Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Warum Spaniens Mikel Oyarzabal besonders gefährlich ist

Der 29-jährige Oyarzabal liebt K.o.-Spiele bei großen Turnieren. Kein Spanier hat dabei so oft wie er getroffen. Heute trifft er bei der WM auf Österreich.
Alexander Strecha aus Los Angeles
FOI-SOC-SPO-WCS-SPAIN-V-SAUDI-ARABIA:-GROUP-H-FIFA-WORLD-CUP-2

Spanien brachte im Laufe der Fußball-Geschichte große Goleadores hervor, Namen, die man nicht vergisst, Stürmer, die stets für Tore standen. 

David Villa brach irgendwann einmal sämtliche Rekorde, ist heute noch der Rekordschütze der „Furia roja“. In 98 Spielen traf er 59 Mal und überflügelte damit den legendären Raul, der es „nur“ auf 44 Treffer brachte. Auf dem Podium thront noch Fernando Torres mit 38 Toren, eines davon bescherte  Spanien im EM-Finale 2008 in Wien den Titel, als man Deutschland 1:0 schlug.

Und dann gibt es noch einen spanischen Stürmer, der bei weitem nicht diese Bekanntheit genießt wie besagte Señores: Mikel Oyarzabal, aktueller Mittelstürmer der Selección. Er hält einen speziellen Rekord, mit dem er sogar David Villa in den Schatten stellt. 

Kein spanischer Stürmer erzielte so viele Tore in einer K.o.-Runde bei einem großen Turnier (EM, WM) wie der 29-jährige Angreifer von Real Sociedad. Kein Villa, kein Raul, auch kein Emilio Butrageño.

Pure Effizienz

Oyarzabal hat bei der WM schon zwei Mal getroffen, erlebt im SoFi-Stadion von Los Angeles gegen Österreich seine erste K.o.-Partie auf dieser Bühne. Der Mann aus Eibar ist Spezialist für Spiele, in denen es um alles oder nichts geht. 

Bei Europameisterschaften traf er 2021 im Achtelfinale gegen Kroatien, 2024 im Finale gegen England, als ihm knapp vor dem Ende das entscheidende 2:1 gelang. Zudem erzielte er in der Nations League nicht weniger als vier Tore in Entscheidungsspielen, jeweils auch bei den verlorenen Finalpartien gegen Portugal und Frankreich.

In seiner Karriere bestritt Oyarzabal schon sechs Endspiele, in jedem hat er getroffen – auch im Olympiafinale 2021 und den spanischen Cupfinalmatches 2020 und 2026. Diese Effizienz brachte ihm den Spitznamen „Mr. Cold-Blooded“ ein.

Ein österreichischer Nationalteamspieler hat schon Bekanntschaft gemacht mit Oyarzabal: Torhüter Alexander Schlager. Diesmal soll das Wiedersehen mehr Freude machen. Denn in der Gruppenphase der Champions League erzielte der Stürmer beim 2:0-Sieg von Real Sociedad gegen Salzburg und Schlager einen Treffer.

Kuriosität

Oyarzabal, der seinem Jugendverein in San Sebastian bis heute die Treue hält und lukrative Angebote ausgeschlagen hat, lebt auf großem Fuß – mit Schuhgröße 47, weshalb er auch als „Mr. Bigfoot“ bezeichnet wird. Experten schreiben seinen außergewöhnlich harten, präzisen Schüssen mit dem linken Fuß unter anderem der Hebelwirkung dieser großen Füße zu.

Während er bereits  Kapitän in der Primera División war und Millionen verdiente, absolvierte er nebenbei ein reguläres Studium. Oyarzabal  erwarb erfolgreich seinen Bachelor-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre (BWL) an der Universität Deusto. 

FIFA World Cup 2026 - Spain Training

Bei der WM sorgte er für ein statistisches Kuriosum, das den Österreichern vielleicht als gutes Omen dienen könnte. Im Auftaktspiel gegen Kap Verde war der Stürmer  der erste Spieler seit Beginn der Datenerfassung (1966), der in den ersten 30 Minuten eines WM-Spiels kein einziges Mal den Ball berührte

Das logische Rezept: Dafür sorgen, dass Oyarzabal nicht den Ball bekommt. Dann wird er auch kein Tor erzielen, nicht einmal in einem K.o.-Spiel.
 

Kommentare