„Reine Bestechung“: Schwere Vorwürfe gegen die FIFA-Spitze
Die FIFA hat es offenbar eilig. 53 Tage geben die Weltverbandsbosse ihren Mitgliedsverbänden, um den umstrittenen Investorenplänen zuzustimmen, und knüpfen daran ein Zuckerbrot: Wer rasch zustimmt, kann mit einer Zahlung von 40 Millionen Dollar rechnen, wer ablehnt, muss sich mit 10 Millionen begnügen. Das berichtete die Times am Mittwoch und zitiert dazu eine anonyme Quelle, die dafür deutliche Worte fand: „reine Bestechung“. Von der FIFA selbst gab es zunächst keine Stellungnahme.
Der Widerstand gegen die Pläne nimmt unterdessen in der gesamten Fußball-Welt zu. Die UEFA reagierte bereits per scharfem Statement auf X, veröffentlicht noch bevor die FIFA ihre Pläne überhaupt bestätigt hatte. Laut BBC soll bei einem Dringlichkeitstreffen der europäischen Verbände diese Woche sogar ein Boykott von FIFA-Wettbewerben zur Sprache kommen.
UEFA-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke erinnerte an das Gewicht, das Europas Fußball dabei in die Waagschale werfen kann: „Bei der WM standen sechs europäische Teams im Viertelfinale und drei im Halbfinale. Wenn sich der europäische Fußball geschlossen gegen die Pläne wehrt, hat das sehr viel Gewicht.“
Déjà-vu von 2018
Auch aus Österreich kommt Gegenwind. „Ich stehe den Plänen ablehnend gegenüber“, sagte ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll. „Mein Zugang geht zu 100 Prozent mit dem Statement der UEFA konform.“
Die nord- und mittelamerikanische Konföderation CONCACAF beklagte indes das „Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens“, der asiatische Verband AFC zeigte sich enttäuscht, dass der Vorschlag verkündet wurde, ehe man Zeit gehabt hätte, ihn überhaupt zu prüfen.
Neu ist Infantinos Ambition dabei ohnehin nicht. Schon 2018 warb er für einen Investoren-Deal in Höhe von 25 Milliarden Dollar, mit dem eine aufgestockte Klub-WM finanziert werden sollte. Damals scheiterte er aber am Widerstand der UEFA unter Aleksander Ceferin, der sich 2021 auch als einer der lautesten Gegner der geplanten Super League positionierte.
Diesmal ruft die FIFA rund vier Milliarden Dollar auf und lockt vor allem kleine Verbände mit der Aussicht auf massiv steigende Einnahmen, laut eigenen Angaben könnten sich diese bis 2038 mehr als verdreifachen. Ein Köder, der die Front der Gegner diesmal brüchiger machen könnte als noch 2018.
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