Der Nächste, bitte: Wie Coach Silberberger den WAC retten will
Thomas Silberberger ist bereits der vierte WAC-Trainer in dieser Saison
Sieben Runden vor Schluss zog der WAC erneut die Reißleine und tauschte vor dem Heimspiel am Samstag gegen Ried den Trainer aus: Thomas Silberberger ist in dieser Saison bereits der vierte Coach der Kärntner, die nur mehr vier Punkte vor Schlusslicht Blau-Weiß-Linz liegen.
Für den Tiroler, der erst vor Ostern seinen Dienst bei der Admira quittierte, ist der Abstiegskampf aus seiner Zeit bei WSG Tirol nichts Neues. „Der Ligamodus hat mich gekillt“, hatte Silberberger bei seinem Abschied vor zwei Jahren aus Wattens erklärt.
KURIER: Und jetzt sind Sie schon wieder mittendrin statt nur dabei.
Thomas Silberberger bewahrte seinerzeit die WSG Tirol immer vor dem Abstieg
Wo liegen die Probleme?
Natürlich habe ich schon im Training einige Sachen angesprochen. Aber ohne jetzt auf meine Vorgänger hinzuhauen, sondern dabei ging es vor allem um gewisse Defizite, die mir in den letzten Spielen als Zuseher aufgefallen sind.
Zum Beispiel?
Die Art und Weise, wie man auf dem Spielfeld miteinander umgeht, die negative Körpersprache. Das hat ja jeder gesehen. Damit habe ich die Mannschaft konfrontiert. Ich habe den Spielern auch klipp und klar gesagt, worauf es in der Qualirunde ankommt und welcher Fußball hier gefragt ist.
Kann der WAC denn überhaupt Abstiegskampf?
Für diese Mannschaft ist das eine neue Erfahrung, die haben in der letzten Saison bis zum letzten Match um das Double gespielt. Die Träume, mit denen man in die Saison gegangen ist, waren ganz andere. Jetzt ist die bittere Realität, dass man sich dem Abstiegskampf stellen muss.
Mit dem WAC ging es in den letzten Monaten steil bergab
Haben Sie den Eindruck, dass den Spielern der Ernst der Lage bewusst ist?
Doch, doch. Aber ich habe schon gemerkt, dass eine große Verunsicherung in der Mannschaft ist. Das gilt es aufzubrechen.
Für Sie muss das ja business as usual sein. Sie waren als WSG-Coach schon öfter in dieser Situation.
Wissen Sie, was ich den WAC-Spielern gleich am Anfang gesagt habe? Ich hätte mir bei der WSG einmal die Situation gewünscht, vier Punkte Vorsprung auf den Letzten zu haben. Ich weiß, was Druck bedeutet.
Was sagt es über eine Mannschaft aus, wenn es in einer Saison vier Trainer braucht?
Vorweg: Wenn Didi Kühbauer nicht zum LASK wechselt, dann wäre das alles gar nicht passiert. Peter Pacult war halt ein Missverständnis, der dritte Trainer war dann noch ein Missverständnis.
Und was macht Sie sicher, dass Sie nicht das nächste Missverständnis sind?
Weil ich ein Langzeittrainer bin. Das sieht man ja an meinen Stationen. Mit den 22 Monaten bei der Admira war ich auch dort der Langzeittrainer der letzten zwölf Jahre. Und ich wäre wahrscheinlich heute noch Admira-Trainer, hätte ich nicht den Rücktritt angeboten.
Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung.
Ich hab’ nicht damit spekuliert, dass sich so schnell etwas ergeben könnte. Bei der Admira war einiges im Argen, rund um den ganzen Verein. Dem wollte ich mich einfach nicht stellen. Am Ende des Tages war ich ja für alles verantwortlich und an allem schuld: Alles ist auf mich abgeladen worden, von außen ist viel Toxisches in den Verein getragen worden. Und wenn es nur um die Termine bei Sky ging.
Sie waren parallel als Experte bei Sky tätig.
Und das war auch klar mit dem Klub geregelt und kommuniziert. Da ist keine Minute verloren gegangen. Dank meiner Sky-Tätigkeit war die Admira sicher der meistgenannte österreichische Zweitligist. Bei vielen anderen Vereinen weiß man ja gar nicht, dass die in der zweiten Liga spielen.
Zurück zum WAC: Was wollen Sie im ersten Match am Samstag gegen Ried sehen?
Es braucht jetzt sicher neue Tugenden. Wir müssen uns dem Stil der Qualirunde stellen. Was aber schon auffällt: Alle Teams spielen mit einer Fünferkette, nur der WAC spielt mit einer Viererkette. Auch das ist ein Grund, weshalb es so massive Probleme gibt.
Haben Sie die WAC-Spieler auch bei der Ehre gepackt?
Ich hab’ der Mannschaft gesagt: Wir können in 14 Tagen alles richtig machen und alles regeln. Dafür muss sich in den Spielen gegen Ried und zwei Mal gegen Blau-Weiß Linz jeder einbringen. Wenn das nicht passiert, dann steht das Wasser danach noch höher.
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