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Sport | Fußball
07/11/2019

Marko Arnautovic in Schanghai mit viel Getöse präsentiert

Der ÖFB-Teamspieler "erbte" die Nummer von Klub-Legende Wu Lei. Er "möchte den asiatischen Fußballstil kennenlernen".

Mit viel Getöse und der prestigeträchtigen Nummer 7 ist Marko Arnautovic bei seinem neuen Klub Shanghai SIPG vorgestellt worden. Vor einigen Fans im Stadion zeigte der Fußball-Nationalspieler seine Gaberl-Künste und absolvierte danach seinen ersten Medienauftritt. "Ich habe in verschiedenen Ländern und Ligen gespielt. Nun möchte ich den asiatischen Fußballstil kennenlernen", sagte Arnautovic.

Mit seiner Nummernwahl hat Arnautovic die an sich bereits hohe Erwartungshaltung an ihn noch einmal erhöht. Denn die 7 ist bei SIPG mit Clublegende Wu Lei behaftet und war seit dessen Abgang nicht vergeben worden. Der derzeitige Espanyol-Spieler feierte mit 14 Jahren sein Debüt für den Verein, bei dem er mit 102 Liga-Treffern auch Rekordtorschütze ist. "Aufgrund dieser Bedeutung spüre ich mehr Druck", sagte Arnautovic, "aber ich bereit für diese Herausforderung, mit diesem Trikot und dieser Nummer viele Tore und Vorlagen zu machen."

Nr. 7

"Die Nummer sieben repräsentiert die Ehre und den Stolz von Shanghai", sagte der Klub-Vorsitzende Zhang Min. Er habe bei Wu nachgefragt, dieser sei über seinen Nachfolger "sehr glücklich." Der Verein entsprach so dem Wunsch seines Neuzugangs. "Ich fühle mich mit dieser Nummer sehr wohl", sagte Arnautovic, der damit im Nationalteam aufläuft und diese bereits bei seinen früheren Klubs Bremen und West Ham spazieren trug.

Der 30-jährige Wiener war am Vortag unter regem Interesse der chinesischen Fans in der Millionen-Metropole (über 26,3 Millionen Einwohner) eingetroffen. Danach hatte er sich ein erstes Bild vom Trainingsgelände und seinen neuen Mitspielern und Trainer Vitor Pereira gemacht. Im Internet kursierte ein Foto, das Arnautovic beim gemeinsamen Abendessen mit dem Brasilianer Oscar zeigt.

"Ich habe das Gefühl, sie sind sehr gute Leute, die mir wirklich dabei helfen wollen, mich ins Team zu integrieren. Ich fühle mich sehr willkommen", sagte Arnautovic, der laut eigenem Bekunden bereits ein paar Worte Chinesisch gelernt hat, am Donnerstag.

Nach der Transferposse mit West Ham, die letztlich in einem unschönen Abgang um 25 Millionen Euro geendet hatte, sah sich der 81-fache Internationale auch mit Fragen über seinen Charakter konfrontiert. Medien würden, so Arnautovic, manchmal unfundierte Sachen über ihn schreiben. "Sie trainieren nicht mit mir, sie spielen nicht gemeinsam mit mir, aber sie schreiben einfach etwas. Vielleicht ist das die Charakteristik von europäischen Medien. Die Wahrheit ist, dass ich für mein Team immer alles gebe. Ich schone mich nie."

Dass er im Auswärtsspiel bei Jiangsu Suning am Samstag spielen wird, ist unwahrscheinlich. Das nächste Heimspiel von Shanghai findet am kommenden Mittwoch gegen Hebei China Fortune statt. Als amtierenden Meister liegt SIPG in der Tabelle mit einem Spiel weniger fünf Punkte hinter Beijing Guoan. Bis Saisonende stehen noch 14 Ligapartien an.

Arnautovic: "Ich bin hier, um hart zu arbeiten. Ich will meinen Beitrag leisten, damit der Verein alle seine Ziele erreicht." In Schanghai soll Arnautovic ein kolportiertes Jahresgehalt von 11,5 Millionen Euro kassieren.

China gilt als prosperierender und staatlich gesteuerter Fußballmarkt. Staats- und Parteichef Xi Jinping träumt von einer WM im eigenen Land und irgendwann auch dem Weltmeister-Titel. Bis 2025 will er rund 50.000 Fußballschulen im Land bauen lassen, das Ziel von 20.000 bis 2020 wurde laut einem Bericht von Chinadaily bereits vorzeitig erreicht.

Zur Förderung der eigenen Talente dürfen in Chinas Topliga nur drei ausländische Spieler pro Verein auflaufen, vier sind im Kader erlaubt. Der Verband verfügte zudem, dass die Erstliga-Klubs künftig mindestens 15 Prozent ihrer Ausgaben in die eigene Jugendarbeit investieren müssen.