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Sport Fußball
11/22/2020

Tor-Spektakel: Ried bestraft Rapid-Hollywood

So offensiv wie nie in dieser Saison wollten die Wiener die Tabellenführung und verloren mit 3:4.

von Alexander Huber

Drei Heimsiege in Folge hatte Ried gegen Rapid vor dem Abstieg 2017 gefeiert. Beim Wiedersehen folgte mit einem spektakulären 4:3 der vierte. Die Hütteldorfer wollten offensiv nach der Tabellenführung greifen, waren defensiv aber zu schwach.

Vor der Partie kam es bereits zu einer höchst ungewöhnlichen Situation: Die beiden Co-Trainer begrüßten einander als Chefcoach. Gerald Baumgartner konnte nach seiner Lungenentzündung noch nicht nach Ried kommen, Gerhard Schweitzer sprang wieder einmal ein. Für Manfred Nastl war es hingegen eine Premiere: Didi Kühbauer erwischte eine Grippe und hofft, die Reise am Mittwoch zum Europa-League-Spiel bei Dundalk mitmachen zu können. Sein langjähriger Begleiter Nastl rückte erstmals zum Letztverantwortlichen auf.

Mit zu viel Risiko

Die offensivste Ausrichtung in dieser Saison gab es natürlich in Absprache mit Kühbauer: Im 4-2-3-1 gaben Taxi Fountas (am Flügel, mit Sportgips) und Marcel Ritzmaier (als Ljubicic-Ersatz) ihr Comeback. Hinter Ercan Kara sollten Yusuf Demir und Christoph Knasmüllner mit ihrer Technik das Geschehen diktieren. Die Rieder wollten mit mutigem Pressing sowie dem Tempo von U-21-Teamtorschütze Marco Grüll, Seth Paintsil und Stürmer Bernd Gschweidl dagegen halten.

Beinahe hätte Max Ullmann mit einem Eigentor für einen perfekten Start des Aufsteigers gesorgt (7.).

Schon bald zeigte sich, dass den Grünen mit Dejan Ljubicic nicht nur der Kapitän, sondern auch die Balance zwischen Offensive und Defensive verloren gegangen war. Zwar gingen die Gäste in Führung, aber das war ein Geschenk von Balakiyem Takougnadi. Der Verteidiger haute bei einer Schick-Flanke daneben, Knasmüllner schloss platziert ab (14.).

Ein falsches Abseits vor einem Fountas-Treffer verhinderte das 0:2 (17.).

Beim 1:1 zirkelte Stefan Nutz einen Corner zu Thomas Reifeltshammer. Der Ball landete aber auf dem Kopf von Srdjan Grahovac und von dort aus nur einem Meter im eigenen Tor (25.).

Die ungewohnt körperlos agierenden Rapidler spielten mit dem Feuer. Grüll, der am letzten Transfertag beinahe in Hütteldorf gelandet war, hatte seinen Spaß. In Minute 40 ging der Flügel nach einem Grahovac-Fehlpass wieder durch, Gschweidl vollendete zum 2:1. In der Pause telefonierte Rapids Co-Trainer Hickersberger – wohl mit Kühbauer, um einen Ausweg zu besprechen.

In Minute 47 sah Assistent Trampusch wieder ein falsches Abseits und verhinderte einen Elfmeter für Ried. Mit einem Knasmüllner-Volley kündigte sich der Ausgleich an, durch einen Knasmüllner-Abstauber fiel das 2:2. Sahin-Radlinger hatte einen Ullmann-Weitschuss nicht bändigen können (51.).

Das 2:3 bewies, dass es der Tag der Eigentore war. Fountas war aus der eigenen Hälfte losgesprintet, Constantin Reiner verhinderte den Pass auf Kara, doch der Versuch einer Klärung landete im Netz (65.).

Platz eins verspielt

Die Wiener Schwäche bei Standards konnte der Unglücksrabe hingegen nutzen: Der Verteidiger verlängerte einen Nutz-Freistoß zum 3:3 (71.). Davor hatte Fountas alleine vor Sahin-Radlinger die Vorentscheidung vergeben.

Und auch einen Kara-Kopfball hielt der Goalie bravourös (76.). Die Rapidler drängten auf den Sieg und Platz eins. Und wurden ausgekontert. Einen Wießmeier-Schuss parierte Gartler noch.

Doch nach einem Fountas-Fehlpass wurde Grüll perfekt freigespielt – 4:3 (87.).

Ried - Rapid 4:3 (2:1)

Ried, Josko Arena, keine Zuschauer erlaubt (wegen Coronavirus-Pandemie), SR Eisner

Tore:
0:1 (14.) Knasmüllner
1:1 (25.) Grahovac (Eigentor)
2:1 (40.) Gschweidl
2:2 (51.) Knasmüllner
2:3 (65.) Reiner (Eigentor)
3:3 (71.) Reiner
4:3 (87.) Grüll

Ried: Sahin-Radlinger - Takougnadi (72. Haas), Reifeltshammer, Reiner, Lercher - Ziegl, Lackner - Paintsil (81. Wießmeier), S. Nutz (81. Offenbacher), Grüll (90. Boateng) - Gschweidl (72. Bajic)

Rapid: Gartler - Schick (89. Kitagawa), Hofmann, Barac, Ullmann - Grahovac, Knasmüllner, Ritzmaier - Demir (57. Stojkovic), Kara (82. Alar), Fountas

Gelbe Karten: Keine bzw. Hofmann

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