Schlimmer geht’s (n)immer? Befürchtungen und Wahrheit bei der WM
Das Foul von Pavlovic blieb unentdeckt.
Die Vorrunde der ersten Mega-WM mit 48-Mannschaften in drei Veranstalterländern ging in der Nacht auf Sonntag zu Ende. Zeit also, für eine Zwischenbilanz. War das bisher Gesehene so schlimm wie befürchtet oder so gut wie erhofft?
Die Stadien werden nicht voll sein
Bis zum Wochenende lag die durchschnittliche Auslastung der überwiegend großen Stadien bei rund 99,6 %. Nach 44 Partien lag die Zuschauerzahl mit 2,85 Millionen bereits auf Rekordkurs. Kein Vergleich also zur Klub-WM im Vorjahr, als viele Stadien leer schienen.
Trump wird den WM-Pokal übergeben
Die Kluft zwischen großen und kleinen Fußball-Nationen wird zu groß sein
Die befürchtete Flut von langweiligen Kantersiegen ist bislang ausgeblieben. Viele Spiele waren eng und einige Außenseiterteams wie Kap Verde waren konkurrenzfähig.
Niemand wird Nachtspiele im TV verfolgen
Die internationale Aufmerksamkeit ist hoch; die WM dominiert die Sportberichterstattung. Für Europa sind die Anstoßzeiten allerdings tatsächlich ein Nachteil. Manche Teams wie Brasilien waren in der Vorrunde immer nur zwischen 0 und 3 Uhr MESZ zu sehen. Österreichs Auftakt gegen Jordanien sahen im Schnitt 1,235 Millionen Menschen auf ORF 1. Und das bei einer Beginnzeit um 6 Uhr in der Früh. Das ergab einen sensationellen Marktanteil von 88 Prozent.
Trump wird die WM zu einer riesigen Show für sich selbst machen
Trump ist präsent und nutzt die WM politisch, aber bisher steht das Sportliche noch klar im Fokus der Öffentlichkeit. Zur Donald-Show könnte die WM allerdings gegen Ende werden – spätestens dann, wenn Trump den Pokal überreicht.
Marokko gegen Brasilien in der Nacht von Rabat
Die Amerikaner interessieren sich nicht für Fußball
Die Zuschauerzahlen und die Atmosphäre sprechen klar dagegen. Die Amerikaner finden – nicht zuletzt durch die anfänglichen Erfolge der US-Boys – Gefallen an dem Event. Auch die vielen US-Promis bei den Spielen der USA sind ein Zeichen der steigenden Bedeutung im Land.
Normale Fußball-Fans können sich die WM kaum leisten
Viele Fans berichten von enormen Kosten für Tickets, Flüge und Unterkünfte. Trotzdem sind die Stadien voll und die Stimmung in den Fanzonen lässt auch nicht gerade darauf zurückschließen, dass die Preise Spaßbremsen sind. Ein deutscher Fan berichtete der Deutschen Presse Agentur, dass seine WM-Reise 12.000 bis 15.000 Euro kosten werde. Tickets für ein mögliches Halbfinale oder Finale noch nicht eingerechnet. Ein Bier im Stadion? 20 Dollar ...
Bei der WM kommen nicht WM-reife Referees zum Einsatz
Der Eindruck hat sich 2026 noch einmal verstärkt. Ganz offensichtliche Fehlentscheidungen wie das „gefährliche Spiel“ des Deutschen Pavlovic vor dem 1:0 gegen Ecuador dürfen nicht passieren. Und wenn die Schiedsrichter tatsächlich nicht das Niveau haben, dann sollte ihnen vom VAR geholfen werden. Doch auch der machte bislang öfters eine „Kaffeepause“, wie es Ghanas Nationalcoach Carlos Queiroz nach dem 0:0 gegen England bezeichnete.
Die Trinkpausen verändern den Charakter des Spiels
Dass in Stadien mit klimatisierten Temperaturen von 20 Grad Celsius Trinkpausen gemacht werden, ist schon kurios. In einigen Partien nutzten die Mannschaften die Zeit weniger zum Laben, als für taktisches Coaching. So gab es einige Partien, die nach einer „Trinkpause“ einen anderen Spielverlauf hatten.
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