Ex-Kicker Stankovic: „Eigentlich wollte ich in Indien Hindi lernen“
Stankovic: Als TV-Moderator (2026) und Fußballer (2013).
Marko Stankovic hat schon immer gewusst, was er will. Seine Karriere als Fußballer hat ihn von Leoben über Graz, Triest, Wien und Ried bis nach Indien gebracht. Auch im österreichischen Nationalteam durfte er spielen – auch wenn es nur ein Mal war. Nach seiner aktiven Karriere ist er auf die andere Seite des Mikrofons gewechselt. Bei Sky ist er aber nicht nur als Experte im Einsatz, sondern auch als Moderator, Interviewer – und in dieser Saison auch als Co-Kommentator und Podcaster (mit Didi Hamann).
Der 40-Jährige über …
… seine Karriere nach der Karriere: „Mit 29 hab ich einen Kreuzbandriss gehabt. Damals hab ich mir selbst gesagt, ich möchte nie den Zeitpunkt in meiner Karriere erleben, dass ich kein Angebot mehr habe und ich mir dann erst überlege, was mich interessiert. Mit Mitte 30 hast du noch so viel vor dir. Für mich war schnell klar, dass ich Fernsehen machen wollte. Aber ich wollte nicht nur Experte werden, ich wollte mehr. Ich habe das schon geplant. Aber dass alles so aufgeht, ist natürlich wunderbar.“
… seine Anfänge bei Sky: „Mit 33 hab ich Sky-Kommentator Martin Konrad angerufen und ihm gesagt: “Genau dein Job interessiert mich.„ Er hat dann den Kontakt zum Chef hergestellt. Ich habe ihn dann noch ein Jahr hinhalten müssen, weil ich noch ein Jahr Vertrag in Indien gehabt habe. Mittlerweile mach ich das seit sechs Jahren, und es geht immer Stufe für Stufe nach oben. Mein prägendster Moment war nicht etwa das Champions-League-Finale, sondern die Partie Austria Klagenfurt gegen WSG Tirol. Da hat es wegen Regens eine 97-minütige Unterbrechung gegeben. Da bin ich völlig unvorbereitet gestanden und hab was erzählen müssen.“
… seine Herangehensweise und heikle Situationen: „Natürlich kenne ich viele Spieler und Trainer sehr gut, habe mit ihnen teilweise zusammengespielt. Trotzdem muss ich ihnen kritisch gegenübertreten. Es muss immer Respekt da sein – wenn das dein Gegenüber merkt, dann kannst du auch kritisch sein.“
… seine Trainerkarriere: „Mein bester Freund ist Klubchef beim SV Lebring aus der steirischen Landesliga. Er hat mich gefragt, ob ich für vier Runden einspringen kann. Von vier Spielen haben wir drei gewonnen, dann habe ich Blut geleckt und gesagt, ich mache weiter. Meine Freundin hat mich daraufhin gefragt, ob ich bis zur Pension einmal zwei Tage am Stück daheim bin. Ich glaube nicht. Ich hab aber jetzt aufhören müssen, weil ich ja jeden Freitag für Sky im Einsatz bin. Die Trainerlizenzen mache ich trotzdem, das bringt auch extrem viel für den TV-Job.“
… sein Sprachtalent: „Deutsch und Serbokroatisch sind meine Muttersprachen, Englisch spreche ich wie Deutsch, dazu kommen Italienisch und Spanisch. Polnisch bin ich jetzt dran, weil meine Freundin Polin ist – aber das ist, glaube ich, mein Endgegner. Sprachen zu lernen, das liegt mir. Ich bin keiner, der am Rand sitzt, ich will dazugehören. Natürlich hilft das auch im Job. Ich hab auch schon Alessandro del Piero auf Italienisch interviewt.“
… seine Zeit in Indien: „Eigentlich wollte ich in meiner Zeit in Indien auch Hindi lernen. Dann bin ich in die Kabine gekommen, und zwei Inder haben sich auf Englisch unterhalten. Der eine war aus dem Süden, der andere aus dem Norden, die haben nicht die gleiche Sprache gesprochen. Wir haben viele Südamerikaner im Team gehabt, also hab ich Spanisch gelernt. Aber Indien war der coolste Transfer, den ich gemacht habe. Der Fußball war technisch hochwertig, das Tempo langsam. Das ist mir entgegengekommen. Im Süden waren auch bis zu 40.000 Zuschauer. Zu einem Spiel sind wir 14 Stunden angereist. Das war echt faszinierend. Natürlich hat das Geld auch eine Rolle gespielt. Mit 27 hab ich ein Angebot von Osaka gehabt – für richtig, richtig, richtig viel Geld. Das war mir zu früh.“
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