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Sport Fußball
05/19/2021

EM-Fixstarter und Wackelkandidaten: Gedränge am ÖFB-Ticketschalter

Österreichs Teamchef nominiert am Mittwoch seinen Kader für die EM. Der KURIER nennt 37 Kandidaten – 26 davon werden ab 1. Juni im letzten Aufgebot stehen.

von Andreas Heidenreich

Pressekonferenzen mit Franco Foda sind selten von großem Unterhaltungswert. Österreichs Fußball-Teamchef ist weder für gewagte Prognosen bekannt, noch für legendäre Wuchteln. Doch wenn der Deutsche am Mittwoch (13.30 Uhr/ORF1) zur Tat schreitet und jene Namen verliest, die sich – zumindest vorerst – über ein EM-Ticket freuen dürfen, dann lässt das kaum einen Fußballfan kalt. Dann wird gestritten und diskutiert. Dann werden auch Österreichs Teamspieler selbst vor dem TV-Schirm sitzen und lauschen. Manche völlig entspannt, andere wiederum nervös bis in die Haarspitzen. Sie werden die Botschaft zeitgleich mit der Pressekonferenz offiziell von Österreichs Teammanager Mario Margreiter erhalten. Gut möglich, dass in Momenten wie diesen da oder dort auch etwas zu Bruch geht.

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Vasen oder Fensterscheiben, die in Scherben aufgehen, sind halb so wild im Vergleich zu geplatzten Träumen. Wie viele österreichische Fußballer können irgendwann ihren Enkerln davon erzählen, bei einer Europameisterschaft dabei gewesen zu sein?

In diesem Jahr werden es 26 sein. Drei mehr als bisher, weil die UEFA aufgrund der gestiegenen Belastungen die Kadergröße angepasst hat. Franco Foda kann sich darüber nur freuen. Drei weniger, die er enttäuschen muss. Es ist allerdings davon auszugehen, dass der 55-Jährige vorerst mehr Spieler einberuft, ehe er am 1. Juni das finale Aufgebot nennen muss. Auch, weil nicht bei allen Leistungsträgern klar ist, ob sie rechtzeitig fit werden. Der KURIER nennt Fixstarter, Wackelkandidaten und Überraschungsmänner für die EM.

  • Torhüter

Alexander Schlager war in den drei jüngsten Länderspielen nicht frei von Fehlern. Da er zuletzt aber gesetzt war, wird er zumindest im Kader stehen. So wie auch Pavao Pervan. Der Wolfsburg-Reservist war unter Foda immer dabei – und könnte sogar spielen. Weil im Verletzungsfall ein Torhüter auch nach dem 1. Juni nachnominiert werden kann, ist nicht davon auszugehen, dass Foda vier Goalies einberufen wird.

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Das Rennen um den dritten Platz steigt zwischen den Wackelkandidaten Heinz Lindner (Basel) und Daniel Bachmann (Watford). Überraschend wäre die Nominierung von Martin Fraisl (Den Haag), Jörg Siebenhandl (Sturm) oder Cican Stankovic (Salzburg).

  • Verteidigung

An Fan-Liebling und Abwehrchef Martin Hinteregger führt ebenso kein Weg vorbei wie an Aleksandar Dragovic, der mit 89 Länderspielen der routinierteste Teamspieler ist. Rechts ist Stefan Lainer ebenso gesetzt wie links Andreas Ulmer. Darüber hinaus kann man nur Hoffenheims Stefan Posch als Fixstarter bezeichnen. Den vierten Platz in der Innenverteidigung machen sich die Wackelkandidaten Philipp Lienhart und Gernot Trauner aus, wobei vermutlich vorerst beide einberufen werden. Eine Überraschung wäre Maximilian Wöber.

Rechts hat Christopher Trimmel die besten Kandidaten, der Back-up für Lainer zu werden. Links wäre Rapids Maximilian Ullmann ebenso eine Überraschung wie Marco Friedl von Werder Bremen, weil Foda keinen reinen Ersatzmann für Ulmer braucht, aber dazu später.

