FC Salzburg vs Lille OSC

© EPA / Philipp Guelland

Porträt
10/20/2021

Adeyemi ist das nächste Salzburger Juwel - Aber wie lange noch?

Beim Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen Wolfsburg steht der Stürmer im Fokus. Der 19-Jährige hat eine bewegte Zeit hinter sich und wandelt auf den Spuren von Haaland und Mané.

von Peter Gutmayer

Auch Umwege führen manchmal zum Ziel. Für Salzburg-Stürmer Karim Adeyemi lief nicht immer alles nach Plan. Mit 15 Scorerpunkten in 19 Pflichtspielen hat er in dieser Saison jedoch den Durchbruch geschafft. Er wird sich in die Riege jener Spieler einreihen, die Salzburg als Sprungbrett zu einem absoluten Top-Verein nutzen konnten. Die Frage ist nur: Verlässt er Salzburg schon im Winter, oder erst im Sommer?

In München als Sohn einer Rumänin und eines Nigerianers geboren, wollte er wie so viele Kinder Fußballprofi werden und einmal für Deutschland spielen. Der zunächst eingeschlagene Weg war vielversprechend, schaffte der kleine Karim doch früh den Sprung zum großen FC Bayern. Aber der Aufmüpfige musste als Zehnjähriger schon bald wieder gehen. Nicht, weil es ihm an fußballerischem Talent fehlte, sondern aus disziplinären Gründen. „Ich war damals noch ein Kind und nicht der Ruhigste“, gestand Adeyemi.

Heute beißen sich die Bayern in den Allerwertesten – und für den heute 19-Jährigen entpuppte sich der Rauswurf als wahrer Glücksfall. Über den Umweg Unterhaching kam er nach Salzburg, wo er seinen ersten Profivertrag unterschrieb. Vor wenigen Wochen folgte sein Debüt im DFB-Team. Nun stehen die Top-Klubs Schlange, sie wollen den Torjäger lieber heute als morgen verpflichten.

RB Leipzig, Dortmund, Liverpool – sie alle haben bereits ein Auge auf Adeyemi geworfen. In der Poleposition dürften derzeit jedoch die Bayern stehen. Jener Klub, der den Stürmer einst vor die Tür gesetzt hatte, ihn später auch nicht um 3,35 Millionen Euro von Unterhaching zurückholen wollte.

So viel zahlten die Salzburger 2018 für den damals 16-jährigen Adeyemi. Sein Preis hat sich verzehnfacht, die Ablösesumme beim anstehenden Transfer wird zwischen 30 und 40 Millionen Euro liegen. Damit wäre er der teuerste Transfer aus der österreichischen Liga, den Rekord bisher hält sein Vorgänger Patson Daka, der im Sommer für 30 Millionen von Salzburg nach Leicester gewechselt ist.

Mentor im Hintergrund

Die ersten Gesprächsrunden mit den Münchnern haben bereits stattgefunden, Berater Thomas Solomon und Karims Vater Abbey waren am vergangenen Samstag an der Säbener Straße. Das bestätigte auch Manfred „Manni“ Schwabl. Er ist – abgesehen von der Familie – Adeyemis engster Vertrauter. Als Präsident der SpVgg Unterhaching gilt er als sein Förderer, bezeichnet sich selbst als „Mentor im Hintergrund“. Die aktuellen Ereignisse bringen jedoch mit sich, dass der ehemalige Bayern-Profi, der auch kurz für den FC Tirol spielte, immer mehr in den Vordergrund rückt.

Man muss kein Fachmann sein, um zu erkennen, dass er mit seiner Dynamik und Schnelligkeit eine unglaubliche Stärke mitbringt. Das habe ich in der Form noch nicht oft gesehen“

Matthias Jaissle | Salzburg-Trainer

Adeyemis aktueller Trainer, Matthias Jaissle, ist von seinem Schützling begeistert: „Man muss kein Fachmann sein, um zu erkennen, dass er mit seiner Dynamik und Schnelligkeit eine unglaubliche Stärke mitbringt. Das habe ich in der Form noch nicht oft gesehen.“ Schwabl sieht Adeyemis Zukunft in der Premier League. Die nächste Station könnte aber auch ein deutscher Klub sein – als Zwischenstation nach England.

Salzburg ist bekannt für seine Torjäger. Hier eine Auswahl der Vorgänger von Karim Adeyemi 

  • 30 Millionen Euro zahlte Leicester City für Patson Daka
  • 23 Millionen Euro war Sadio Mané Southampton wert 
  • 20 Millionen Euro zahlte Dortmund für Erling Braut Haaland 
  • 17 Millionen Euro zahlte der FC Sevilla für Munas Dabbur 

So ganz nebenbei wurde Adeyemi als einer der 20 besten Nachwuchskicker für den „Golden Boy“ nominiert. Bei seinem Debüt im DFB-Team erzielte er gleich sein erstes Tor, in der Champions League hat er in zwei Spielen vier Elfmeter herausgeholt. Grund zum Abheben? Nicht für Adeyemi. Bei Pressekonferenzen sitzt er nach wie vor eher da wie ein schüchterner Junge. Interviewanfragen – und davon gibt es genug – werden vom Verein abgeblockt.

Trainer Jaissle hat keine Angst, dass der Youngster abheben könnte: „Ich wünsche mir, dass er so bleibt: bescheiden und demütig. Er hat noch viel Potenzial, das noch nicht ausgeschöpft ist. Ich traue ihm eine große Karriere zu.“

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