Sport | Fußball 01.08.2015

Neues Kräfteverhältnis in der Liga: Rapid siegt bei Salzburg

Grüner Gewinner: Stefan Schwab (Mi.), am Mittwoch noch Rot-Sünder, traf in Salzburg für Rapid. © Bild: APA/KRUGFOTO

Die Wiener siegen in Salzburg 2:1 und liegen nach zwei Runden sechs Punkte vor dem Meister

Es war ein Bundesliga-Hit im Zeichen der Champions-League-Qualifikation kommende Woche. Und ein Spiel, das die neue Rangordnung in der Bundesliga manifestiert: Vizemeister Rapid gewinnt bei Salzburg völlig verdient mit 2:1.

Der Titelverteidiger startete also erstmals in der zehnjährigen Ära Red Bull mit zwei Niederlagen in die Saison, während der neue Titelfavorit nun schon bei sechs Punkten hält.

Die Trainer hatten erwartungsgemäß rotiert: Bei Salzburg begannen im Vergleich zum 2:0 am Mittwoch gegen Malmö mit Keeper Walke, Pires und Laimer drei neue Spieler, bei Rapid waren im Vergleich zum Hinspiel gegen Ajax (2:2) mit Dibon, Huspek, Schaub und Prosenik vier Neue dabei.

Die frischen Kräfte sollten auch die Anfangsphase prägen. Pires hätte Salzburg früh in Führung bringen können (3.), genauso wie Prosenik Rapid (8.).

Nach offenen zehn Minuten bekamen die Wiener immer mehr Zugriff auf das Spiel, die Salzburger Zentrale ließ aus. Das Übergewicht sollte sich auch in der Führung widerspiegeln.

15. Minute: Petsos trifft mit einem Freistoß von der Strafraumgrenze, der zwar platziert, aber nicht besonders scharf war. Walke kam nicht an den Ball, wohl auch, weil ihm zwei Rapidler in der Salzburger Mauer die Sicht verstellt hatten.

Rapids erster direkter Freistoßtreffer seit dem 29. März 2014 hatte aber einen schalen Beigeschmack. Schaub war von Keita gefoult worden. Der Rapidler hatte Glück, dass er zu diesem Zeitpunkt noch dabei war, nachdem er kurz davor Atanga umgestoßen hatte.

Klassespiel

Das schnelle Tor tat dem Spiel aber gut. Das Tempo wurde trotz der drückenden Hitze immer höher. Es war ein Hin und Her. Beric-Ersatz Prosenik vergab die Chance auf das 2:0 (29.). Im Gegenstoß hätte Berisha den Ausgleich schießen müssen, traf aber Rapid-Keeper Novota.

Statt 1:1 stand es in der 33. Minute 0:2: Ein Kainz-Freistoß wurde vom Ex-Salzburger Dibon per Kopf verlängert, Ulmer legte unfreiwillig auf, der Red-Bull-Akademiker Schwab schoss trocken ein. Auch der zweite Treffer der Wiener fiel also aus einer Standardsituation.

Salzburg-Trainer Zeidler reagierte zur Pause, brachte mit Leitgeb und Oberlin zwei Spieler, die gegen Malmö begonnen hatten. Die schwachen Laimer und Djuricin blieben in der Kabine. Aber beim Meister lief auch weiterhin offensiv nicht viel zusammen. Und das Defensivspiel ist sowieso nicht die Salzburger Stärke. Rapid war reifer, aber nicht clever genug, um das Spiel zu entscheiden.

Der Meister kam noch einmal heran, aber nicht mehr zurück. Oberlin drückte einen perfekten Ulmer-Stanglpass über die Linie (66.).

Die Schlussoffensive der Salzburger kam aber nicht. Rapid war dem 3:1 immer näher als der Meister dem Ausgleich. Schaub (69.), Petsos (70.) und Beric (80.) ließen tolle Chance aus. Das sollte am Auswärtssieg aber nichts mehr ändern.

Salzburg - Rapid 1:2 (0:2)

Wals-Siezenheim, Red-Bull-Arena, 17.357 Zuschauer, SR Schörgenhofer

Tore:
0:1 (15.) Petsos
0:2 (33.) Schwab
1:2 (66.) Oberlin

Salzburg: Walke - Schmitz, Miranda, Hinteregger, Ulmer - Atanga, Laimer (46. Ch. Leitgeb), Keita, Berisha (73. Minamino) - Djuricin (46. Oberlin), Pires

Rapid: Novota - Auer, Sonnleitner, Dibon, Stangl - Petsos, Schwab - Huspek (55. Schobesberger), Schaub (80. Grahovac), F. Kainz - Prosenik (63. Beric)

Gelbe Karten: Schmitz, Atanga, Pires bzw. Schaub, Kainz

Walke: "Wir haben in der ersten Spielhälfte Kinderfußball gespielt"

Peter Zeidler (Trainer Salzburg): „Wir sind nicht so glücklich mit dem Spiel. Wir hatten viele Ballverluste, unsere Präzision war nicht so da. Wir waren nicht gut bei Standardsituationen, das müssen wir verbessern. Aber wir haben eine junge Mannschaft, wir können von diesen Spielen sehr viel lernen und uns entwickeln. Wir brauchen noch Zeit für die Entwicklung. Wir haben verdient verloren, es war eine tolle Leistung von Rapid. Wir akzeptieren diese Niederlage.“

Alexander Walke (Torhüter Salzburg): „Wir haben in der ersten Spielhälfte Kinderfußball gespielt, Rapid war viel cleverer. Am Mittwoch (gegen Malmö, Anm.) müssen wir als Männer auftreten.“

Zoran Basisic (Trainer Rapid): „Es war ein intensives, spannendes Spiel. Beide Teams haben versucht, offensiv zu spielen und Tore zu erzielen. Es war auch sehr kampfbetont, ein echtes Spitzenspiel. Ich bin mit dem Sieg sehr zufrieden. Wenn man nach Salzburg kommt, ist man meistens nicht Favorit. Dann ist es erfreulich, dass wir gut gespielt haben und mit drei Punkte nach Hause fahren können.“

Erstellt am 01.08.2015