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  • Mittelfeld

David Alaba wird bei Fodas PK Ruhepuls haben. Bei Österreichs Topstar ist nur die Position umstritten. Nachdem er bei den Bayern sechs der letzten acht Bundesliga-Spiele und sogar in der Champions League gegen Paris im zentralen Mittelfeld schalten durfte, ist er dort auch bei der EM ein heißer Tipp und in zweiter Linie als Ulmer-Ersatz jederzeit bereit.

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Im Mittelfeld wird es ob des Überangebots an guten Spielern Enttäuschte geben. Xaver Schlager, bei Foda stets gesetzt, wird ebenso keiner davon sein wie Stefan Ilsanker, Konrad Laimer und Marcel Sabitzer. Dass die beiden Letzteren auch auf den Flügel ausweichen können, spricht zusätzlich für sie.

Laut Information von 90minuten.at dürfte sich Foda für Mainz-Legionär Philipp Mwene entschieden haben, der rechter Verteidiger war und zuletzt immer im Mittelfeld agierte.

Ein Wackelkandidat ist – nur aus Fitnessgründen – Kapitän Julian Baumgartlinger nach überstandenem Kreuzbandriss. Der 33-Jährige ist zwar wieder vollständig genesen, hat aber seit 23. Jänner nicht mehr gespielt. Im März wurde Baumgartlinger von Florian Grillitsch ersetzt. Der Techniker wird zumindest vorerst dabei sein, ein Fixplatz ist aber noch nicht in Stein gemeißelt. Den hat Christoph Baumgartner – sofern er fit wird. Den universellen Offensivspieler plagt aktuell eine Bänderverletzung im Sprunggelenk.

Ein Wackelkandidat ist jener Mann, der bei der EM vor fünf Jahren Österreichs einziges Tor erzielt hat: Für

Alessandro Schöpf spricht allerdings, dass er als Zehner ebenso spielen kann wie am rechten Flügel. Zittern müssen auch noch Valentino Lazaro und Louis Schaub, Außenseiterchancen hat Reinhold Ranftl. Eine große Überraschung wäre der 17-Jährige Yusuf Demir.

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  • Angriff

Für Marko Arnautovic gilt – sofern er fit ist – das gleiche wie für Alaba. In dieselbe Kategorie fällt auch Stuttgarts Sasa Kalajdzic nach bisher 16 Saisontoren in der deutschen Bundesliga. Dahinter wird es spannend. Die besten Karten hat Karim Onisiwo, weil er als Sprinter einerseits ein anderes Element mitbringt und andererseits aktuell bei Mainz 05 überzeugt. Adrian Grbic wackelt ebenso wie Michael Gregoritsch – beiden fehlen Spielpraxis und Form. Deshalb wäre Rapids Ercan Kara nur teilweise eine Überraschung.

Von  27. Mai bis 1. Juni ist das Team in Bad Tatzmannsdorf. Am 2. Juni wird in Middlesbrough gegen England getestet. Nach der Rückkehr wird in Wien gewohnt, wo am 6. Juni   die EM-Generalprobe gegen die Slowakei auf dem Programm steht. Zwei Tage später checkt der Tross im EM-Basecamp in Seefeld ein. Von Innsbruck aus wird zu den Gruppenspielen gegen Nordmazedonien (13. Juni, Bukarest), die Niederlande (17. Juni, Amsterdam) und die Ukraine (21. Juni, Bukarest) geflogen.

Nennfrist für den Turnierkader ist der 1. Juni, er darf 26 Namen umfassen, bei den Spielen dürfen aber nur 12 Mann  auf der Ersatzbank sitzen. Laut UEFA darf man im Falle einer schweren Verletzung oder Krankheit vor dem ersten EM-Spiel noch Spieler tauschen. Dies gilt auch für positiv auf das Coronavirus Getestete und enge Kontaktpersonen. Zumindest 13 einsatzfähige Spieler, darunter einen Tormann, braucht es, damit ein EM-Spiel  gestartet wird. 

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