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Warum der Heimvorteil bei der WM so wichtig ist

Die Gastgeber Mexiko, Kanada und die USA präsentieren sich bislang stark. Warum der Heimvorteil bei der WM auch historisch gesehen wichtig ist.
Mexiko jubelt

Was wir in den ersten Tagen der WM gesehen haben? Dass Außenseiter überraschen können. Dass Superstars in Torlaune sind. Und: Dass die Gastgeber abliefern. Zum ersten Mal in der Geschichte richten drei Länder eine WM-Endrunde aus – und alle drei Mannschaften lassen bislang nicht aus. Das war nicht unbedingt zu erwarten. Aber auch keine große Überraschung – zumindest, wenn man einen Blick in die WM-Geschichtsbücher macht.

Gleich sechs Mal hat bei den bisher 22 Endrunden der Gastgeber am Ende den WM-Pokal in die Höhe gestemmt. Nur zwei Mal hat der Veranstalter die Gruppenphase nicht überstanden (Südafrika, Katar). Der Heimvorteil bringt also wirklich etwas – und scheint auch 2026 kein Nachteil zu sein.

Mexiko bleibt in Mexiko

Bester Beweis: Mexiko. Der Co-Gastgeber hält nach zwei Spielen bei sechs Punkten und 3:0 Toren, der Gruppensieg ist El Tri nicht mehr zu nehmen. Das Ticket fürs Sechzehntelfinale haben die Mexikaner bereits vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Tschechien gelöst.

„Der Heimvorteil ist enorm wichtig. Es gibt nichts Schöneres, als zu Hause zu spielen, das ist unbezahlbar“, sagte Teamchef Javier Aguirre nach dem 1:0-Sieg gegen Südkorea. Dass es kein spielerisches Feuerwerk war, störte ihn nicht. „Wir waren nicht überragend, aber wir haben ein gutes Spiel gemacht. Das spricht für die Reife der Mannschaft. Wir waren viel geduldiger.“ Auch der mit einem Abstauber nach einem Tormann-Patzer zum Goldtorschützen gewordene Luis Romo sah reichlich Luft nach oben. „Ich denke nicht, dass wir ein perfektes Spiel gemacht haben, aber wir haben gewonnen und das ist das Wichtigste – die Fans werden glücklich sein.“ Auch über die Tatsache, dass die Mexikaner als Gruppensieger zumindest eine weitere Partie im Aztekenstadion spielen. In der ersten K.-o.-Runde geht es am 1. Juli gegen einen von acht Gruppendritten.

Freud & Leid bei Kanada

Ein Ausrufezeichen setzte in seinem zweiten Spiel Kanada. Nach dem 6:0 gegen Katar darf man im nördlichsten Gastgeberland als Tabellenführer der Gruppe B ebenfalls bereits mit der K.-o.-Phase planen. Matchwinner beim Kantersieg in Vancouver war Juventus-Stürmer Jonathan David mit drei Treffern.

Allerdings wurde der Sieg durch die schwere Verletzung von Ismael Kone überschattet. Der 24-Jährige musste nach einem Rot-Foul von Assim Madibo minutenlang behandelt werden und mit einer Unterschenkelverletzung vom Platz getragen werden. „Es ist direkt vor der Bank passiert. Jeder konnte hören, wie der Knochen brach. Man fühlt natürlich tief mit ihm, und alle sind erschüttert von dem Vorfall – wegen der Art der Verletzung und auch, weil Ismael das Herz unserer Mannschaft ist“, berichtete Teamchef Jesse Marsch.

Kanada-Coach Jesse Marsch

Kanada-Coach Jesse Marsch

Es war der erste kanadische WM-Sieg überhaupt. „Wir haben der Welt gezeigt, wer Kanada ist. Viele unserer Spieler kommen aus dem Nichts. Wir haben gezeigt, dass wir auf der größten Bühne der Welt performen können“, sagte Torschütze Cyle Larin stolz.

USA auf Kurs

Bleibt noch der dritte WM-Gastgeber. Das US-Team ist mit einem 4:1 gegen Paraguay furios ins Heimturnier gestartet und hat sich gleich eine perfekte Ausgangslage auf dem Weg in die K.-o.-Phase geschaffen. In der Partie gegen Australien  will man den Aufstieg dann fixieren.

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