Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Eigentor von FIFA-Boss Infantino: Hat der geplatzte Investoren-Deal Folgen?

Gianni Infantino gerät wegen seiner Investoren-Pläne ins Kreuzfeuer. Die UEFA spricht dem FIFA-Präsidenten das Misstrauen aus. Es ist nicht der erste Skandal.
FILES-FBL-FIFA-UEFA-ECONOMY

Falls Gianni Infantino tatsächlich den Plan verfolgt haben sollte, mit seinem Investoren-Deal im nächsten Jahr seine Wiederwahl als Präsident der FIFA zu sichern, dann ist das krachend gescheitert

Umstritten war der selbstherrliche Schweizer Boss des Fußball-Weltverbandes ja schon seit längerer Zeit, aber mittlerweile wollen viele Infantino nur noch loswerden. Am liebsten so schnell wie möglich.

„Vertrauen verloren“: UEFA geht auf Konfrontationskurs mit Infantino

Die UEFA geht dabei voran und auf Konfrontationskurs mit dem Mann, der seit 2016 im Stile eines ballmächtigen Alleinherrschers die Geschicke der FIFA führt. „Die aktuelle FIFA-Führung hat nicht nur das Vertrauen der UEFA, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie verloren“, heißt es in einer Aussendung des europäischen Verbandes.

Der Hintergrund: Gianni Infantino hatte im Alleingang die Idee geboren, 20 Prozent der kommerziellen Rechte der FIFA an private Investoren zu verkaufen. Den 211 nationalen Verbänden versprach er dafür einen Geldregen – im Gegenzug erwartete er sich das Wohlwollen und die Stimmen bei der Präsidentenwahl 2027.

Perfides Spiel

Die Vertreter der UEFA durchschauten das perfide Spiel ihres früheren Generalsekretärs sofort und beschlossen einstimmig, künftige Weltmeisterschaften zu boykottieren. Als dann auch die Kontinentalvertreter aus Asien und Nord- und Mittelamerika- mitzogen, sah sich Gianni Infantino gezwungen, von seinen Verkaufsplänen abzurücken.

FIFA-Präsident Gianni Infantino vollzieht eine peinliche Kehrtwende bei den Plänen zur Vermarktung der Weltmeisterschaft. Er räumt ein, dass diese ’für Spaltung gesorgt’ hätten, und hofft nun, den Fußball wieder zu vereinen.

von der britischen Zeitung Daily Mail

über die Pläne von Infantino

„Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die – unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen“, ließ Infantino verlautbaren.

Gebrochene Versprechen

Doch der FIFA-Präsident irrt, wenn er glaubt, dass damit die Angelegenheit vom Tisch ist. Schon gar nicht für ihn. Die UEFA wertet Infantinos Vorgehen als grobes Foul an den Spielregeln und spricht in ihrer Aussendung vom Samstag von einem schäbigen, im Hinterzimmer ausgehandelten und undurchsichtigen Deal, den er ausheckte und durchdrücken wollte.

Richtig genüsslich konfrontiert die UEFA Präsident Gianni Infantino mit den eigenen Versprechungen, die er 2016 vor seiner Wahl zum FIFA-Boss vollmundig gegeben hatte: „Das Geld der FIFA ist euer Geld. Es ist nicht das Geld des FIFA-Präsidenten“, hatte der Schweizer damals verkündet und versichert: „Natürlich müssen wir transparent sein.“

Nicht der erste Skandal vom FIFA-Präsidenten

Diese Ansagen fliegen ihm zehn Jahre und einige Skandale später (FIFA-Friedenspreis an Donald Trump, Aufhebung der Balogun-Sperre nach telefonischer Intervention des US-Präsidenten) so richtig um die Ohren. „Er hat es geschafft, beide Versprechen nicht einzuhalten“, moniert die UEFA, „wir können nicht weitermachen wie bisher“.

Tatsächlich dürfte sich Gianni Infantino mit seinen hochtrabenden Plänen ein Eigentor geschossen haben. Schwer vorstellbar, dass sich der Schweizer nach diesem massiven Vertrauensverlust noch eine weitere Periode im Amt halten kann.

Rücktrittsaufforderung aus England

Aus dem Mutterland des Fußballs kommt schon eine erste Rücktrittsaufforderung: Infantino sei „der falsche Mann“ an der Spitze der FIFA, erklärte der britische Premierminister Andy Burnham.

Kommentare