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Winheims Tagebuch
04/18/2021

Heute vor 25 Jahren: Als Rapid ins Europacup-Finale einzog

Am 17. April 1996 gewannen die Wiener gegen Feyenoord Rotterdam und zogen ins Endspiel ein. Seitdem hat sich viel getan.

von Wolfgang Winheim

Gegenwärtig unvorstellbar: Ein mit 48.500 Menschen ausverkauftes Happel-Stadion. Ein Rapid-Trainer, der noch 50 Minuten vor Anpfiff, einen Kaffee konsumierend, mit VIP-Gästen an der Theke plaudert. Und 20.000 Vor-Ort-Zeugen, die noch 30 Minuten nach Abpfiff – so wie der Bundespräsident – mit Standing Ovations reagieren.

Am April-Tag genau sind’s 25 Jahre her ...

... seit Rapid mit einem 3:0 gegen Feyenoord Rotterdam zum bisher letzten Mal ins Europacup-Finale kam;

... seit Abwehrchef Ronald Koeman (jetzt Barcelona-Trainer) in den ersten 30 Minuten schwindlig gespielt wurde;

... seit der Deutsche Carsten Jancker (2) und der Oberösterreicher Christian Stumpf für die Wiener trafen;

... seit Rapids Defensivtrio Michael Hatz/Trifon Ivanov (verstorben 2016)/Peter Schöttel vor Tormann Michael Konsel für favorisierte Holländer zum unbezwingbaren Bollwerk wurde;

... seit der heutige Rapid-Trainer Didi Kühbauer und Noch-Austria-Trainer Peter Stöger laufstark Regie führten;

... seit kein Grüner Gelb oder Rot sah, während bei Feyenoord mit Peter Bosz der spätere, kürzlich entlassene Leverkusen-Trainer von Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger verwarnt wurde.

Erst im Brüsseler Finale ging’s für Ernst Dokupils fidele Truppe schief: 0:1 gegen Paris SG. Wegen eines von Schöttel abgefälschten Freistoßballes.

TRAINING DES ÖFB-NATIONALTEAMS: FODA/SCHÖTTEL

Ein Vierteljahrhundert später steckt Schöttel als oberster ÖFB-Homeofficer in EM-Planungen, während sein Freund Hatz in Erinnerung an Rapids Erfolgsjahr 1996 ein 307 Seiten starkes Buch („ohne Ghostwriter“) verfasst. Titel: „Mit Leidenschaft zum Lebenstraum“

Carsten Jancker ist ein eigenes Kapitel. Als Leihgabe des 1. FC Köln nach einem Tipp von Toni Polster gekommen, erzielte Jancker sechs Europacuptore. Mehrere davon mit bandagiertem Brummschädel. Worauf „Experten“, die den blonden Hünen für einen Transferflop gehalten hatten, rapide ihre Meinung änderten. Und ihn der FC Bayern holte.

Mit den Bayern wurde Jancker Meister. Mit Deutschland Vizeweltmeister. Mit Österreich aber schloss Carsten nie ab. Wie die Rapid-Ikone Steffen Hofmann zählt er zu den 187.000 in Österreich lebenden deutschen Staatsbürgern.

Ab 1. Juli will der Vater zweier Studentinnen täglich zwischen Wien und Leoben pendeln. Jancker übernimmt den Trainerjob beim in die vierte Klasse abgerutschten früheren Bundesligaklub.

Der deutsche Vizeweltmeister ist sich nicht zu gut fürs österreichische Unterhaus. Jancker hatte mit Horn in der Ostliga den Aufstieg geschafft, zuletzt beim SV Marchfeld Donauauen vergeblich darauf gewartet, dass in der Regionalliga gekickt werden kann.

Wiederholt schafften es Regionalliga-Spieler bis ins Nationalteam: Siehe Sasa Kalajdzic, siehe Rapids Ercan Kara. Umso bedauerlicher, dass der Spielbetrieb bis hinauf zu dritten Liga seit Oktober ruht, dass den Klubs covidbedingt ein Drittel der Jugend davongelaufen ist.

Dies wiederum war noch 2019 unvorstellbar gewesen.

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