epa03817812 UEFA General Secretary Gianni Infantino is reflected on the Champions League trophy during the draw of the play-offs games of UEFA Champions League 2013/14 at the UEFA Headquarters in Nyon, Switzerland, Friday, August 9, 2013. EPA/LAURENT GILLIERON

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Prämien
08/24/2013

Europacup: Der letzte Schritt in den Geldregen

Die Champions League als Jackpot für die Austria, viel zu verdienen gibt es auch in der Europa League.

von Stephan Blumenschein, Alexander Strecha, Alexander Huber

Es klingt wie Musik in ihren Ohren: Am Dienstag bekommen die Austrianer im Play-off-Rückspiel gegen Dinamo nach dem 2:0-Sieg in Zagreb erstmals in der Generali-Arena die Champions-League-Hymne zu hören. „Es ist ein besonderer Moment für uns. Dafür haben wir jahrelang hart gearbeitet“, sagt sogar Manager Markus Kraetschmer ganz sentimental. Auch die Spieler zeigten sich in Zagreb beeindruckt, als sie aufs Feld marschierten.

Champions League. Das ist gleichbedeutend mit Ruhm, Ehre, großer Bühne und Geldregen. „Wir haben es in Zagreb miterlebt. Die Champions League steht mindestens eine Stufe über der Europa League.“

Auch finanziell. Die Prämien in der Eliteliga (siehe unten) sind mittlerweile so hoch, dass die Austria in dieser Europacup-Saison das Budget für ein Jahr einspielen könnte: Zum Antrittsgeld kommen Zuschauereinnahmen, ein Merchandising-Plus, TV-Gelder und (womöglich) Punkteprämien.

Während die Austria ein 2:0 verteidigen kann, muss Rapid nach dem 1:0 gegen Dila Gori beim Europa-League-Play-off-Rückspiel in Tiflis die Nerven bewahren. Nur der vierte Einzug in die Gruppenphase seit 2009 würde die finanziellen Probleme lindern. Rapid könnte zwar nur mit rund einem Drittel der Einnahmen des Erzrivalen planen – die Bedeutung ist aber genauso groß. Anders schaut es bei den Red-Bull-Klubs Salzburg und Pasching aus. Der Konzern kommt ohnehin für die Ausgaben auf – Europacup hin oder her.

Ein Flutlicht für die Erleuchtung

„Wir sind stolz, was wir schon erreicht haben“, beruhigt Markus Kraetschmer manch aufgeregtes violettes Gemüt. Natürlich möchten die Veilchen ihre herbstliche Blütezeit nicht in der Europa League, sondern in der Champions League erleben. Der monetäre Unterschied ist schnell hochgerechnet: Fünf Millionen Euro hier, bis zu 15 Millionen dort.

Mit den Einnahmen aus der Königsklasse könnte die Austria viele geplante Projekte zeitlich um einige Jahre vorziehen, das negative Eigenkapital von 3,5 Millionen tilgen und darüber hinaus Reserven anlegen. Es war im April 2012 auf einer Mitgliederversammlung: Die Austria steckte mit Trainer Ivica Vastic in der Krise, als Markus Kraetschmer dem Publikum seinen Traum von der Champions League darlegte. Man investierte in eine Rasenheizung und ein neues Fluchtlicht. „Weil ich hoffte, dass wir es irgendwann einmal brauchen werden.“ Jetzt ist es so weit: „Ich habe damals nicht gedacht, dass es so schnell gehen könnte. Daher ist der Dienstag für uns alle ein besonderer Tag.“

Zumindest 90 Minuten werden entscheiden, wie viele Millionen nach Favoriten fließen.

Aufstiegschance: 75 Prozent

Die Historie als Warnung

Vieles spricht für Rapid nach dem 1:0 gegen Dila Gori: Die Georgier können zwar beeindruckend verteidigen, müssen beim Rückspiel in Tiflis aber selbst aktiv werden. Dadurch werden Räume frei – wie beim Blitzkonter zum 1:0: In sieben Sekunden von Novota zu Louis Schaub.

Der 18-jährige Torschütze meint: „Es wird nichts anbrennen, wenn wir effizienter werden.“ Doch Trainer Barisic warnt: „Die Georgier werden stark, wenn man sie spielen lässt.“ Rapid muss wieder einen hohen Aufwand betreiben, um an die ersehnten Millionen zu gelangen. Zur Vorsicht mahnt die Statistik: Bisher zehn Mal wurde im Europacup ein 1:0 aus dem Heimspiel verteidigt. Nur fünf Mal wurde auswärts der Aufstieg fixiert. Funktioniert hat es von den letzten drei Duellen gegen Aston Villa (2009) und Petah Tikva (1997), aber nicht gegen Lüttich (1989/1:3).

Bereits morgen wartet das Heimspiel gegen Grödig, Grozurek ist angeschlagen. Gegen den letztjährigen Aufsteiger WAC gab es eine Unserie. Diese soll gegen den bisher starken Liga-Neuling ein Ende finden – auch, um Selbstvertrauen für das Millionenspiel in Tiflis zu tanken.

Aufstiegschance: 65 Prozent

Nur der sportliche Vergleich bringt Bullen vorwärts

Geld ist immer wichtig, auch für die Salzburger, obwohl die Red-Bull-Geldquelle nach wie vor kräftig sprudelt. Aber die rund drei Brutto-Millionen, die den Salzburgern in der Europa League winken, sind eigentlich nur sekundär.

Primär sind es die Spiele selbst, die für Salzburg wichtig sind: Nur auf europäischem Niveau kann sich das Team weiterentwickeln. Deshalb ist der vierte Einzug in die Europa-League-Gruppenphase nach einem Jahr Pause so eminent wichtig.

Dass die Salzburger diesen schon nach dem Play-off-Hinspiel gegen Schalgiris Vilnius geschafft haben, daran gibt es keinen Zweifel – weniger wegen des 5:0-Sieges, sondern viel mehr wegen der Leichtigkeit, wie das Ergebnis zustande kam. „Der Klassenunterschied war extrem“, meinte Schalgiris-Trainer Marek Zub. Das Rückspiel am kommenden Donnerstag ist nur noch eine Formsache. „Wir können beruhigt nach Vilnius reisen“, weiß Salzburg-Coach Roger Schmidt.

Aufstiegschance: 100 Prozent

Der Cupsieger hat noch Hoffnung

Das Abenteuer Europa League begann für die Oberösterreicher mit einer 0:2-Niederlage in Portugal und scheint damit schon wieder fast zu Ende zu sein. Der Regionalligist wehrte sich bei Estoril Praia zwar aufopfernd, war aber zumeist in der eigenen Spielhälfte eingeschnürt. Und doch wären die Paschinger in der Schlussphase fast zum wichtigen Auswärtstreffer gekommen. Aber nur fast, denn der Elfmeter wegen Torraub wurde zurückgenommen.

„Der Schiedsrichter hat sich bei mir nach dem Spiel entschuldigt“, berichtete Trainer Gerald Baumgartner. Sein Team benötigt nach dem 0:2 bereits ein kleines Wunder, um doch noch den Sprung in die Gruppenphase zu schaffen.

Aufstiegschance: 10 Prozent

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