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Sport Fußball
06/12/2021

EM-Start gegen Russland: Belgiens goldene Generation ist gefordert

Der ewige Geheimfavorit startet am Samstag im Schlagerspiel gegen Russland in das Turnier.

von Peter Gutmayer

Und wieder einmal starten die Belgier als Geheimfavorit in ein Turnier. Seit drei Jahren thronen die Roten Teufel auf Platz eins der Weltrangliste, der Titel bei einem Großereignis ist bisher jedoch ausgeblieben, Platz drei bei der WM 2018 war das Höchste der GefĂŒhle. Langsam, aber sicher lĂ€uft der goldenen Generation rund um Eden Hazard, Romelu Lukaku und Kevin de Bruyne aus AltersgrĂŒnden die Zeit davon. Die EURO ist vielleicht die letzte Chance, den Thron zu erklimmen.

„Ich denke, es lautet ,jetzt oder nie‘ fĂŒr sie“, schĂ€tzt Starcoach JosĂ© Mourinho. Doch vor dem ersten Spiel am Samstag gegen Russland (21.00/live ORF 1, ZDF) hat Teamchef Roberto Martinez doch einige Baustellen zu beklagen. De Bruyne fĂ€llt nach seinen im Champions-League-Finale erlittenen Gesichtsverletzungen aus. KapitĂ€n Eden Hazard kĂ€mpfte das vergangene Jahr beinahe durchgehend mit kleineren Wehwehchen und hat wenig Rhythmus. Ähnliches gilt fĂŒr Dortmund-LegionĂ€r Axel Witsel, der nach einem Achillessehnenriss seit JĂ€nner kein Spiel mehr bestritten hat. Beide werden heute wohl nicht beginnen.

Mutmacher

Was die Belgier, mit einem Schnitt von 28,7 Jahren die Ă€lteste EM-Mannschaft, dennoch positiv stimmt? Die Qualifikation fĂŒr die EURO haben sie mit zehn Siegen aus zehn Spielen souverĂ€n gemeistert. Unter Coach Martinez hat das Team in den letzten knapp fĂŒnf Jahren nur vier von 56 Partien verloren. „Wir können etwas Großes schaffen“, ist FlĂŒgelspieler Yannick Carrasco ĂŒberzeugt, „wir spielen seit vielen Jahren in dieser Besetzung zusammen, das ist sehr positiv.“ Mut macht auch ein Blick auf die Statistik von TorjĂ€ger Lukaku. Mit 60 Volltreffern in seinen 93 LĂ€nderspielen ist er RekordschĂŒtze seines Landes – mit Abstand.

In Italien hat er Inter Mailand gerade erst zum umjubelten Meistertitel geschossen und dabei 36 Mal getroffen. Jetzt will er auch mit der Nationalmannschaft einen großen Coup landen. „Wir mĂŒssen fokussiert sein, dann ist viel möglich“, grinst der bullige StĂŒrmer.

Vor dem Abflug zum ersten Spiel nach St. Petersburg gab es jedenfalls noch eine Extra-Motivation fĂŒr Lukaku und seine Kollegen: König Philippe schaute im Teamcamp in Tubize nahe BrĂŒssel vorbei. Hazard und Martinez ĂŒberreichten als Geschenk ein Trikot mit der Nummer eins. Und im Gegenzug gab es vielleicht ein paar Tipps, wie man den Thron erklimmen kann – der König muss sich da ja auskennen.

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