A.C. Roma striker Francesco Totti(R) controls the ball with French Juventus defender Fabian O'Neill (L) and Cristian Zenoni during their Italian Serie A soccer match in Turin's Delle Alpi stadium September 29, 2001. REUTERS/Claudio Papi REUTERS

© Reuters/Claudio Papi

Die Kehrseite des Fußballs
07/04/2013

Ex-Serie-A-Profi gibt Spielmanipulation zu

Der Uruguayer Fabian O'Neill bestätigt, an der Manipulation von zwei Partien beteiligt gewesen zu sein.

von Mirad Odobasic

Wenn man in der letzten Zeit einen Gedanken an Italiens Fußball verschwendet hat, dann war dieser wohl im negativen Kontext angesiedelt. Im Land des viermaligen Weltmeisters versucht man seit Jahren, mehr oder weniger vergeblich, den Drahtziehern der Spielmanipulation auf die Schliche zu kommen. Dass es diese gegeben hat bzw. immer noch gibt, daran zweifelt spätestens nach der Beichte des ehemaligen Kapitäns des Erstligisten AS Bari Andrea Masiello niemand mehr.

Nun sorgen die Aussagen eines ehemaligen Serie-A-Kickers für die nächste Welle der Empörung. Der inzwischen in die Fußballpension gegangene Uruguayer Fabian O'Neill gab in einem Interview in seiner Heimat zu, an der Manipulation von Partien in der höchsten Spielklasse Italiens beteiligt gewesen zu sein.

"Während meiner Zeit bei Cagliari habe ich eine Partie gegen Chievo Verona manipuliert. Beiden Teams genügte ein Remis zum Klassenerhalt, für den wir von der Klubführung eine zusätzliche Prämie versprochen bekommen hatten. Also sprach ich als Kapitän mit dem Kapitän von Chievo alles ab, zudem setzten alle beteiligten Spieler bei Wettbüros beträchtliche Summen auf ein Remis", sagt der heute 39-Jährige und schildert, wie es dazu kommen konnte, dass der Plan fast schief ging.

"In der 87. Minute gingen wir 2:1 in Führung. Ich ging zum Torschützen Diego Lopez und sagte ihm: 'Du musst das jetzt ausbügeln, verschulde gefälligst ein Gegentor oder wir sind geliefert'. Bis zum Schluss kassierten wir noch ein Tor, das Spiel endete, zum Glück, 2:2"

O'Neill, der in seiner Zeit unter anderem auch bei Juventus Turin unter Vertrag stand, spricht im Interview über eine weitere Schiebung. "Ich war eine Zeit lang Kapitän von Perugia. Auch dort sprach ich das Ergebnis einer Partie statt. Diesmal ging aber alles glatt".

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