Violettes Finale: Austria muss siegen, warten, hoffen und schauen

Zwei Fußballspieler von Austria Wien umarmen sich auf dem Spielfeld.
Die Veilchen zittern gegen WSG Tirol um die Top 6. Wieso die Verantwortlichen versuchen, den Druck aus dem Kessel zu nehmen.

Will man sich ablenken lassen oder nicht? Das ist bei der Austria die Frage. Trainer Michael Wimmer hat kein Problem damit, wenn der Zwischenstand der Partie Klagenfurt gegen Rapid in der ausverkauften Generali Arena eingeblendet wird. „Das erhöht den Reiz.“ Die Veilchen dürfen aber den Fokus nicht verlieren, sind zum Siegen gegen WSG Tirol verpflichtet, will man die Chance auf die Meistergruppe noch wahren. Das gelingt dann, wenn es in Klagenfurt einen Sieger gibt.

„Es ist eine spezielle Situation, die Mannschaft wird den Support brauchen“, freut sich Wimmer über ein volles Haus. Sportdirektor Manuel Ortlechner warnt: „Es wird schon so viel gerechnet, zuerst müssen wir aber einmal die nicht leichte Aufgabe lösen. Ganz abhängig von anderen Spielen. Gelingt das, könnte es sich noch ausgehen.“

Wer es in 21 Runden nicht über den Strich geschafft hat, der muss akzeptieren, dass er in der 22. Runde von anderen Vereinen abhängig ist. Selbst bei einem Sieg könnten die Violetten durch die Finger schauen. „Auch dann geht das Leben weiter“, versucht Ortlechner den Druck aus dem Kessel zu nehmen. „Dann muss das Motto in der Qualifikationsgruppe lauten: Gehen wir Austria schauen. Egal, wer der Gegner ist.“ 

Sportvorstand Jürgen Werner hatte schon vor Wochen von „keinem Beinbruch“ gesprochen, falls man die Top 6 verpasst. Vielmehr gehe es um die Entwicklung der Mannschaft. Ortlechner: „Wir haben einen festen Glauben an die Mannschaft, die Meisterschaft ist mit dem Sonntag ja nicht beendet. Wir Verantwortlichen können die Situation schon gut einschätzen.“

Die Einordnung der Saison fällt bei Ortlechner wie folgt aus: „Der Start war nicht gut, nicht wie vorgestellt. Das Ausscheiden im Europacup gegen Legia Warschau war ein Nackenschlag. Die Ereignisse haben wir dann im Herbst mental weggesteckt.“ Schafft die Austria den Sprung über den Strich nicht, dann hat man es schon im August und September vergeigt. Da lief man stets hinterher, erst mit dem 0:0 daheim im Derby gegen Rapid kam die Trendwende und eine stolze Serie ohne Niederlage und Gegentor.

Im Frühjahr feierten die Austrianer drei Siege, kassierten eine bittere Niederlage in Hütteldorf. Gut möglich, dass am Ende zwölf von 15 möglichen Punkten und 33 Zähler in der Tabelle doch nicht reichen für die Meistergruppe. Wirtschaftlich wäre das für die finanziell ohnehin angeschlagene Austria freilich ein weiterer Tiefschlag, zumal der Weg in eine mögliche Europacup-Gruppenphase dann ewig lang erscheint und schon im Juli beginnen würde.

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