Mit einer Fortsetzung der Fußball-Karriere von Boiko Borissow wird in Bulgarien nicht gerechnet.

© Reuters/STOYAN NENOV

Bulgarien
08/27/2013

Ein Ex-Regierungschef ist ältester Fußball-Profi

Boiko Borissow, der Chef der regierenden Partei in Bulgarien, erfüllte sich einen Jugendtraum.

Bulgariens Ex-Regierungschef Boiko Borissow ist seit dem Wochenende Europas ältester Fußball-Profi. Der 54-Jährige gab im Trikot des bulgarischen Zweitligisten Witoscha (Bistriza) tatsächlich sein Liga-Debüt und hielt in Sofias Stadion Lokomotiw beim 0:0 gegen Widima Rakowski bis zu seiner Auswechslung in der 54. Minute sogar ganz gut mit. Mit der Nummer 13 versuchte sich der kräftig gebaute Borissow bei seinem Lieblingsklub als Mittelstürmer.

Offensichtlich wollte sich Borissow damit nur einen Jugendtraum erfüllen. Offizielle Stellungnahmen gab es nicht. Mit einer Fortsetzung seiner Fußball-Karriere wird in Bulgarien nicht gerechnet. Schließlich beginnt in einer Woche die politische Saison mit der ersten Parlamentssitzung nach der Sommerpause - und vor dem passionierten Kicker liegen als Gründer und Chef der bis Februar regierenden bürgerlichen Partei GERB zahlreiche Herausforderungen. Die Opposition fordert den Rücktritt der aktuellen Regierung und eine weitere Neuwahl. Da bleibt kaum Zeit für sein Hobby.

Trotzdem listete ihn das populäre bulgarische Sportportal Sportni.bg unter den "ältesten Top drei des Weltfußballs" auf - zusammen mit dem Mexikaner Salvador Reyes und dem Brasilianer Pedro Ribeiro Lima.

Leidenschaft

Bereits in seiner Freizeit als Ministerpräsident hatte Borissow gerne bei seinem Lieblingsteam Witoscha (Bistriza) mitgespielt. Er ließ die "Tiger von Bistriza", so der Spitzname des Teams, auch mit der Regierungsmaschine fliegen, was inzwischen zu einem Fall für staatliche Ermittlungen geworden ist. Borissow blickt dem Ganzen gelassen entgegen und nutzt jede Gelegenheit, seine Leidenschaft für den Fußball zu bekunden. Noch als kleiner Junge in Bankja habe er mit einem Schmalzbrot in der Hand und mit abgetragenen Turnschuhen gekickt, sagt er immer wieder.

Unmittelbar nach dem Rücktritt seiner Regierung im Februar musste der Politiker im Regierungskrankenhaus in Sofia wegen Bluthochdrucks behandelt werden. Bei seiner Aufnahme als Profi-Spieler bei Witoscha (Bistriza) soll er aber in ausgezeichneter körperlicher Verfassung gewesen sein, schrieben die Medien. Eine gute Kondition wird er bei seinen anstehenden politischen Kämpfen aber auch benötigen.

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