Der Unterschied: Munas Dabbur traf zuletzt ein Mal gegen Österreich, gleich vier Mal gegen die Austria.

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Sport Fußball
03/31/2019

5:1 - Salzburg lässt der Austria keine Chance

Dank einer starken zweiten Hälfte und vier Toren von Munas Dabbur wehrt der Leader den LASK-Angriff ab.

von Stephan Blumenschein

Mit einem letztlich verdienten 5:1-Erfolg gegen Schlusslicht Austria startete Titelfavorit Salzburg in die Meistergruppe und verteidigte vor dem direkten Duell am Sonntag den Vier-Punkte-Vorsprung auf den LASK.

Die Salzburger hatten vor Spielbeginn den Atem der Linzer im Nacken gespürt – so intensiv wie überhaupt noch nie in dieser Saison. Nachdem der Tabellenzweite am frühen Nachmittag einen 3:0-Erfolg in Wolfsberg gefeiert hatte, betrug der Vorsprung des Serienmeisters nur mehr einen Punkt. Vor dem Frühjahrsstart waren es noch (ohne Punkteteilung) satte 14 Zähler gewesen.

Dass der Titelkampf kein Selbstläufer mehr ist, war zunächst nicht zu übersehen. Salzburg begann verhalten, ja ängstlich. Die Gäste aus Wien, die von Trainer (und Ex-Salzburger) Robert Ibertsberger in einem fluiden 3-4-3-System auf das Spielfeld geschickt worden waren, erwischten den weit besseren Start. In der 9. Minute hätte es 0:1 stehen können, ja müssen: Sax lief nach einem Traumpass von Prokop alleine auf Keeper Stankovic zu, schoss aber neben das Salzburger Tor.

Die vergebene Großchance tat dem Spiel gar nicht gut. Im Gegenteil: Die langweilige Partie zog sich weiter wie ein Strudelteig. Es dauerte lange, bis wieder Erwähnenswertes passierte: Gulbrandsen hatte für ein Lainer-Zuspiel zu kurze Beine (21.).

Erste Patzer

Nun begann die Austria-Defensive zu patzen: Nach einem schlechten Abschlag von Schoissengeyr verfehlte der freistehende Dabbur das Austria-Tor (27.). Im Gegenzug schaffte Edomwonyi dieses nach einem Doppelpass mit Prokop mit dem Salzburger Tor (28.). Die Partie nahm also endlich an Fahrt auf.

Die nächste Chance ließ sich der Bundesliga-Toptorschütze nicht entgehen: Sax vertändelt den Ball in der Vorwärtsbewegung, Stefan Lainer kann ungehindert in den Strafraum spielen, der ebenfalls freistehende Israeli verwertet locker – 1:0 (34.).

Elfmeter-Geschenk

Aber auch Salzburg machte Fehler: Onguéné schießt an der Outlinie Edomwonyi ab, der herausstürmende Stankovic erwischt im Strafraum nicht den Ball, sondern den Austrianer Matic. Sax verwertet den Elfmeter sicher – 1:1 (41.).

Nach der Pause fiel schnell ein Tor: Wieder einmal begeht Schoisengeyr beim Herausspielen einen Fehlpass, Minamino kann Richtung Austria-Tor laufen und aus spitzem Winkel einschießen – 2:1 (47.).

Rekord

Die neuerliche Führung nahm offensichtlich viel Druck von den Salzburger Schultern. Denn danach begann das Red-Bull-Werkl zu laufen. Die Austria hatte Glück, dass der laufschwache Schiedsrichter Drachta ein Foul von Schoissengeyr an Gulbrandsen im Austria-Strafraum übersah (59.).

In Minute 67 kam bei der Austria jener Spieler, der für die letzte Salzburger Heimniederlage verantwortlich gewesen war: Christoph Monschein, damals noch bei der Admira, traf Ende November 2017 zum 1:0-Sieg der Südstädter in der Red-Bull-Arena.

Am Sonntag war er erfolglos, Salzburg blieb nicht nur im 40. Bundesliga-Heimspiel in Serie ungeschlagen (neuer Rekord), sondern feierte einen klaren Sieg. Zunächst erwischte Schoissengeyr Minamino im Strafraum, dieses Mal gab Drachta Elfmeter. Dabbur traf, aber erst im Nachschuss (75.). Und auch für die beiden weiterem Treffer zum 5:1-Endstand war der Israeli, der nun bei 16 Ligatoren hält, verantwortlich.