Siegreich in Wien: Mattersburg blieb vom Rapid-Lauf unbeeindruckt.

© Agentur Diener/DIENER / Philipp Schalber

Bundesliga
08/29/2015

Erste Saison-Niederlage für Rapid

Der starke Aufsteiger Mattersburg nutzt beim 4:2 in Wien 85 Minuten die Überzahl.

von Alexander Huber

Nach 18 Bundesligaspiele ohne Niederlage ist die beeindruckende Serie von Rapid gerissen. Das 2:4 gegen Mattersburg auf die Aufregung um den drohenden Abgang von Robert Beric zu schieben, wäre zu billig. Entscheidend waren der Ausschluss von Tormann Richard Strebinger nach nur fünf Minuten und eine sehr reife Leistung des starken Aufsteigers gegen die nach dem Kraftakt gegen Donezk noch sichtlich müden Hütteldorfer.

Bei der Schlüsselszene landete ein Befreiungsschlag von Strebinger bei Röcher, dessen Heber der nominelle Zweiergoalie außerhalb der Strafraumgrenze parierte. Rot von Schiedsrichter Drachta war die einzig richtige Entscheidung (5.). Weil Stammtorwart Novota auf der Tribüne saß, kam Knoflach zum Debüt. Dass der 21-Jährige unaufgewärmt ins Spiel musste, war bei den gestrigen Temperaturen kein Problem. Feldspieler Schaub wurde von Coach Barisic geopfert.

Starker Onisiwo

Es dauerte eine Viertelstunde, bis die Gäste vor der ungewohnten Kulisse mit der Überzahl etwas anzufangen wussten. Dann war aber offensichtlich, dass Ballverteiler Jano keinen Gegenspieler mehr hatte. Immer wieder wurden über die Flügel Angriffe aufgebaut. Immer wieder rettete Knoflach. Gleich zwei Mal gegen den erneut starken Onisiwo (23., 25.).

Rapid verlegte sich aufs Kontern und hätte trotz der Unterzahl in Führung gehen können. Alar, der sich als Beric-Ersatz versuchen durfte, wurde in letzter Sekunde von Malic gestört (34.). Die beste Chance hatte Schobesberger nach Schwab-Pass – Kuster reagierte mit dem Fuß stark.

Im Gegenzug zeigte der Aufsteiger, wie es geht. Pink war schneller als Dibon und spielte perfekt auf Michael Perlak. Ein ebenso schöner Heber folgte – 0:1 (39.).

Rapid kam noch mal mit frischem Schwung aus der Kabine. Eine Flanke von Kainz legte Schobesberger zu Deni Alar weiter, der mit Übersicht ausglich (50.).

Müde Rapid-Defensive

Der nächste Schuss der Mattersburger saß wieder. Und wie. Thorsten Röcher traf in Minute 60 beide Stangen und dann ins Tor.

Jetzt war die müde Defensive mit dem präzisen Spiel der Gäste überfordert. Vor allem mit Onisiwo, der Pavelic narrte, Markus Pink musste nur noch zum 1:3 einschieben (62.). Einen feinen Konter schloss Verteidiger Thorsten Mahrer gar zum 1:4 nach 78 Minuten ab. Joker Steffen Hofmann sorgte noch für den 2:4-Endstand (81.).

Rapid - Mattersburg 2:4 (0:1)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 14.300, SR Drachta

Tore:
0:1 (39.) Perlak
1:1 (51.) Alar
1:2 (60.) Röcher
1:3 (62.) Pink
1:4 (78.) Mahrer
2:4 (81.) S. Hofmann

Rapid: Strebinger - Pavelic, Sonnleitner, Dibon, Auer - Petsos, Schwab (67. S. Hofmann) - Schobesberger, Schaub (6. Knoflach), F. Kainz (67. Prosenik) - Alar

Mattersburg: Kuster - Höller, Malic, Mahrer, Farkas - Jano - Röcher (73. Grgic), Prietl, Perlak (85. Sprangler), Onisiwo - Pink (75. Templ)

Rote Karte: Strebinger (5./Torraub)

Gelbe Karten: keine

Barisic: "Heute ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann"

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): "Mattersburg ist der verdiente Sieger. Der Ausschluss hat uns natürlich überhaupt nicht in die Karten gespielt. Wir haben uns schwergetan, waren physisch und psychisch heute nicht bei 100 Prozent. Wir haben einfache Fehler gemacht, uns damit immer wieder selbst in die Bredouille gebracht. Wir sind auch als Team nicht geschlossen aufgetreten."

Angesprochen auf einen "schwarzen Samstag" (möglicher Beric-Abgang und Niederlage): "Heute ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann."

Ivica Vastic (Mattersburg-Trainer): "Wir haben die Gunst der Stunde genutzt. Wir haben gut ins Spiel hineingefunden, haben mit viel Ruhe agiert. Begünstigt durch die Rote Karte haben wir uns natürlich leichter getan. Wie schwierig es mit einem Mann weniger ist, haben wir unlängst gegen die Austria spüren müssen. Wir haben aber clever und mutig nach vorne gespielt. Die Mannschaft hat sich heute selbst belohnt, indem sie alles umgesetzt hat, was wir uns vorgenommen hatten."

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