmern sehnt, sondern Angreifer sucht, die auch mit dem Rücken zum Tor Bälle sichern und mitspielen können.

EM-Chance: 10 Prozent

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