Vergangenheit: Kommende Saison wird es bei Rapid keine Choreografien oder organisierten Support geben

© Agentur Diener/DIENER / Philipp Schalber

Sport Fußball
08/24/2020

Keine Stimmung von den Rapid-Fans: "Corona ist übermächtig"

Das Virus als Gegner: Die aktive Fanszene von Rapid kündigt einen Support-Verzicht an. Andere Vereine könnten folgen.

von Alexander Huber

Die Sehnsucht nach Fußball, wie er vor der Corona-Krise war, ist groß. Nach den Geisterspielen im Frühjahr sind derzeit 1.250 Zuschauer erlaubt. Ab 1. September sollen maximal 10.000 Fans in die Stadien kommen dürfen. An Stimmung wird es in der kommenden Bundesliga-Saison allerdings mangeln. Quer über das Land laufen derzeit Gespräche zwischen den Vereinen, den organisierten Fanszenen und Behörden. Der (fast) einhellige Tenor: So wird das nix.

Rapid hat als erster Verein im Detail bekannt gegeben, wie und mit welchen Einschränkungen die Anhänger ins Allianz Stadion kommen können. Jetzt ist klar: Im normalerweise lautesten Stadion des Landes wird der Geräuschpegel niedrig bleiben. Der Stimmungsverzicht wurde dem KURIER sowohl vom Verein als auch aus Fan-Kreisen bestätigt. Eine offizielle Fan-Stellungnahme wurde Montag-Mittag veröffentlicht.

Die Gründe

„Corona ist übermächtig. Die organisierten Fanszenen stoßen immer auf Widerstand. Aber dieser Gegner ist derzeit nicht zu besiegen, vermutlich so lange es keine Impfung gibt“, erklärt ein Fan-Vertreter. Die wesentlichen Gründe für die Support-Pause auf unbestimmte Zeit:

1. Mit den derzeit gültigen Covid-19-Bestimmungen wie Sicherheitsabstand, im Schachbrettmuster angeordnet, auf Sitzplätzen und ohne die üblichen Fan-Utensilien ausgestattet, ist es nicht möglich, wie gewohnt Stimmung zu machen. Choreografien sind ebenso nicht umsetzbar.

2. Weder Fans noch Verein wollen eine Tribünensperre riskieren. Unvorstellbar, dass es im Block beim Jubel über ein spätes Siegestor nicht zu Verletzungen der Abstandsregeln kommen würde. Spätestens im Wiederholungsfall könnte es zu Sanktionen der Behörden oder der Bundesliga kommen. „Und vielleicht wären irgendwann positive Corona-Fälle auf das Stadion zurückzuführen. Der Politik und den Medien einen ,Rapid-Cluster‘‘ liefern? Sicher nicht!“, meint ein Fan.

3. Speziell die „Ultras“-Gruppen achten darauf, einmal erkämpfte Rechte (wie etwa Stehplätze) zu verteidigen. In den Fanszenen gibt es die Befürchtung, dass aktuelle Beschränkungen auch nach der Corona-Krise aufrecht bleiben würden, wenn sie einmal akzeptiert sind. Aktuell sind ja auch organisierte Auswärtsfahrten untersagt.

Die Folgen

Wie werden die Rapid-Spiele ohne gewohnte Geräuschkulisse ablaufen?

Für Stimmung müssten die maximal 10.000 Zuschauer in Eigeninitiative sorgen. Möglich, dass sich mit der Zeit „englischer Support“, also stark auf das Spielgeschehen bezogen, entwickelt.

Kein finanzieller Schaden

Dem „harten Kern“ ist es wichtig, dass Rapid keinen finanziellen Schaden nimmt. Es wurde aufgerufen, die Mitgliedschaften und Abos zu verlängern – selbst wenn auf Stadionbesuche verzichtet wird. Rapid hat rund 2.500 Abos für den Block West abgesetzt. Im Verein wird geschätzt, dass davon (zumindest vorerst) rund 500 Abonnenten zu Hause bleiben werden, der Rest wird sich unüblich ruhig verhalten.

Wenn die Behörden in den Bundesländern die Covid-19-Bestimmungen nicht wesentlich lockerer auslegen als in Wien, ist der Verzicht der Rapidler nur der Beginn. Weitere Fan-Gruppierungen diverser Profi-Vereine planen ähnliche Konsequenzen.

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